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  • 09. November 2012 14 3 Min.

David Cameron ist seit 2010 Regierungschef im Vereinigten Königreich (Bild: bisgovuk / flickr / by-nd 2.0)

Im britischen Früh­stücks­fernsehen hat Premierminister David Cameron am Donnerstag davor gewarnt, nach Berichten über Fälle von Kindesmissbrauch eine "Hexenjagd" auf Schwule zu beginnen.

Cameron ist in der Sendung "This Morning" des Privatsenders ITV aufgetreten. Der Moderator Phillip Schofield reichte ihm dabei eine Liste von mutmaßlichen Kinderschändern, die er nach einer Kurzrecherche im Internet zusammengestellt hatte; es sollte dabei um ehemalige Politiker der Konservativen gehen. Daraufhin sagte Cameron, ohne auf die Liste zu schauen: "Das ist gefährlich. Wenn wir nicht vorsichtig sind, kann das in eine Art Hexenjagd ausarten, besonders gegen Schwule".

Nach der Sendung wurden sowohl Schofield als auch Cameron kritisiert. So erklärte der Homo-Aktivist Peter Tatchell: "Es ist bedauernswert, dass David Cameron aus Versehen Vorurteile bestätigt und Schwule mit Kindesmisshandlung in Verbindung bringt. Ich bin sicher, das war nicht seine Absicht". Auch die Homo-Gruppe Stonewall erklärte, die Äußerungen des Premierministers würden homo­sexuellen Briten schaden.

Der schwule konservative Abgeordnete Stuart Andrew attackierte den Moderator der Sendung: "Es ist inakzeptabel, dass auf billige Art über ein so sensibles Thema gesprochen wird. Jeder, der andere beschuldigt, muss zur Polizei gehen, dass die Beschuldigung ordentlich untersucht wird."

Die TV-Regulierungsbehörde Ofcom teilte mit, dass nach der Sendung mehrere Beschwerden eingegangen seien, die man nun prüfen werde. Besonders pikant: In einer Kameraeinstellung waren einige Namen der Liste zu erkennen.

Überbordende Spekulationen

Schofield hatte offenbar eine Liste aus dem Internet zusammengestellt, in der die wildesten Gerüchte zusammengetragen werden. Diese wurde auch über soziale Netzwerke verbreitet, was Cameron zu dem Spruch verleitet hatte, es sollte keinen "Prozess via Twitter" geben. Nach einem BBC-Bericht der letzten Woche, in dem ein Mann über einen Missbrauch durch einen konservativen Politiker sprach, ohne diesen zu benennen, waren Gerüchte hochgekocht. Der "Guardian" nannte am Freitag den Mann und entlastete ihn zugleich als offensichtliches Opfer einer Verwechslung.

Zuvor war in anderen Medien bereits von einem "Pädophilen-Ring" unter Konservativen in den 70ern und 80ern die Rede gewesen. Begünstigt werden die Gerüchte durch das Versagen der Behörden und Medien im Fall des beliebten TV-Moderators Jimmy Savile. Dessen systematischer sexueller Missbrauch von Mädchen und Jungen über Jahrzehnte hinweg wurden erst in den letzen Wochen bekannt.

Die im Internet aufgetauchte Liste beinhaltet vor allem Personen, deren Homosexualität bekannt ist oder vermutet wird. Nicht immer geht es um Missbrauch: So sei angeblich ein früherer Premierminister bei unzüchtigem Verhalten auf einer Toilette erwischt worden.

Das Thema Kindesmissbrauch wird in den englischen Boulevardmedien seit Jahren mit einem großen Maß an Hysterie diskutiert. Immer wieder werden Männer fälschlicherweise beschuldigt.

Im Jahr 2000 veröffentlichte die nach Abhörskandalen inzwischen eingestellte Sonntagszeitung "News of the World" eine Liste angeblicher Kinderschänder. Danach kam es in den Straßen Englands zu Jagdszenen, die auch Unbeteiligte traf. So wurde etwa die Praxis einer Kinderärztin von einem Mob angegriffen. Hysterische Bürger hatten das Wort für Kinderarzt (paediatrician) mit der Bezeichnung für Pädophile (paedophile) verwechselt.

Organisationen gegen Kindesmissbrauch kritisieren immer wieder die hysterische Berichterstattung, die davon ablenke, wie weit verbreiter dieser sei. Auch komme nicht zur Geltung, dass er sich zumeist im Rahmen der Familie abspiele. (dk)

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.11.2012, 19:26h
  • So erklärte der Homo-Aktivist Peter Tatchell: "Es ist bedauernswert, dass David Cameron aus Versehen Vorurteile bestätigt und Schwule mit Kindesmisshandlung in Verbindung bringt. Ich bin sicher, das war nicht seine Absicht".

    Da stimme ich ihm zu!
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#2 srslyAnonym
  • 09.11.2012, 20:53h
  • Ich verstehe die Kritik an Cameron in diesem Fall nicht ganz. Meiner Einschätzung nach ist seine doch knappe Äusserung nicht dahingehend zu werten, dass er eine Verbindung zwischen Pädophilie und Homosexualität sieht, sonder eher dass er sich im Klaren darüber ist, dass es Menschen gibt, die das tun.
    Wenn man jetzt dazu übergeht, Personen in die Kritik zu nehmen, die die Existenz von Homophobie anerkennen und die darin liegende Gefahr ernst nehmen, dann haben wir ein Problem.

    Ist der neue Plan, Homophobie zu besiegen indem man sie totschweigt?
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#3 Martin28a
  • 10.11.2012, 03:37h

  • Worüber reden wir hier, was ist Kindesmissbrauch in England ?

    Ab 14 oder 18 die Grenze für strafbares Verhalten und ist man in England noch mit 14 ein Kind oder juristisch gesehen ein Jugendlicher wie in Deutschland ?

    Geht es hier um freiwilligen Verkehr oder aber Vergewaltigungen ?

    Ich persönlich denke nicht das es strafbar ist in England eine Beziehung mit einem 16 jährigem einzugehen, unmoralisch wäre das erst recht nicht

    Die Hysterie ist übertrieben, sie geht wohl auf diesen Moderator Freund von Glitter oder so zurück, der hatte aber nicht Sex mit kleinen Jungs, sondern offenbar kleine Mädchen mit Zwang missbraucht

    Soviel also zum Verdacht, dass angeblich Schwule immer oder fast immer pädophil sein sollen, der schlimmste Sexskandal kam ja wohl von einem pädophilen HETEROsexuellen, um das auch mal zu sagen
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