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- 14. November 2012 3 Min.

Altmeister Vyvyan Ayrs (Jim Broadbent) und Robert Frobisher (Ben Whishaw) komponieren das "Wolkenatlas-Sextett" (Bild: Cloud Atlas Production)
Im Mammutfilm "Cloud Atlas" spielt der junge Brite Ben Whishaw gleich fünf Rollen – neben dem schwulen Komponisten Robert Frobisher auch die betuliche Ehefrau Georgette.
Von Peter Fuchs
Welche seiner fünf Rollen in "Cloud Atlas" bereiteten Schauspieler Ben Whishaw den meisten Spaß? "Als Hugh Grants Ehefrau eine Bettszene mit ihm zu haben", plauderte der junge Brite mit trockenem Humor auf einer Pressekonferenz aus dem Nähkästchen.
Nach seiner interessanten Besetzung als neuer "Q" im aktuellen James-Bond-Film kommt er nun gleich in mehreren Rollen in der Verfilmung des Bestsellers "Der Wolkenatlas" ins Kino. Neben der erwähnten Ehefrau namens Georgette gibt er noch einen vollbärtigen Plattenverkäufer in San Francisco oder einen zotteligen Stammeskrieger, der in einer postapokalyptischen Welt der Zukunft massakriert wird.
Ein schwuler Komponist in den 1930er Jahren

Überzeugend auch in einer weiblichen Rolle: Ben Whishaw als Georgette (Bild: Cloud Atlas Production)
Seine wichtigste Rolle ist jedoch die des schwulen Musikers Robert Frobisher. Der junge Komponist wird in den 1930er Jahren von seinem Liebhaber (James D'Arcy) getrennt und bricht auf, um sich in der Kunst einen Namen zu machen. Bei einem Altmeister findet er einen Job als Assistent und komponiert dort sein Meisterwerk, das titelgebende "Cloud Atlas Sextett". Doch sein Chef ist noch nicht so abgeklärt und altersweise wie Frobisher vermutet. Es kommt zum Kampf der Künstler, der in einem melodramatischen Showdown endet. Ben Whishaw erledigt das mit der optimalen Dosis an Pathos. Das Ende dieser Geschichte lässt im Kino garantiert so manche Träne kullern.
Der ganze Film ist ein ehrgeiziges Projekt. Die Handlung umfasst über 500 Jahre und reicht vom 18. Jahrhundert bis in die ferne Zukunft. Die Handlung setzt sich aus sechs verschiedenen Handlungssträngen zusammen, die lose miteinander verbunden sind. Die Erzählung erfolgt nicht linear, sondern springt hin und her. Das ist manchmal reizvoll, aber in den mehr als zweieinhalb Stunden, die der Film dauert, auch anstrengend. Außerdem poppen in diesem Film gleich mehrere Genres auf: Vom Wirtschaftskrimi über den Psychothriller bis zum Science-Fiction-Abenteuer ist einiges los.
Ist wirklich alles verbunden?

Die zeitlich früheste Geschichte spielt um 1850 auf einem Schiff nach Kalifornien: David Gyasi spielt den Sklaven Autua (l.), der sich mit dem Notar Adam Ewing (Jim Sturgess) anfreundet (Bild: Cloud Atlas Production)
Das Regietrio – der deutsche Tom Tykwer und die Geschwister Wachowski – schaffen spannende, komische und romantische Einzelmomente, schon der Menge wegen ist viel Schönes dabei. Aber die separaten Szenen fügen sich letztlich nicht zu einem großen Ganzen. Der Slogan des Buchs "Alles ist verbunden" bleibt in der Verfilmung eine Behauptung.
Man kann sich in den 164 Minuten aber an den spektakulären Masken erfreuen. So taucht Halle Berry zwischendurch als weiße Jüdin, die vor den Nazis geflohen ist, auf. Kurz danach ist sie ein kleiner koreanischer Doktor im 23. Jahrhundert. Ein richtiger Hingucker ist Hugh Grant als Anführer einer fiesen Kannibalentruppe, ebenso wie der Kurzauftritt von Katy Karrenbauer. Sie gibt in der deutsch-amerikanischen Produktion eine betrunkene Schottin mitten in einer Massenschlägerei. Für Fans der einzelnen Schauspieler ist "Cloud Atlas" also zu empfehlen, für Groupies von Ben Whishaw sogar Pflicht.
Cloud Atlas. USA/Deutschland 2012. Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer. Darsteller: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Ben Whishaw, James D'Arcy, Susan Sarandon, Hugh Grant u.v.m. Kinostart: 15. November 2012
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[Überzeugend auch in einer weiblichen Rolle: Ben Whishaw als Georgette]
wieso muss ich bei diesem foto nur immer an HEIDI BRÜHL denken ......???