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Einzelkommentar zu:
Presserat: Outing ist Verletzung von Persönlichkeitsrechten


#10 UnerträglichAnonym
  • 25.10.2012, 18:37h
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • "...Aber: Über welche Medien kann man das überhaupt noch?"

    Du beschreibst in der Tat einen Zustand, der unerträglich geworden ist. Noch erschreckender für mich ist aber der Umstand, dass viele Menschen die Presse- und Medienkonzentration gar nicht wahrnehmen.

    Sie lassen sich dabei wohl vom "bunten" Angebot am Kiosk täuschen, das ihnen Vielfalt vorgaukelt, wo in Wirklichkeit nur wenige Pressekonzerne ihre div. Blätter ausbreiten.

    Sehr lange Zeit habe ich die Frankfurter Rundschau gelesen (ihr Wahlspruch damals "die Zeitung, die Nachricht und Kommentar deutlich trennt"), einst von Karl Gerold gegründet im Willen niemals Regierungen, Konzernen und Kirchen nach dem Munde zu reden, war das Blatt einige Jahrzehnte eine mutige und kompetente Tageszeitung.

    Als das große Zeitungssterben einsetzte, stand die FR vor dem Bankrott und wurde von der SPD-eigenen Mediengesellschaft aufgekauft. Ein Sturm der Entrüstung brach aus, weil das Blatt seine Unabhängigkeit verlor. Dann wurden die Mehrheitsanteile an den Neven DuMont Verlag verkauft und damit war der, dort zur Haus-Ideologie erklärte, Neo-Niberalismus ab sofort Leitfaden für die Berichterstattung und Kommentierung. Ergebnis Dutzende Redakteure verließen das Blatt, Abonennten kündigten, Leser wandten sich ab.

    Wer sich die heutige Preisselandschaft in Deutschland ansieht, findet (auch bei den eher unbedeutenden kleinen Regionalzeitungen) kaum noch Blätter, die nicht entweder zum Axel Springer Konzern, zu Bertelsmann, zu Burda, Holtzbrinck oder zu Neven DuMont gehören. Und all diese Konzerne verfolgen eindeutig neoliberale Ziele; sie haben mit ihrer Meinungsmache sowohl die öffentliche Einschätzung von Agenda 2010, Hartz IV, Rente erst mit 67, Studiengebühren, Ausweitung des Niedriglohnsektors der ein Aufstocken durch Hartz IV erfordert und keine ausreichenden Rentenbeiträge erlaubt, massiv manipuliert, als auch konservative Politiker, wie Merkel u.a. gestützt.

    Und was lese ich heutzutage?
    Sporadisch taz, Neues Deutschland (ist viel besser geworden), Süddeutsche Zeitung, Konkret, gelegentlich doch wieder, wenn auch mit einem gewissen Abscheu, SPIEGEL-ONLINE und versuche mich ansonsten im Internet in ausländischen Zeitungen zusätzlich zu informieren - nur so viel Zeit habe ich denn auch wiederum nicht, um wirklich immer alles zu lesen.
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