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  • 23. November 2012 69 2 Min.

Der Junge besuchte die Cavour-Schule in Rom – und wurde dort offenbar von Mitschülern und Lehrern gemobbt

Ein schwuler Teenager hat sich in Rom das Leben genommen, nachdem er offen von Mitschülern und Lehrern wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt wurde. Aktivisten fordern nun schärfere Gesetze.

Wie italienische Medien berichten, hat sich der 15-Jährige eines Gymnasiums in Rom am Mittwoch vor den Augen seines jüngeren Bruders aufgehängt. Zuvor war er offenbar massiv gemobbt worden. So hätten sich Mitschüler über ihn lustig gemacht, weil er oft rosafarbene Kleidung trug. Ein Unbekannter habe sogar ein Facebook-Profil gefälscht mit dem einzigen Ziel, den Schüler lächerlich zu machen.

Am Dienstag ist der Junge nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" mit lackierten Nägeln in die Schule gekommen – und sei dafür von einem Lehrer öffentlich getadelt worden. Keine 24 Stunden später beging er Selbstmord im Haus seiner Eltern.

Italien: Kaum Gesetze zum Schutz von Homosexuellen

Homo-Aktivisten haben angekündigt, Gedenkkundgebungen für den Teenager in Rom abzuhalten. Sie beklagen, dass Italien im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern beim Thema Homo-Rechte weit abgeschlagen sei. "Wir brauchen ein Gesetz gegen Homophobie und das Parlament könnte in dieser Frage aktiv werden", erklärte Vincenzo Branà von der Gruppe Arcigay. Er forderte die Politiker auf, wegen der "Notfallsituation" schnell zu handeln. Allerdings lehnte die Parlamentsmehrheit erst im vergangenen Jahr ein von den Sozialdemokraten eingebrachtes Anti-Homophobie-Gesetz ab (queer.de berichtete).

Italien erkennt auch keine Homo-Partnerschaften an und hat nur einen begrenzten Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben – so dürfen etwa Homosexuelle anders als in Deutschland beim Zugang zu Dienstleistungen wegen ihrer Sexualität benachteiligt werden. Homo-Aktivisten hoffen nun, dass das Thema im Wahlkampf wichtig wird: Die italienischen Parteien bringen sich derzeit für die Parlamentswahl in Stellung, die spätestens im April 2013 stattfinden wird.

Mobbing wurde in mehreren Studien als Hauptproblem für junge Homosexuelle ausgemacht. So kam vor wenigen Monaten eine britische Umfrage zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent von schwulen, lesbischen oder bisexuellen Schülern wegen ihrer Sexualität gemobbt werden (queer.de berichtete). Homophobe Sprache ist demnach an Schulhöfen weit verbreitet. (dk)

#1 MariusAnonym
  • 23.11.2012, 12:41h
  • Dass Schüler mobben ist nichts neues. Aber wenn auch noch Lehrer mobben, hat so eine fundamentalistische Gesellschaft nur den Untergang verdient.

    Da sieht man was Berlusconi und Vatikan angerichtet haben.
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#2 Tobi CologneAnonym
  • 23.11.2012, 12:47h
  • Wieder mal ein Beleg dafür, dass man umfassende rechtliche Regelungen gegen Diskriminierung braucht!!

    Hier in Deutschland ist ja die Union gegen jeden Diskriminierungsschutz und die FDP rechtfertigt ein Fehlen des Diskriminierungsschutz damit, dass das angeblich "der Markt" regele.

    Aber wir sehen wieder mal, dass "der Markt" ohne gesetzliche Regeln gar nichts von selbst regelt! Und der tote Schüler und alle anderen gemobbten Menschen haben gar nichts von den "Markt"-Spinnereien solcher neoliberalen Fundamentalisten.

    Da ähneln sich Deutschland und Italien.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 23.11.2012, 12:55h
  • "Und sie muß dabei nicht nur die Erde, das Wasser und die Luft als Schöpfungsgaben verteidigen, die allen gehören. Sie muß auch den Menschen gegen die Zerstörung seiner selbst schützen. Es muß so etwas wie eine Ökologie des Menschen im recht verstandenen Sinn geben. Es ist nicht überholte Metaphysik, wenn die Kirche von der Natur des Menschen als Mann und Frau redet und das Achten dieser Schöpfungsordnung einfordert. Da geht es in der Tat um den Glauben an den Schöpfer und das Hören auf die Sprache der Schöpfung, die zu mißachten Selbstzerstörung des Menschen und so Zerstörung von Gottes eigenem Werk sein würde. Was in dem Begriff Gender vielfach gesagt und gemeint wird, läuft letztlich auf die Selbstemanzipation des Menschen von der Schöpfung und vom Schöpfer hinaus. " Ratzinger 2009

    Diese ganz konkrete Zerstörung und Selbstzerstörung eines jungen Menschen ist ein Triumph für den Ratzingerismus, der in Italien sämtliche Bereiche der Gesellschaft kontrolliert, bis weit in die selbsternannte und sogenannte Linke hinein. Ratzingers Arme reichen leider sehr weit. Und manchmal sind sie Schulhof-Bullys.
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