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- 27. Oktober 2012 2 Min.

Feierliche Unterzeichnung (v.l.nr.): Dr. Norbert Reichel (Schulministerium), Schulministerin Sylvia Löhrmann, Frank G. Pohl (Koordinator), Benjamin Kinkel (SchLAu NRW), Ulla Breuer (Sozialwerk für Lesben und Schwule), Dr. Ilona Schulze (Bezirksregierung Köln), Markus Chmielorz (Rosa Strippe), Dr. Beate Blatz (Sozialwerk), Sabine Schattmann-Uttke (Emanzipationsministerium) (Bild: Pressestelle des Schulministeriums NRW)
Im Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung hat Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Freitag eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kölner Sozialwerk für Lesben und Schwule und der Rosa Strippe Bochum unterzeichnet. Damit wird das Projekt "Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt", wie im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbart, nun auch von Landesseite ausgeweitet.
Das Projekt wurde bereits vor vier Jahren auf Initiative von SchLAu NRW ("Schwul, lesbisch, bi, trans* Aufklärung in NRW"), der Anti-Gewalt-Koordination für Lesben und Schwule in NRW beim Sozialwerk für Lesben und Schwule und der Rosa Strippe ins Leben gerufen. Sechs Schulen nehmen bereits an der Kampagne teil. Mit der Wilhelm-Kraft-Schule in Sprockhövel hat seit dem 4. September 2012 auch im Landesteil Westfalen die erste Schule ihre Teilnahme am Projekt erklärt. Vorangegangen waren als erste Schule in NRW die Joseph-Beuys-Gesamtschule in Düsseldorf, die Gesamtschule Niederzier/Merzenich, Gymnasium und Hauptschule des Schulzentrums Odenthal und das Gymnasium Rodenkirchen.
Diskriminierung vorbeugen, Vorurteile abbauen

Mit der Wilhelm-Kraft-Schule in Sprockhövel hat die erste Schule aus Westfalen ihre Teilnahme am Projekt erklärt (Bild: schule-der-vielfalt.de)
Ziel der Vereinbarung ist es, Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung im schulischen Alltag vorzubeugen und Vorurteile abzubauen. Dazu entwickeln die Kooperationspartner altersentsprechende Unterrichtsmaterialien und führen gemeinsam mit den Schulen Projekte durch.
Ministerin Sylvia Löhrmann unterstrich, wie wichtig es ist, die Förderung der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensformen im schulischen Alltag zu verankern: "Die Schule soll ein Ort sein, an dem Jugendliche sich sicher fühlen und an dem sie frei von Ängsten und selbstbewusst zu ihrer sexuellen Identität stehen können. Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist es von großer Bedeutung, dass gerade in den Schulen Vielfalt und Verschiedenheit gelebt und wertgeschätzt wird", sagte die Grünen-Ministerin.
Das Schulministerium fördert zunächst für drei Jahre Personal- und Sachkosten. Frank G. Pohl, bisher als Oberstudienrat an einer Düsseldorfer Gesamtschule tätig, wurde vom Schulministerium für zwei Jahre für die Koordination und Fachberatung von "Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt" abgeordnet. Pohl verfügt als Autor der Unterrichtsmaterialien "Bist du schwul, oder was?" über gute Voraussetzungen für den Job. Der vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter geförderte Landeskoordinator von SchLAu NRW, Benjamin Kinkel, wird das Projekt ebenfalls unterstützen. (cw)
Links zum Thema:
» Homepage des Projekts
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