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Kommentare zu:
Volker Beck erbost über ZDF-Busengrapscher


#51 stromboliProfil
#52 antosProfil
  • 20.10.2012, 11:38hBonn
  • Antwort auf #45 von stromboli
  • Zwischenfrage:

    "Und ist im homophoben "sich angemacht fühlen" des mannes durch einen anderen mann, nicht genau dieses phänomen sichtbar! Zum objekt gemacht, erzeugt es agression."

    Ja, das ist eine unserer Denkgewohnheiten, die sprachlich scheinbar bestätigt wird: jemand fühlt sich angeblich "angemacht" und "wehrt" sich dagegen. So sagt er es, weil noch der letzte Schläger die Psychosprache beherrscht. Wir glauben das, weil es irgendwie logisch klingt und eine schnelle Erklärung bietet, - der Homophobiediskurs lebt ebenfalls von diesem Glauben, dass auch im Angreifer so irgendwie ein Opfer stecke, bei dem - so irgendwie - "Aggression erzeugt" werde. Bis hin zum in Foren gern vertretenen Glauben, in jedem Angreifer stecke - ebenfalls so irgendwie - ein verkappter Homo, der raus wolle, zur Not halt mit Prügeln.

    Alles fragwürdig, finde ich.

    www.youtube.com/watch?v=2R57I6APVpE
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#53 stromboliProfil
  • 21.10.2012, 08:57hberlin
  • Antwort auf #52 von antos
  • um nicht mißverstanden zu werden.. ich mach hier nicht den anwalt für psychologisierte täter, die sich zum opfer stilisieren.
    Ich beschreib nur einen, juristisch sogar geförderten, mittlerweile üblichen vorgang in den köpfen der täter..
    auch die wollen sinn sehen in ihrem sinnlosen treiben!

    Denke auch , die materie ist wesentlich komplizierter, wo dass sich "angemacht fühlen" nur den teil einer kette von reaktionen auf konditioniertes darstellt.
    Das mit dem "versteckten homo " im schläger oder priester, ist ebenso mehr marieschens küchenpsychologische zurechtlegung in einer ihr ansonsten zunehmend entfremdeten, unverständlichen welt.

    Wie aber könnte man der filmausschnitt interpretieren:
    Einmal die latente gewaltbereitschaft im homoerotischen gruppenleben..
    einerseits die zur schaustellung des gruppenmitgliedes im anzüglichem wissen um begehrliche körperteile...
    Gleichzeitig den ausschluß, das wegstoßen des "fremden" , der womöglich die "andeutungen " weiter zu deuten bereit ist..?
    Kann also in einen "zwischenstadium der entzivilisierung", nur die gruppe erfüllung vorhandener homoerotischer wünsche versprechen...
    hooligans-sa und sonstig männerbündlerisches?

    Und der "fremde"-cruise; fühlt der sich im innersten ertappt, angesprochen ( auch im positiven sinne..) durch die homoerotischen zoten..., oder ist der nur geschmäht, weil seine "normale männlichkeit" hier in frage gestellt wird.
    Fühlt er sich in diesem moment gar ausgeschlossen von "gemeinschaft" in seiner inneren einsamkeit. Würde er also im zweifelsfalle lieber mit den zotenrüpeln gemeinsam den rest der nacht rumziehen, statt ALLEIN ziellos vor sich hinzulaufen...

    Es gibt da eine fallbeschreibung eines mordes, in der der spätere täter einvernehmlichkeit beim sexuellen verkehr zugibt, aber die spätere tat damit begründet, dass opfer habe ihn nach vollzug zu küssen versucht!
    Hier wäre es also ein offen seine sexuellen bedürfnisse lebender, der an zärtlichkeit scheitert. Da kann man dann nicht von verkappt sprechen, da muss ein anderer begriff her.
    Ist also wer homo, der zotend andeutungen vorbringt, aber das sexuelle als geschehen dann nur im suff ertragen kann...mann, war ich gestern besoffen.
    Was hat "zärtlichkeit" dann überhaupt für einen stellenwert in unserem begehren aufs eigene geschlecht. Ist sie der eigentliche unterscheidungspunkt in der ganzen geschichte..; der knackpunkt, der dann auch die homophobie auslöst?

