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- 26. November 2012 2 Min.

"In diesem Jahr wird der Frankfurter Weihnachtsmarkt nicht nur etwas größer, sondern auch etwas bunter und schriller", schreiben die Veranstalter des Weihnachtsmarktes
Ein Kommentar eines Mitglieds der Freien Wähler zum ersten schwulen Weihnachtsmarkt in Frankfurt hat es zu einer regen Verbreitung in "christlichen" Medien gebracht. Am Montag startet in Frankfurt die "Rosa Weihnacht", wie die "Regenbogenarea" am Friedrich-Stoltze-Platz nach einem Namensstreit von "Pink Christmas" umbenannt wurde.
Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Römer, Wolfgang Hübner, hat dafür kein Verständnis und schrieb bereits in der letzten Woche auf der Parteihomepage: In "der bundesweiten 'Vielfalt'-Modellstadt Frankfurt am Main soll ab kommenden Montag der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte alljährliche Weihnachtsmarkt um eine Novität bereichert werden, die eine Erinnerung daran ratsam macht, was Weihnachten ist und wem wir es zu verdanken haben: Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wird mit einer 'Pink Christmas' titulierten Sonderzone für Schwule und Lesben vergrößert."
Hübner kritisiert, dass es dagegen keinen Protest "der staatsfrommen, auch den absurdesten Zuckungen des Zeitgeistes scheunentoroffenen Amtskirchen" geben wird. Aber auch Heiden könnten nicht verstehen, warum "Homosexuelle ausgerechnet auf dem Weihnachtsmarkt in besonderer, räumlich sogar abgesonderter Weise präsent sein sollen".
Homophobe Zerrbilder
Hübner nutzt die "Rosa Weihnacht", um letztendlich den Kommerz der Weihnachtsmärkte zu kritisieren – als wäre das eine völlig neue Entwicklung. Er nutzt dazu auch Zerrbilder: Schwule und Lesben seien "besonders konsumpotent bekannt und umworben", eine "kaufkräftige Bevölkerungsgruppe, die zudem nicht mit ärgerlich sperrigen Kinderwägen die Besucherflut um die Stände stört".
Das "christliche Medienmagazin 'pro'", das gerade auch Front gegen die ZDF-Serie "Götter wie wir" macht (queer.de berichtete), griff die Kritik auf, ebenso wie kreuz.net. Das katholische Hassportal warnte zugleich, Hübner könne sich nun auf einen "Homo-Kotsturm gefasst machen".
In diesen Tagen öffen schwul-lesbische Weihnachtsmärkte in Hamburg, Köln, München und Frankfurt ihre Pforten (queer.de berichtete). Am Morgen fragte diese Redaktion noch ohne Kenntnis der homophoben Gegenreaktion in der Umfrage der Woche, was die Leser von schwulen und lesbischen Weihnachtsmärkten halten. Bis zum Online-Stellen dieser Nachricht fand über die Hälfte von rund 100 Lesern, man brauche "nicht in jedem Bereich etwas eigenes". (nb)
Links zum Thema:
» Rosa Weihnacht Frankfurt















Schwule, die noch nicht komplett amerikanisiert sind und sich noch einen Rest von europäischer Kultur bewahrt haben, sollten so etwas meiden.