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HustlaBall Award
Freudentränen bei den Lust-Preisen
- 21. Oktober 2012 3 Min.

Daddy-Hunk Michael Brandon. Spitzname seines besten Stücks: "Monster" (Bild: Dominik Dierich)
Zum vierten Mal wurde die schwule Pornoindustrie mit Preisen ausgezeichnet. Michael Brandon wurde fürs Lebenswerk geehrt.
Von Carsten Weidemann
Tränen der Rührung und aufrichtigen Freude in einem Business, in dem Pornostars Lust häufig nur "darzustellen" vermögen? Es gibt diese magischen Momente der echten Gefühle. Einen davon konnten die Gäste bei der vierten Verleihung des HustlaBall Award am vergangenen Freitag in Berlin erleben. Kurz bevor die Geburtstagsausgabe der geilen Party, der zehnte HustlaBall im Kit Kat Club startete, kam die Überraschung. Pornostar Michael Brandon hielt seine Tränen nur mit Mühe zurück, als er mit einem Sonderpreis, dem "Lifetime Achivement Award" für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Brandon ist seit Ende der Achtziger Jahre im Geschäft, zunächst lange als Darsteller, heute hauptsächlich als Produzent und Model für so Dinge wie Gleitgel.
Er hat ein bewegtes Leben mit einigen Tiefpunkten hinter sich, hat es aber immer wieder geschafft, weiterzugehen. Vor allem die Drogensucht hatte ihn zweimal in die Knie gezwungen. Der Abräumer so ziemlich sämtlich existierender Porno Awards stand immer wieder für Charity- und Benefizaktionen zur Verfügung. Für seine langjährige Unterstützung der Community dankte man ihm nun. Und brachte den gutbestückten Daddy-Hunk – der die Preisverleihung gemeinsam mit Paul Stag auf der Bühne moderiert hatte und völlig ahnungslos war – aus der Fassung. "Ich bin sehr überrascht, fühle mich geehrt und geschmeichelt", bedankte er sich mit feuchten Augen.
Underground-Label auf dem Vormarsch, neue Ideen statt 08/15 werden honoriert

Ops, wie geil: Punk, Tattoos, Leder und Strapse, eine kinky Kombination (Bild: Dominik Dierich)
Um für ihr Lebenswerk ausgezeichnet zu werden, dafür müssen seine zahlreichen jüngeren Kollegen, die ebenfalls mit den gläsernen Medaillen des HustlaBall Award 2012 von der Bühne kamen, noch einige Jahre schuften. Die User konnten zuvor im Web unter den zahlreihen Nominierten abstimmen. Die Stimmen der Medienjury, der neben den Online- wie Printtiteln PornUp, QXmen, Phoenics People und Rubclub e.V. Press auch queer.de angehörte sowie die einer Fachjury, flossen ebenfalls ein.
Die Gastgeber Brandon und Stag verlasen die Namen wie vom Fließband, damit sich die Prozedur nicht zu sehr in die Länge zog. Der Preisregen ergoss sich recht gleichmäßig verteilt über große und kleine Labels sowie deren Darsteller. Die großen wie "Lukas Entertainment" und "Bel Ami" räumten jeweils mehrmals ab. Aber auch die Underground-Produktionen – und da voran das gar nicht mehr so kleine Unternehmen "Treasure Island Media" – wurden mehrmals bedacht. "Treasure" ist in der Branche umstritten, weil es als erstes Label begann, ausschließlich Bareback-Pornos zu produzieren. In Berlin – der Schmiede des deutschen Gay-Hardcorefilms – landeten Preise bei "Wurstfilm", "Cazzo" und "Spritzz". Dass es sich lohnt, auch Pornos jenseits des Üblichen mit neuen Ideen zu inszenieren, zeigt sich beispielsweise an der Cazzo-Produktion "Krass", die als bester Fetischfilm gewürdigt wurde. Dort treffen Szene-Charaktere – wie zum Beispiel die Tunte mit dem Lederkerl – zusammen, die man in den üblichen 08/15-Streifen nie beim gemeinsamen Sex zeigen würde.
Eine rauschende Ballnacht bis Samstagnachmittag

Der HustlaBall: Zu heiß für viel Bekleidung. Pornodarsteller heizen ein (Bild: Dominik Dierich)
Nach dem Award begann der rauschende Geburtstagsball, über den nicht so sehr viel anderes zu berichten ist als im Vorjahr. Es war rappelvoll, heiß und feucht, zusätzlich aufgeheizt durch die zahlreichen kleinen Sexacts der Pornodarsteller in den VIP-Räumen wie auf dem Dancefloor. Wo die Action war, bildeten sich dichte Trauben. Man hatte seinen voyeuristischen wie handgreiflichen Spaß.
Auch Brandon amüsierte sich noch eine Weile, verschwand dann irgendwann im Getümmel. Zwischendurch twitterte er aber noch stolz über seine Auszeichnung. Was ihm die Wünsche des Followers Bob Ray einbrachte, Brandon möge doch bitte auch dann noch mit seinem besten Stück, das den nicht ganz unbegründeten Spitznamen "Monster" trägt, performen wenn er 70 ist. "Mit 70?" antwortet Brandon. "Da setze ich besser meine Erfahrung ein um andere zu trainieren…"
Links zum Thema:
» Alle Nominierten und die Gewinner des HustlaBall Award 2012
» Aktuell: Crowdfunding für eine Doku über Michael Brandon















Welch großer Beitrag für die Menschheit.
Es war rappelvoll, heiß und feucht, zusätzlich aufgeheizt durch die zahlreichen kleinen Sexacts der Pornodarsteller in den VIP-Räumen wie auf dem Dancefloor.
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Herrlich, dass ich mit solchen... Menschen in einen Topf gesteckt werde.