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"Homo-Propaganda"

Keine Geldstrafe für Madonna

  • 22. November 2012 10 2 Min.

Madonna hielt in St. Petersburg Schilder in Regenbogen­flaggen mit dem Aufdruck "Keine Angst" in die Luft. War das Propaganda?

Die Sängerin Madonna muss keine Geldstrafe für ein Konzert in St. Petersburg im August zahlen. Mehrere Gruppen hatten den Popstar wegen des neuen Gesetzes gegen "Homo-Propaganda" vor Gericht gebracht und im Rahmen einer Zivilklage 333 Millionen Rubel (8,5 Millionen Euro) verlangt.

Nach einer rund fünfstündigen Verhandlung entschied das Gericht gegen die neun Kläger (die "Gewerkschaft russischer Bürger" und acht andere kremlnahe Organisationen). Sie müssen den ebenfalls verklagten Konzert- und Musikagenturen nun Kosten von rund 1.500 Euro ersetzen. Madonna erhält nichts: Trotz einer Vorladung waren weder sie noch ein Rechtsbeistand aufgetaucht.

Letztlich fehlte es den Klägern vor allem an Beweisen, die meisten waren bei dem Konzert nicht anwesend und beriefen sich auf Einträge in Wikipedia und sozialen Netzwerken. Auch konnte kein "geschädigtes" Kind gefunden werden. Zumindest der Richter wollte auf verpixelten Konzertmitschnitten keine Kinder erkennen.

Ansprache beim Konzert

Das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" war Anfang des Jahres unter großer internationaler Kritik in Kraft getreten – es verbietet "Werbung" für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" im Beisein von Minderjährigen.

Im Vorfeld hatte es Stimmen gegeben, dass Madonna deswegen ihr Konzert absagen oder zumindest ihre Stimme gegen das Gesetz erheben sollte. Das tat sie dann auch: Regenbogenflaggen und pinke Armbänder wurden verteilt, die Sängerin selbst hielt eine Ansprache (queer.de berichtete): "Ich bin hier, um zu sagen, dass Schwule und Lesben hier und auf der ganzen Welt die gleichen Rechte haben. Die gleichen Rechte, mit Würde, mit Respekt, mit Toleranz, mit Mitgefühl, mit Liebe behandelt zu werden."

Kein "Propaganda"-Gesetz in Moskau

Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass es in Moskau vorerst kein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" geben wird. Ein entsprechende Vorlage war erst wenige Tage zuvor in die regionale Duma eingebracht worden (queer.de berichtete vor wenigen Stunden), soll aber nach übereinstimmenden Berichten keine Mehrheit unter den Abgeordneten finden.

Ein Sprecher des Parlaments sagte der Agentur Ria Novosti, die für den 8. Dezember zur Abstimmung vorgesehene Vorlage verstoße nach Ansicht der Abgeordneten gegen das landesweite Recht. Neben St. Petersburg gibt es derzeit in Archangelsk, Kostoma, Magadan, Nowosibirsk, Rjasan, Samara und Krasnodar entsprechende Regelungen. (nb)

-w-

#1 TheSumOfUS
  • 22.11.2012, 21:20hStuttgart
  • "papa don't preach"....... *sing*
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#2 MarcAnonym
  • 22.11.2012, 23:30h
  • Die werden wahrscheinlich eingesehen haben, dass sie sich damit nur lächerlich gemacht hätten und Madonna das nie gezahlt hätte.

    Leider haben weniger prominente und mächtige Personen nicht dieses Glück und müssen mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass die Weltöffentlichkeit davon erfährt.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.11.2012, 00:04h
  • Sehr gut! Ich hätte gerne mal die betretenen und von Haß zerfressenen Visagen der Kläger gesehen!
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