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"Gottes bunte Schöpfung"
Regina van Dinther (CDU) gegen "Unrecht" der Diskriminierung
- 09. November 2012 2 Min.
Die frühere CDU-Landtagspräsidentin in Nordrhein-Westfalen hat sich am Donnerstag bei der Haushaltsdebatte überraschend deutlich für die Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten ausgesprochen. Die 54-jährige Regina van Dinther erklärte im Düsseldorfer Landtag:
Ich bekenne mich ausdrücklich zur Verpflichtung der Politik, aber auch der Gesellschaft zu einem diskriminierungsfreien Umgang mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Transgender zu kommen. Aus politischer Vernunft und christlicher Überzeugung werde ich mich dafür einsetzen, dass Gottes bunte Schöpfung, auch in unterschiedlicher sexueller Orientierung geachtet wird. In unserem Land muss Unrecht gegenüber so betroffenen Menschen – entspringend eines menschenverachtenden totalitärem Regime – als solches benannt werden.
Ich sage dies wohlwissend, dass es noch ein weiter Weg sein wird und sich viele Bürgerinnen und Bürger und auch Politiker schwer tun werden mit den Veränderungen umzugehen, die sich ergeben werden. Wenn wir aber gemeinsam auf die Menschenwürde und den Rechtsstaat stolz sind, die wir in unserem Land garantieren, dann lassen sich alle diese Fragen lösen und Veränderungen tragen.
Kurzum, es gibt in diesen Politikfeldern, für die unser Ausschuss zuständig ist, noch genügend zu tun. Die CDU wird sich nicht verschließen aber auch manche andere Sicht einbringen.
Van Dinther hat im Oktober an der Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union in Düsseldorf teilgenommen und ist der LSU daraufhin auch beigetreten.
Freilich muss van Dinther gerade in der homofeindlichen NRW-CDU noch einige Überzeugungsarbeit leisten. Denn die Christdemokraten haben 2011 als einzige (!) Fraktion gegen die Gleichbehandlung von schwulen und lesbischen Beamten im Land gestimmt und den anderen Parteien allen Ernstes vorgeworfen, die heterosexuelle Ehe zu gefährden (queer.de berichtete).
Erst vor gut zwei Monaten nutzte der nordrhein-westfälische CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann die Worte "gesund" und "gut", um Heterosexuelle von Homosexuellen abzugrenzen: "Ohne viele gesunde Familien gibt es letzten Endes keine gute Gesellschaft", so der Christdemokrat. (dk)
Foto: NRW-Landtag
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