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Nacktsein verboten

San Francisco wird prüder


Diese Aktivisten haben im Oktober für ihren Kandidaten bei den Lokalwahlen geworben – natürlich im Adamskostüm

Der schwul-lesbische Castro District in San Francisco galt als Hochburg des freien Lebens, in dem man schon mal im Adamskostüm herumlaufen durfte – damit soll jetzt Schluss sein.

Der Stadtrat der Westküstenmetropole hat am Dienstag mit sechs gegen fünf Stimmen beschlossen, dass in der Öffentlichkeit Kleider angelegt werden müssen. Fortan soll jeder Person, die das fünfte Lebensjahr vollendet hat, laut Stadtverordnung die "Genitalien, den Damm und die Analregion" unter Klamotten verstecken.

Sollte der Stadtrat in einer zweiten Abstimmung bei seiner Entscheidung bleiben und der Bürgermeister dem Verbot wie erwartet zustimmen, tritt es am 1. Februar 2013 in Kraft. Ein erstmaliger Verstoß gegen das Gesetz soll dann 100 Dollar (knapp 80 Euro) kosten – Wiederholungstäter können mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Dollar und einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr belegt werden.

Nackte sind besonders im Hippie-Stadtteil Haight-Ashbury und im schwul-lesbischen Castro District anzutreffen. Für besondere Anlässe wie das Folsom-Fetischfest und den CSD soll es aber Ausnahmeregelungen geben, ebenso wie für Halloween.

"Die Nackten sind überall"

Zwar äußern sich viele Anwohner empört über die Einschränkung der Freiheitsrechte, allerdings habe sich die Nacktheit in letzter Zeit zum Problem entwickelt, erklärte Andrea Aiello vom Stadtteilverband "Castro Community Benefit District": "Vor drei, vier Jahren, gab es hier ab und zu mal einen Nackten auf der Straße. Aber jetzt sind sie überall", so Aiello. Zudem gab es zunehmend Beschwerden über Nudisten, die einen Cockring tragen (queer.de berichtete).

Von einer veränderten Bevölkerungsstruktur im Castro berichtet der Sexshop-Mitarbeiter Philip Parr im Magazin "Business Insider": "Die Community hat sich verändert. Viele Leute haben jetzt Kinder, oft durch Adoptionen", so Parr. Unter diesen Eltern sei die Nacktheit zum Ärgernis geworden.

Ironischerweise wurde das Verbot von Ratsherr Scott Wiener vorgeschlagen, der auch den Castro District vertritt. "Wiener" ist auf Englisch einer der geläufigsten Spitznamen für Penis. Der Lokalpolitiker hatte bereits 2011 durchgesetzt, dass Nackte auf Parkbänken und Stühlen in öffentlichen Restaurants Handtücher legen müssen, wenn sie diese nutzen wollen. (dk)

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#1 Timm JohannesAnonym
  • 21.11.2012, 19:03h
  • Die Entscheidung begrüße ich sehr. Man muss nicht nackt durch die Strasse rennen, wenn Kinder gerade auf dem Weg zur Schule sind.

    Im Übrigen als ich in San Francisco im Urlaub war und mit meinem Mann durch das Castro Viertel gewandert bin, da lief da KEIN einziger nackter Mensch herum und es war echt warm genug an jenen Tagen.

    ALSO schon lange scheinen da überhaupt keine nackten Menschen mehr herumzulaufen ("das muss in den 1970er vielleicht der Fall gewesen sein, aber ist schon lange nicht mehr dort üblich").
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#2 Leo GAnonym
#3 doppelmoralAnonym
  • 21.11.2012, 19:10h

  • Tja während von den fast nackten Femen so viele Homos begeistert waren, begrüßen viele jetzt die Prüderie die in San Francisco vor allem die schwulen Männer betreffen wird.
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