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  • 23. November 2012 8 2 Min.

Tyler D. soll schuld sein am Tod seiner Ehefrau

Der charismatische Anführer einer evangelikalen Sekten-WG aus den USA, der sich als geheilten Homo­sexuellen bezeichnet, soll den Mord an seiner Frau in Auftrag gegeben haben.

In dem bizarren Fall ermitteln die Behörden in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri gegen der 26-jährigen Tyler D., der mit seiner Frau und mehreren meist männlichen Sektenmitgliedern in einem Haus zusammengelebt hatte. Die Frau war am 30. Oktober tot mit einer Tüte über ihrem Kopf in ihrem Wagen aufgefunden worden. Zunächst gingen die Ermittler von einem Selbstmord aus, da neben der Leiche ein Abschiedsbrief auftauchte. Wenige Tage später gab jedoch ein 23-jähriger Mitbewohner die Tat zu. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Tyler D. den Mord in Auftrag gegeben habe.

D. habe nach Ansicht der Ermittler Angst gehabt, dass seine Frau die Sekte verlässt oder ihrem Therapeuten über das bizarre Innenleben berichtet. Dieses schloss den Ermittlungen zufolge auch Sex der männlichen Sektenmitglieder und seiner Gattin als Teil einer "religiösen Erfahrung" ein, berichtet der "Kansas City Star". Auch von sexuellen Übergriffen auf die Ehefrau war die Rede. Sie soll dabei mit verschreibungspflichtigen Medikamenten eines anderen Sektenmitglieds betäubt worden sein.

"Geheilter Homosexueller"

Der Sektenführer habe sich trotzdem als geheilten Homosexuellen angesehen. Nach Aussagen von Freunden hatte D. geglaubt, er könne mit Religion sämtliche Probleme lösen, auch seine sexuellen Gefühle für Männer. "Er hat dagegen gekämpft und gewonnen", sagte ein Glaubensbruder aus.

Die Sekte hatte D. als "Gebetsgruppe" bereits während seines Studiums an einer Universität in Georgetown (Texas) gegründet und dabei mehrere Mitglieder geworben. Sie wurde Teil der 1.000 Mitarbeiter starken Missionseinrichtung "International House of Prayer" (IHOP), die derzeit jedoch eine enge Zusammenarbeit abstreitet. Nach Ansicht der Homo-Gruppe "Truth Wins Out" gehörte D. jedoch zu einem der aufkommenden charismatischen Stars des IHOP. So wurde er bis Anfang November auf der IHOP-Website als "Bereichskoordinator" aufgeführt.

Psychologenverbände warnen davor, die "Heilung" von Homosexuellen zu propagieren. Eine Therapie zur Veränderung der sexuellen Orientierung sei nicht erfolgreich und führe zu erheblichen psychologischen Problemen. Viele evangelikale Christen in den USA unterstützen jedoch die "Konversionstherapie". Wegen den Gefahren hat Kalifornien als erster US-Bundesstaat vor knapp zwei Monaten die "Homo-Heilung" für Jugendliche verboten (queer.de berichtete). (dk)

#1 Das passtAnonym
  • 23.11.2012, 16:34h
  • Das sollte eigentlich jeden überzeugen, dass der einzige "Erfolg" einer solchen "Therapie" darin bestehen kann, dafür zu sorgen, dass der Betroffene so viele andere schwerwiegendere psychische Probleme hat, dass ihm die Gelegenheit fehlt, sich ausgiebig in seinem Leid über seine Homosexualität zu suhlen - und er sich deshalb für geheilt hält...

    Eine Therapie gegen religiösen Wahn wäre das Einzige, das tatsächlich was bringen könnte.
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#2 NessiAnonym
  • 23.11.2012, 16:39h

  • schlimme sache. aber was soll die tat mit ex- gay zu tun haben?
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#3 HinnerkAnonym
  • 23.11.2012, 17:30h
  • Da sieht man wieder mal, welche tragischen Folgen solche angeblichen Heilungs-Therapien haben...

    Vor solcher Gehirnwäsche kann man gar nicht oft genug warnen!
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