https://queer.de/?17871
"Teuflische" Homosexuelle
Lukas-Schule: Homophobe Lehrer dürfen bleiben
- 16. November 2012 2 Min.

Die Webseite der Lukas-Schule
Die evangelische Lukas-Schule in München hat zugegeben, dass Homosexuelle im Unterricht als "missverständlich" dargestellt wurden – personelle Konsequenzen will die Landeskirche aber nicht ziehen.
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte Ende Oktober berichtet, in der Schule werde gelehrt, dass Schwulen und Lesben der Teufel droht (queer.de berichtete). Daraufhin hat die Landeskirche Ermittlungen angekündigt und 900 Eltern angeschrieben und um weitere Informationen gebeten. Am Donnerstag stellte Oberkirchenrat Detlev Bierbaum die Ergebnisse vor. In dem Bericht heißt es, dass "missverständliche Äußerungen gemacht worden [sind] zum Bereich der Homosexualität". Allerdings habe es sich dabei um "Einzelfälle" gehandelt. In der Schule herrsche "kein Klima der Angst". Insgesamt hätten als Reaktion auf die Debatte nur zwei Elternpaare ihre Kinder abgemeldet.
Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Vorsitzende der Schule noch gemutmaßt, dass die Vorwürfe der "Fantasie einer wütenden Mutter" entspringen würden. Nun gibt die Landeskirche zu, dass die Schule in Teilen ein fundamentalistisches Weltbild verbreitet habe. "Was für mich in der Tat schwierig ist, dass hier eine Bibel verteilt worden ist von John McArthur mit einem kreationistischen Hintergrund", erklärte Oberkirchenrat Bierbaum. MacArthur ist in den USA ein gern gesehener Talkshowgast, der unter anderem auf CNN erklärt, dass Schwule und Lesben "die Familie vernichten" würden.
Keine Konsequenzen für homophobe Lehrer
Wegen der Vorfälle gibt es keinerlei personelle Konsequenzen. Die Lehrer, die Stimmung gegen Homosexuelle und Lehrinhalte wie die Evolutionstheorie gemacht hätten, seien in "Einzelgesprächen" darauf hingewiesen worden, dass sie sich an den Lehrplan halten müssten.
Auch Schulleiter Jörg Birnbacher bleibt im Amt. Der frühere Vorsitzende des "Forums Geistige Wende" hat immer wieder homofeindliche Texte veröffentlicht. So warf er "radikalen Homo-Aktivisten" 2006 anlässlich des Besuchs des damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski ein "pöbelhaftes Verhalten" vor, "das den guten Ruf unseres Landes schädigt". Er forderte die Behörden indirekt auf, die schwulen und lesbischen Aktivisten mundtot zu machen, weil sie "für ihre absurden politischen Forderungen keine vernünftigen Argumente vorbringen" könnten. (dk)















--> Einzelgespräche mit diesen Lehrern, die teilweise verbeamtet sein dürften, sind zu wenig.
Da müssen ganz klar schärfere disziplinarrechtliche Mittel kommen.
--> Vor allem geht es in landeskirchlichen Institutionen auf gar keinen Fall, das Bibeln verwendet werden, die von Freikirchen in den USA verbreitet werden. In den Lehrplänen ist genau festgehalten, welche Bibeln hier in Deutschland im Religionsunterricht verwendet werden.