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Vorwurf der Homophobie
Xavier Naidoo fühlt sich missverstanden
- 15. November 2012 3 Min.

Xavier Naidoo als Juror bei "Voice of Germany" (Bild: ProSiebenSat.1)
Xavier Naidoo und Kool Savas bestreiten, dass ihr Song "Wo sind sie jetzt" homophob ist und zur Gewalt aufruft. Pro Sieben und Sat.1 halten derweil an Naidoo als "Voice of Germany"-Juror fest.
Die Linksjugend hatte Naidoo und Savas bei der Staatsanwaltschaft Mannheim angezeigt und ihnen den Aufruf zu Straftaten und zur Volksverhetzung vorgeworfen (queer.de berichtete). In der Kritik stand ein verstecktes Lied am Ende ihrer Nummer-eins-CD "Gespaltene Persönlichkeit", in dem es unter anderen heißt: "Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?". Die Staatsanwaltschaften prüfen derzeit, ob die Textpassagen unter die Kunstfreiheit fallen oder gewaltverherrlichend oder volksverhetzend sind.
Via Facebook haben sich nun am Donnerstag die beiden Künstler erstmals zu den Vorwürfen geäußert. Sie beharren darauf, dass die Texte nicht als Aufruf gegen Homosexuelle verstanden werden sollen, sondern sich gegen Männer richten, die Kinder misshandelten: "Ich habe versucht, mich in das dort Gesehene und Gehörte hineinzuversetzen. Ich glaube nicht, dass diese Täter schwul oder pädophil sind", so Naidoo. "Ich habe, da ich selbst im Alter von acht Jahren in die Hände eines pädophilen Mannes geraten bin, in gewisser Hinsicht Verständnis für deren tragisches Schicksal, da sie Triebtäter sind. Und gegen ihren Trieb nichts ausrichten können". Den Text habe er geschrieben, nachdem ihn eine NDR-Dokumentation über Kindesmissbrauch aufgewühlt habe.
Keine Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie beabsichtigt

Kool Savas: Textzeilen "falsch verstanden"
Naidoo wehrt sich auch gegen den Vorwurf von Linkspolitiker Frank Laubenburg, der ihm einen "Führerkomplex" vorgeworfen hatte. Grund für den Vorwurf war die Textzeile: "Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?". Das Wort "Führer" habe hier aber nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun: "Natürlich gilt der Ruf im Refrain unter anderem unseren aktuellen Führern, Politikern und Verantwortlichen in Medien, Polizei, Verfassungs- und sogar Staatsschutz".
Auch Kool Savas erklärte, die Texte richteten sich nicht gegen Schwule: "Ich möchte klar stellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen, oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen. Ich hatte auch nie den Eindruck, dass die Textzeilen von Xavier falsch verstanden werden könnten".
Wer Schwule hasst, "hat Jesus nicht verstanden"
Naidoo sagte weiter, dass er sich entgegen den Vorwürfen für Homosexuelle einsetze und Diskriminierung falsch sei: "Ich stehe, seit ich denken kann, mit der katholischen Kirche auf Kriegsfuß, weil sie Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht respektiert und akzeptiert." Diese Haltung sei "völlig inakzeptabel", sagte der 41-Jährige weiter. "Wer gegen diese Menschen Verachtung und Hass aufbringt, der hat Jesus nicht verstanden".
Pro Sieben und Sat.1 halten unterdessen an Naidoo als Juror ihrer Castingshow fest: "Natürlich bleibt er Coach bei 'The Voice of Germany'", erklärte Sendersprecher Christoph Körfer gegenüber der Onlineausgabe des "Kölner Stadtanzeigers". Die Linksjugend hatte eine Ablösung Naidoos gefordert. (dk)















Xavier Jesus Naidoo:
"Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. "