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Ex-DFB-Chef
Zwanziger: Fans würden schwulen Profi "feiern"
- 09. November 2012 2 Min.

Theo Zwanziger glaubt, Fans würden einen schwulen Spieler für seine "Extravaganz" bewundern (Bild: Wiki Commons / Manuel Heinrich Emha / CC-BY-SA-2.5)
Der frühere DFB-Chef Theo Zwanziger erwartet nach dem Coming-out eines schwulen Fußballprofis zwar keine Anfeindungen von Fans, allerdings könnten Probleme mit ausländischen Mitspielern aufkommen.
In seiner Biografie "Die Zwanziger Jahre", die in der kommenden Woche erscheint, schreibt der 67-Jährige nach Angaben der "Rhein-Zeitung": "Ich glaube, ein schwuler Fußballprofi hätte heutzutage in den deutschen Stadien nichts Dramatisches zu befürchten". Vielmehr würden ihn "die meisten Fans eher feiern für seinen Mut und seine Extravaganz, als ihn auszupfeifen oder zu beschimpfen".
Innerhalb des eigenen Teams sieht Zwanziger dagegen mehr Konfliktpotenzial. So könnten Mitspieler aus anderen Kulturkreisen die nötige Toleranz vermissen lassen: "Ich kann mir ausmalen, dass der Trainer, wenn er Wert legt auf ein konfliktfreies Mannschaftsgefüge, dann eben doch auf den schwulen Spieler verzichtet, um Ärger zu vermeiden", so Zwanziger.
Zwanziger vermutet nur wenige schwule Profifußballer
Der Sportfunktionär, der derzeit für den europäischen Fußballverband im FIFA-Exekutivkomitee sitzt, glaubt allerdings, dass es weniger schwule Profis gibt, als oft in den Medien angenommen wird: "Wer zur Elite gehört, kann nicht Versteck spielen, das passt nicht zusammen", so Zwanziger.
Zwanziger war von 2006 bis März diesen Jahres Präsident des Deutschen Fußballbundes. In dieser Funktion hatte er sich für die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen und Lesben im Sport eingesetzt und dafür 2009 die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW erhalten (queer.de berichtete). 2011 hat er auch für den DFB die Charta der Vielfalt unterschrieben (queer.de berichtete).
Allerdings gab es auch Kritik daran, wie der Deutsche Fußballbund in seiner Amtszeit die Affäre um den Schiedsrichter Michael Kempter gehandhabt hat. Kempter hatte DFB-Funktionär Manfred Amerell beschuldigt, ihn sexuell belästigt zu haben. Der Vorfall hatte sich zu einer medialen Schlammschlacht ausgeweitet, die am Ende beide Beteiligten beschädigt hat. (dk)
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