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  • 15. Oktober 2012 21 2 Min.

Die Log-Cabin-Anzeige (die Leiche war in der Originalwerbung sichtbar)

Der amerikanische Wahlkampf wird schmutziger: Eine lokale Gruppe der Log Cabin Republicans sorgt in Florida mit einer Wahlwerbung für Empörung, in der sie Obama für den Mord am US-Botschafter in Libyen verantwortlich macht und ein Foto der Leiche zeigt.

Die schwul-lesbische Organisation der Republikaner hat die Anzeige im Sunshine State, einem der umkämpftesten Bundesstaaten beim Präsidentschaftswahlkampf, unter anderem im Szenemagazin "Florida Agenda" geschaltet. Darauf ist ein Bild des getötete Stevens zu sehen, der durch die Straßen von Bengasi getragen wird. Stevens war am 11. September diesen Jahres bei einem Terroranschlag auf die US-Botschaft in der libyschen Großstadt umgebracht worden.

Die Anzeige trägt die Überschrift: "Gibt es jetzt keine Empörung?". Darunter erklären die Autoren: "Die Obama-Regierung schützt keine schwulen/schwulenfreundlichen Amerikaner vom Terror des islamischen Radikalismus. Warum denken Sie, sie könnte uns irgendwo von der Scharia-Rechtsprechung schützen?". Darunter heißt es, dass die Log Cabin Republicans auch den Staat Israel unterstützen würden.

Log-Cabin-Bundesverband distanziert sich

Die Werbung führte zu heftiger Kritik von Bloggern und schwul-lesbischen Aktivisten. Selbst R. Clarke Cooper, der Geschäftsführer im Bundesvorstand der Log Cabin Republicans, kritisierte seine Parteifreunde: "Wir weisen die Anzeige mit aller Entschiedenheit zurück", so Cooper. Sie sei von einem regionalen Mitgliedsverband ohne das Wissen des Bundesverbandes verfasst worden.

Die Homo-Gruppe der regierenden Demokraten, die Stonewall Democrats, erklärten, dass nun eine Grenze überschritten worden sei: "Es ist kaum zu glauben, wie eine politische Botschaft das Andenken an einen Mann, der sein Leben für sein Land gegeben hat, derart in den Dreck ziehen kann", so Stonewall-Democrats-Chef Jerame Davis.

Bereits kurz nach der Tötung des Botschafters haben konservative Blogs behauptet, Stevens sei schwul gewesen. Damit wollten sie ebenfalls politisches Kapital gegen Obama schlagen: Der Blog Hillbuzz.org kritisierte etwa die Regierung dafür, dass sie einen schwulen Mann in ein islamisches Land geschickt und so die Ermordung provoziert habe.

Das Outing als politische Waffe wurde ebenfalls bereits gegen Barack Obama eingesetzt: So behauptete ein Boulevardblatt, der Präsident betrüge seine Frau in schwulen Saunas (queer.de berichtete). Diese Gerüchte sind ebenso frei erfunden wie die Mutmaßungen über Botschafter Stevens, sind sich etablierte US-Journalisten sicher.

Die Wahlen in den USA finden am 6. November statt. Es werden der Präsident, das Repräsentantenhaus, ein Drittel der US-Senatoren sowie viele regionale Parlamente und Gouverneure gewählt. Auch Volksentscheide stehen auf Ebene der Bundesstaaten an; in drei Staaten wird über die Öffnung der Ehe abgestimmt, in einem weiteren Staat gibt es ein Referendum über das Verbot der Homo-Ehe. (dk)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 15.10.2012, 12:33h
  • Die Scharia im eigenen Lande (Sodomy-Laws genannt), die z. B. in Idaho bis zu lebenslänglicher Haft für unsereinen bedeutete, haben die Republikaner bis zur ihrer Abschafftung durch das Oberste Gericht der USA im Jahr 2003 [!] mit Zähnen und Klauen verteidigt (einschließlich Präsident George W. Bush).

    Die LSU ist überflüssig, die Log Cabin Republicans kann man nur noch verstehen, wenn man sie auf die Couch legt.
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#2 Anti-TerrorAnonym
  • 15.10.2012, 12:59h
  • Wenn der in Michigan geborene Geschäftsmann Romney und sein Kompagnon, der Berufspolitiker Ryan aus Wisconsin, diese Wahlen gewinnen, wird das Projekt rechtsradikalen Social Engineerings, als das sein Parteifreund Newt Gingrich Ryans Haushaltspläne pikanterweise bezeichnete, weiter vorangetrieben werden. Hinter der vermeintlich uramerikanischen Wahlkampfrhetorik von Freiheit und Individualismus verbirgt sich wohl in der Tat Klassenkampf - aber von oben nach unten. Wie Warren Buffett bereits 2005 anmerkte: "Its class warfare, my class is winning, but they shouldn't be."

    www.heise.de/tp/artikel/37/37760/1.html
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#3 KerouaclyAnonym
  • 15.10.2012, 14:07h
  • Das ist also die LSU der Republikaner?

    Heutzutage hat ja irgendwie jeder Homo-Feind schwule Freunde um in Diskussionen zu sagen, dass seine Politik nicht homophob sei, man hat ja schwule Freunde.

    LSU, LisL, Log CabiN Republicans - alle unnützlich und verlogen
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