    Beim nachdenken drüber, möcht ich immer weiter weg von der kategorisierung in homo-hetero, weil dieses schrill auf vorgegebene normen bestehende von den eigentlichen zwischentönen ablenkt. Zudem lässt es die suche nach dem eigentlich anderem in uns, immer in die selbe diskussions-sackgasse rennen.
    Da ist dann selbst der begriff heteronormativität nur noch ein hindernis!
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#54 antosProfil
  • 22.10.2012, 21:21hBonn
  • Antwort auf #53 von stromboli
  • Die Szene habe ich verlinkt, weil sie für mich brauchbar illustriert, dass es bei Übergriffen gegen Schwule bzw. wie in diesem Fall gegen als Schwule beschimpfte [aber vielleicht gilt in solchen Situationen für Angreifer sowieso: "wer schwul ist, bestimme ich!"] nicht um irgendwelche 'innerpsychischen Mechanismen' gehen muss, dass die Angreifer nicht aus irgendeiner sie beunruhigenden Furcht vor den versteckten homosexuellen Anteilen in sich selbst usw. usf. so reagieren müssen wie sie reagieren.

    In dieser Szene geht es ganz offensichtlich weder um irgendwelche 'inneren Kämpfe', noch überhaupt eigentlich um Heterosexualität-Homosexualität - es sei denn, wir unterstellen das als jahrzehntelang geübte Tiefenpsychojünger von vornherein - sondern um etwas ganz an der Oberfläche sich unverhüllt zeigendes: die Demonstration von Männlichkeit als körperlicher Dominanz, die soziale Dominanz anzeigen soll. Der ältere gepflegte und sichtlich teuer gekleidete Herr [Protagonist des Films: Bill], der Angegriffene, wird an den Rand des Bürgersteigs geschubst - auch metaphorisch an den Rand - , die jungen Männer drängen ihn ab, nehmen ihm Raum und beschimpfen ihn als 'faggot', was so viel bedeutet wie: kein Mann - ein Mann, der nur wie ein Mann aussieht, aber nicht mehr ist als eine verkleidete Frau [Misogynie gehört zu Schwulenhass wie Arsch auf Eimer, ebenso der neiderfüllte Hass auf alle Zeichen von Kultiviertheit. In der Vorlage zu dieser Szene in der 'Traumnovelle' vom - freudianisch inspirierten - Arthur Schnitzler wird der Protagonist Fridolin übrigens von einem Verbindungs-Studenten nicht als 'faggot', sondern als 'Jude' beschimpft].

    Als die aufgeputschten Studenten [einer trägt ein Yale-Emblem, er ist also offensichtlich schon auf dem Weg zu einer anderen Form sozialer Dominanz und kann sich vielleicht irgendwann den Mercedes leisten, gegen den Bill geschubst wird] den einsam wandelnden Protagonisten Bill bemerken, bietet sich ihnen die Möglichkeit, sich im Schauspiel der Homophobie als dominante Männer zu genießen. Homophobie ein Schauspiel? Auf alle Fälle schauspielartig: Übergriffe dieser Art leben davon, dass sich die Angreifer gegenseitig zuschauen, sich wechselseitig in ihren Dominanzgesten verstärken; was Du als das anzügliche Wissen um begehrliche Körperteile betrachtest, das Arschtrommeln, ist nichts weiter als eine Geste männlicher Affen, Alphatiere und solche, die es werden möchten.

    Alles nicht neu, ich weiß. Aber ich glaube wir kommen hier mit den tiefenpsychologischen Unterstellungen nicht weiter [siehe z. B. den Abschnitt dazu bei Wikipedia].

    [Aber letztlich sind das nur Punkteich muss diese feine Beobachtung einer Filmkritikerin einfach hier loswerden: "Kubrick hat fast alle Bilder des Films, man bemerkt dies erst auf der großen Kinoleinwand wirklich, absichtlich überbelichtet. Die Kombination aus Weitwinkelobjektiven und Überbelichtung schafft einen Licht- und Leucht-Raum, in dem die omnipräsenten Weihnachtsbäume mit ihren Farbkugeln uns daran erinnern sollen, dass unsere Wahrnehmung nicht 'Wahrheiten' erfasst, sondern Lichtpunkte. Pixel. Wir reisen - wie in '2001' - durch Lichtkorridore."]
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#55 jo skysAnonym
  • 23.10.2012, 00:29h
  • Antwort auf #52 von antos
  • "faggot"..aber mit lesbenszenen hat der komische film keine probleme.

    die angeblich "schutzlosen" frauen und die bösen homophoben und gynophoben männer...mir ist das alles zu platt und pauschal.
    in ansätzen übt der film gute gesellschaftskritik, in wirklichkeit aber ( auch) das ziel des autoren mit viel nackter (frauen)haut quote zu machen.
    so wendet er seine im film kritisierte gesellschaftsordung selber an und sich zu bereichern. hätte man besser inszenieren können.
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#56 stromboliProfil

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