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- 09. Oktober 2012 3 Min.

Ein Bischof im Wahlkampf: Joseph Tyson macht gegen Schwule und Lesben Stimmung
In den USA heizt die katholische Kirche ihren Kampf gegen die Öffnung der Ehe in mehreren Bundesstaaten an: Dieser Schritt würde Freiheitsrechte einschränken, erklärte nun Bischof Joseph Tyson aus Washington.
Hintergrund sind Volksentscheide über die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht in den Staaten Maine, Maryland und Washington, die Anfang November stattfinden werden. Die Kirche fordert von den Gläubigen, bei den Wahlen gegen die Gleichstellung zu stimmen, weil die Bibel nur die heterosexuelle Ehe kennen würde.
Am Wochenende hat Bischof Tyson aus dem Bundesstaat Washington die Ablehnung konkretisiert und erklärt, dass die Gleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen "Freiheiten gefährdet anstatt sie auszuweiten". In einem Hirtenbrief behauptet Tyson im Namen der Kirche, dass die Ehe-Öffnung sowohl die Religionsfreiheit als auch die Gewissensfreiheit einschränken würde: "Sobald die Ehe als geschlechtsloser Vertrag definiert wird, wird es öffentlichen und privaten Institutionen wie beispielsweise Schulen untersagt sein, die einzigartige Bedeutung der Ehe zu fördern."
Kirche: Populärkultur hat schwule Identität erfunden
Bischof Tyson warnt davor, dass Christen bald nicht mehr behaupten dürften, dass heterosexuelle Familien mit Kindern anderen Beziehungen überlegen seien. Der 54-jährige Bischof macht die moderne Gesellschaft für die Entwicklung verantwortlich und behauptet, dass eine homosexuelle Identität nicht wirklich existiere: "Auch wenn die Populärkultur, die uns umgibt, die menschliche Identität in Worten wie 'schwul' oder 'hetero' beschreibt, hat unsere Kirche ein tieferes und genaueres Verständnis der menschlichen Identität, die auf dem Unterschied zwischen Mann und Frau basiert."
Auch andere katholische Würdenträger greifen in den Wahlkampf ein: So hat John Myers, der Erzbischof von Newark, vergangene Woche erklärt, dass nur Katholiken das Abendmahl verdienten, wenn sie gegen Homo-Reche stimmten (queer.de berichtete).
Anfang September sagte John Nienstedt, der Erzbischof von St. Paul and Minneapolis, anlässlich des Referendums in Minnesota, die Homo-Ehe sei genauso verwerflich wie Mord (queer.de berichtete).
63 Ex-Priester unterstützen Ehe-Öffnung
Vereinzelt gibt es auch katholische Unterstützung für die Ehe-Öffnung aus der Kirche, allerdings nur von Gläubigen, die keine aktive Rolle mehr spielen: So haben im Staat Washington 63 ehemalige Priester die Gläubigen aufgefordert, Schwulen und Lesben gleiche Rechte zu gewähren: "Wir fühlen uns unwohl mit den aggressiven Versuchen der katholischen Bischöfe, das Referendum schlecht zu reden. Wir wollen die 71 Prozent der Katholiken unterstützen, die laut einer Meinungsumfrage die Zivilehe für Schwule und Lesben als zulässige katholische Position ansehen."
Umfragen zufolge gibt es derzeit in allen drei Bundesstaaten eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung, Katholiken unterstützen die Gleichstellung dabei mehr als Protestanten. Allerdings konnten Homo-Gegner bei den Wahlen ihre Anhänger stets besser mobilisieren als Befürworter der Gleichstellung.
Derzeit ist die gleichgeschlechtliche Eheschließung in sechs der 50 US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington legal. Zwölf weitere Bundesstaaten bieten eingetragene Partnerschaften an. (dk)















Was sind sie doch erbärmlich in ihrer Hetze gegen glücklich lebende homosexuelle Paare.
Aus Machtgeilheit verleugnen sie ihre eigene sexuelle Orientierung.