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Teil 2 unserer Sexperten-Serie
Mr. Mojo: Online-Dating perfekt!
- 17. November 2012 4 Min.

Der Mann mit dem goldenen Cockring im Logo will Erfahrungen mit euch austauschen
Immer nur Pech bei Verabredungen über die Onlineportale? Dein persönlicher Sexperte nennt die drei Grundregeln für ein gelungenes Date per Web.
Neulich in meiner Lieblingsbar: Wie immer schaue ich mich erst mal ein bisschen um, sondiere, wer alles da ist. An der Theke sitzt ein neuer Gast, den ich vorher noch nie gesehen habe. Er gefällt mir, trägt ein offenes Lächeln im Gesicht. Aber ob er an mir interessiert ist? Solange ich es nicht ausprobiere, werde ich es nie erfahren. Ich gehe auf ihn zu, wähle aus meinem Begrüßungs-Formelfundus das Kompliment: "Hallo, netter Mann…" (Ja, ich weiß, es gibt originelleres). Er starrt mich sekundenlang wortlos an, keinerlei Regung in seinem Gesicht. Und dann antwortet er: "Meine Kacke sieht wesentlich besser als du!"
Ihr glaubt mir diese Story nicht? Nun, sie stimmt. Nur war der Ort, an dem sie passiert ist, ein bekanntes großes Datingportal für Schwule. Es sind immer wieder Stimmen zu hören von Leuten, die völlig genervt sind vom Onlinedating, ihr Profil immer weniger nutzen oder gar löschen, und es auf anderen Plattformen oder Wegen zu versuchen. Die Unzufriedenheit speist sich vor allem aus dem Umgang miteinander. Hätte mir jemand, der mir real in einer Bar gegenübersteht, eine solche Beleidigung an den Kopf geworfen, wäre dies ein triftiger Anlass für eine der höchst seltenen Prügeleien in einer schwulen Location gewesen. Aber solch ein Affront ist hier die absolute Ausnahme, im Web kann sie einen jederzeit treffen.
Weil Frust völlig unsexy ist, hier die drei wichtigsten Tipps, wie ihr beim Anbahnen freundschaftlicher wie sexueller Kontakte auf dem virtuellen Wege euer Mojo maximal erhöhen könnt:

Onlinedating muss nicht im Frust enden (Bild: barsen / flickr / by-sa 2.0)
Drück den Button "Inhaltscheck". In der Textverarbeitung helfen die roten Kringellinien unter den Wörtern, Rechtschreibfehler zu entdecken. Da es so eine Funktion leider nicht für den Inhalt gibt, müsst ihr die Nettiquette-Prüfung in eurem Kopf starten. Am besten hilft die eben beschriebene Vorstellung, ihr würdet euch in einer Bar gegenübersitzen. Würdest du das, was du gerade geschrieben hast, dem Gegenüber auch direkt ins Gesicht sagen? Wenn ja, bitten "Senden" drücken, wenn nicht, bitte neu formulieren.
Klischee-Filter justieren. "Bitte keine Tunten, Spinner und Faker". Gibt es irgendjemanden, der sich selbst als Spinner oder Faker einordnen würde und dadurch abschrecken lässt, zu spinnen oder zu faken? Und ab wann ist man eine Tunte? Wenn man eher femininer im Auftreten ist oder in der Freizeit Fummel trägt? Oder erst, wenn man sich selbst – mit entsprechendem Tuntennamen versehen und mit Selbstbewusstsein ausgestattet – zur Tunte erklärt, wie zum Beispiel in Berlin Nina Queer? Diese ganzen Erklärungen in den Profilen, wen man alles nicht auf der Matte stehen haben will, sind Ausgrenzungen, die häufig auf Vorurteilen beruhen. Das gilt auch für den in letzter Zeit so populär gewordene "Hetero-Like"-Typ, der gewünscht wird. "Hetero" ist nicht mehr als eine Kategorie für eine sexuelle Orientierung. Alles andere sind Stereotypen zu einem gewünschten Rollenverhalten. Es gibt Heteros, die verhalten sich wie Macho-Kotzbrocken und andere, die sind unendlich liebenswert.
Suchfilter lockern. Toll, was man alles beim Dating über die Suchfilter finden kann: Einen XXL-Träger, der rein passiv ist und das Sternzeichen Steinbock trägt, zum Beispiel. Die Filter sind gnadenlos. Wer 81 statt 80 Kilo wiegt, fliegt raus. Wer einen "durchschnittlichen" Körperbau statt eines athletischen hat, wird ausgeblendet. Besonders allem an der Altersgrenze gilt der Schießbefehl. Stell dir wieder die Bar vor, in der "Opis" (laut Definition vieler User ab ca. 35) oder "uralte Opis" (ab ca. 50) keinen Zutritt haben. Nur wer sich nicht völlig auf die Filterfunktionen verlässt, um seine gewohnte Einheitskost serviert zu bekommen, hat die Chance, völlig überraschend auf einen besonders "leckeren" Mann zu stoßen, den man sonst nie wahrgenommen hätte. Ganz wie im wahren Leben…
ursprünglich eine Sammlung magischer Zauberrituale. Heute ist es englischer Slang, der für Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Sex Appeal steht.
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