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  • 13. Oktober 2004 9 1 Min.

Rom Im Streit um die anti-homosexuellen Äußerungen des designierten EU-Innen- und Justizkommissars Rocco Buttiglione sorgt ein weiterer italienischer Politiker für Kritik. Der Minister für Italiener im Ausland, Mirko Tremaglia, kommentierte die Entscheidung eines EU-Ausschusses zur Ablehung Buttigliones mit dem Satz: "Armes Europa. Die Schwuchteln sind in der Mehrheit". Tremaglia verteidigte am Mittwoch die Verwendung des Begriffs: "Ich habe nur das Wort 'gay' ins Italienische übersetzt", so der 78-Jährige. "Heutzutage ist in den Zeitungen von der 'Gay-Lobby' die Rede. Ich habe die gleiche Formel benutzt, allerdings ins Italienische übersetzt." Der Zeitung "Corriere della Sera" sagte er: "Nun, ich bin eben vom Land, und dort sagt man 'Schwuchteln'." Er verteidige lediglich die katholischen Werte, die ihm die Eltern vermittelt hätten, sagte er weiter. "Schwul zu sein war in meiner Heimat absonderlich und nicht gut." Der italienische Außenminister Franco Frattini warf indessen EU-Parlamentariern vor, mit der Ablehnung der italienischen Regierung schaden zu wollen. (nb/pm)

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Gebt Rocco Buttiglione eine Chance!
-w-

#1 LandeiAnonym
  • 13.10.2004, 16:28h
  • Wann genau wird die Regierung Berlusconi in die "Geschlossene" weggesperrt? DAS ist nicht die Stimme der restlichen italienischen Bevölkerung. Und SO Landeier haben nun wohl auch nichts in einer Regierung zu suchen - ist ja schon mehr als peinlich.
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#2 skydiver
  • 13.10.2004, 16:43hStuttgart
  • In einem Punkt gebe ich Mirko Tremaglia recht: "Die Schwuchteln sind in der Mehrheit!" und das ist auch gut so !!!
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#3 LandeiAnonym
  • 13.10.2004, 17:00h
  • :-)dazu passt dann noch das, was ich gerade in der "Zeit" las:

    Sünder

    Homosexualität in Brüssel

    Rocco Buttiglione berief sich auf Kant und sprach doch wie der Papst. Zwischen Recht und Moral gebe es einen Unterschied, dozierte der designierte EU-Kommissar für Justiz und Berater des Vatikans vor dem Europaparlament. Und darum sei er so frei, Homosexualität für eine Sünde zu halten und dennoch die europäische Grundrechte-Charta zu respektieren. Die weltliche Strafe folgte auf dem Fuße, die Abgeordneten vom Ausschuss für bürgerliche Freiheiten verweigerten dem Italiener die Approbation (ohne Folgen, denn nur der Kommissionschef kann ihm kündigen).

    Ein Nord-Süd-Konflikt, kamen die Gewissensfragen doch von einer holländischen Grünen und einem britischen Labour-Mann. Abgeblitzt, weil da linke Dunkelmänner die Strippen ziehen, schwört darum Buttigliones bisheriger Boss Silvio Berlusconi. Darf, wer wie Buttiglione denkt und redet, im ansonsten meinungsfreudigen Brüssel also nicht Kommissar werden? Er darf und soll sogar: Diese Union ist eine Gesellschaft der Toleranz und Differenz. Toleranz kann der katholisch konservative Kommissar bald beweisen. Denn in Brüssel sitzt ihm die personifizierte Sünde als geschätzter Kollege gegenüber: Der britische Kommissar Peter Mandelson macht nämlich aus seiner Homosexualität überhaupt kein Geheimnis.
    Joachim Fritz-Vannahme

    (c) DIE ZEIT 14.10.2004 Nr.4
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