https://queer.de/?17853
Forderung
Irland: Volksentscheid über Ehe-Öffnung?
- 14. November 2012 2 Min.

Vizeregierungschef Eamon Gilmore will einen raschen Volksentscheid
Der stellvertretende irische Premierminister Eamon Gilmore setzt sich für einen Volksentscheid zur Ehe-Öffnung ein – das Referendum solle "so schnell wie möglich" durchgeführt werden.
Am Montag erklärte Gilmore im Radiosender RTÉ, dass es an der Zeit sei, Homosexuellen im Land endlich die gleichen Rechte zu geben: "Ich denke, man kann Menschenrechte nicht vertagen", sagte der 57-Jährige. Die Ehe-Öffnung sei eines der wichtigsten Themen, die in einem Anfang Dezember beginnenden Konvent über die Reform der Verfassung behandelt werden müsse.
Gilmore ist Parteivorsitzender der sozialdemokratischen Labour Party. Die Partei regiert derzeit in einer Koalition mit der konservativen Fine Gael, die der Ehe-Öffnung distanzierter gegenübersteht. Allerdings setzt sich die Jugendorganisation der Konservativen für die Gleichstellung ein. Neben Labour befürworten auch die rechtsliberale Fianna Fáil, die Grünen sowie die linksgerichtete Sinn Féin die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.
Aktivisten: Irland soll Europa bei Homo-Rechten führen
Homo-Gruppen haben den Vorstoß des Vize-Regierungschefs begrüßt: "Es ist Zeit für die Ehe-Gleichstellung. Wir wollen, dass Irland diese Bewegung anführt mit Ländern wie Spanien und Portugal und nicht hinterherzuckelt", erklärte Moninne Griffith von der Gruppe "Marriage Equality".
Mehreren Umfragen zufolge würden derzeit 70 Prozent der Iren die Ehe-Öffnung befürworten. Dabei galt das ehemalige Agrarland als sehr konservativ und legalisierte gleichgeschlechtlichen Sex erst 1993. Im Jahr 2010 führte das Land eingetragene Lebenspartnerschaften ein, die alle Rechte mit Ausnahme des Adoptionsrechts enthalten (queer.de berichtete). Insbesondere die einst mächtige katholische Kirche hat gegen die Gleichstellung gekämpft. Sie hat aber in den letzten Jahren nach Missbrauchsskandalen und darauf folgenden Vertuschungsversuchen an Autorität eingebüßt. (dk)














