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Autrittsverbot angedroht
Ein schwuler Kuss erschüttert Vietnam
- 15. November 2012 2 Min.

Dieses Bild hat in Vietnam für Empörung gesorgt
Das vietnamesische Kulturministerium droht dem bekanntesten Popstar des Landes mit einem Auftrittsverbot, weil er in der Öffentlichkeit einen buddhistischen Mönch geküsst hatte.
"Dieses Verhalten war anstößig und sollte bestraft werden", erklärte das Ministerium in einer Pressemitteilung am Dienstag, nachdem ein Bild des Sängers Dam Vinh Hung im Internet aufgetaucht ist, in dem er bei einer Benefizveranstaltung einem Mönch einen Schmatzer auf den Mund gibt. Ein Sprecher der Regierung wurde auf Anfrage der dpa konkreter: "Es ist ungehörig, einen buddhistischen Mönch auf den Mund zu küssen. Unsere Gesellschaft ist nicht bereit für homosexuelle Küsse", so Vuong Duy Bien, der die Abteilung für darstellende Künste im Kulturministerium leitet.
Der Kuss ereignete sich in einem Club in Ho-Chi-Minh-Stadt. Bei einer Veranstaltung wurde Geld für Tumorpatienten gesammelt. Hung hat deshalb eine Flasche Wein versteigert – und versprochen, dass er den Sieger als Dankeschön einen Kuss geben werde. Schließlich ersteigerten zwei Mönche den Wein für 55 Millionen Dong (2.000 Euro). Der Popstar löste daraufhin sein Versprechen ein. Er küsste einen Mönch auf den Mund und den anderen auf die linke Hand.
Mönche haben Kontaktsperre
Auch die beiden Mönche wurden für die "Tat" bestraft. Sie dürfen in den nächsten drei Monaten das Kloster nicht verlassen und keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Dong droht ein dreimonatiges Auftrittsverbot und eine Geldstrafe.
In Vietnam hat es hat zwar nie ausdrücklich Gesetze gegen Schwule und Lesben gegeben, allerdings ist Homosexualität in der Gesellschaft verpönt, weil sich diese sexuelle Orientierung gegen das konfuzianische Idealbild der Familie richtet. Auch die Kommunisten, die das Land seit Jahrzehnten in einer Ein-Parteien-Diktatur regieren, haben in der Vergangenheit Homosexualität immer wieder als "gesellschaftliches Übel" bezeichnet und mit Prostitution, Glücksspiel und Drogenmissbrauch verglichen.
Dennoch haben Homo-Aktivisten in den letzten Jahren damit begonnen, sich zu organisieren. Im August wurde der erste CSD des Landes in Hanoi ausgetragen (queer.de berichtete). Zudem hat der Justizminister vor wenigen Monaten erstmals erklärt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare vom Staat geschützt werden sollten (queer.de berichtete). (dk)














