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Einzelkommentar zu:
Neue Schätzung: Rund 78.000 HIV-Positive in Deutschland


#4 Erster DezemberAnonym
  • 27.11.2012, 18:30h
  • Weitere Fakten zu HIV und AIDS, anlässlich des bevorstehenden Welt-AIDS Tages 1. Dezember 2012

    HIV und AIDS Ein Update

    Weltweit tragen am 1. Dezember Aktivisten
    ihren Kampf gegen AIDS an die Öffentlichkeit. Sie kämpfen für Menschenrechte: das Recht
    auf Aufklärung und Information, das Recht auf medizinische Behandlung nach den modernen Standards, gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Armut!

    Mitten im Leben: Menschen mit HIV und AIDS
    Große Fortschritte der medizinischen Therapie haben den Verlauf der HIV-Infektion nachhaltig verändert: inzwischen existieren Medikamente, die den Ausbruch von AIDS viele Jahre herauszögern und den Verlauf der Erkrankung erheblich bremsen können.

    Besonders wenn die medizinische Therapie früh einsetzt und gut anschlägt, können sehr viele Betroffene ein fast gesundes Leben führen. Die Lebenserwartung ist fast so hoch wie die der nicht von HIV Betroffenen. Die sexuelle Infektiosität von HIV-Infizierten kann durch eine intensive und engmaschig kontrollierte medizinische Therapie zeitweilig unterdrückt werden.

    Allerdings gibt es eine zunehmende Gruppe
    von HIV-Infizierten, die nach dem fünfzigsten
    Lebensjahr nach mehreren Jahren medizinischer Therapie unter den teilweise sehr beeinträchtigenden Nebenwirkungen der Medikamente und ersten Begleiterkrankungen leidet und eine umfassende Betreuung benötigt. Für Patienten mit resistenten Virenstämmen oder für jene, die ihre Medikamentenkombinationen mehrfach gewechselt haben, gibt es schließlich keine Behandlungsmöglichkeiten mehr.

    Die HIV-Infektion ist also zu einer schweren
    chronischen, behandelbaren Erkrankung geworden. Heilbar ist AIDS nicht, nach wie vor gibt es schwere und tödliche Verläufe. Auf breiter Ebene stehen diese effektiven Behandlungsmöglichkeiten nur in den reichen Industrieländern mit hoch entwickelten Gesundheits- und Sozialsystemen zur Verfügung. Deshalb gelten diese Aussagen zum Leben mit HIV und AIDS nur für Länder, in denen HIV-Infizierte ähnlich wie in Deutschland Zugang zu den aktuellen medizinischtherapeutischen Möglichkeiten haben.

    Einen wesentlichen Unterschied zu Nichtinfizierten macht das Wissen um die Möglichkeit schwer zu erkranken aus. Es ist für viele Betroffene ein immer wieder zu führender Kampf, sich nicht von Angst und Ungewissheit domi- nieren zu lassen, besonders, wenn die Verantwortung und Sorge für eigene Kinder hinzukommt. Sehr belastend für viele Menschen mit HIV ist auch das Wissen um die Möglichkeit, besonders durch sexuelle Kontakte den HI-Virus weiterzugeben.

    Das erschwert Partnerschaften und führt in vie-len Fällen dazu, dass Beziehungen zerbrechen oder aus der Angst heraus, sich oder den anderen zu gefährden, gar nicht erst eingegangen werden. Daher kann es für Betroffene eine große Entlastung sein, wenn es durch eine erfolgreiche medizinische Therapie gelingt, die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Virus auch bei sexuellen Kontakten drastisch zu verringern. Es kann viele Jahre dauern bis eine symptomlose, also nicht spürbare HIV-Infektion in die Phase der Erkrankung tritt. Auch deshalb wollen sich viele HIV-Infizierte nicht über den HI-Virus definieren (lassen), sondern wollen leben und wahrgenommen werden wie alle anderen gesunden Menschen.

    Allerdings leiden die Menschen, bei denen die Erkrankung AIDS ausgebrochen ist, oft unter sehr unangenehmen Begleiterkrankungen, die körperlich und seelisch belastend oder sogar zerstörerisch wirken. Neben das Aussehen stark verändernden Fettumverteilungsstörungen sind dann Krebserkrankungen und neurologische Veränderungen häufige Bestandteile der AIDS-Erkrankung.

    AIDS und Armut
    Durch die Infektion in jungen Jahren und frühe Erkrankung ergibt sich die besondere Problema-tik, dass die soziale Sicherung der Betroffenen etwa durch Rentenansprüche oder Ersparnisse, nicht gewährleistet ist. Dies führt dazu, dass viele HIV-infizierte und aidskranke Menschen, die nicht mehr arbeiten können, auf Sozialhilfe angewiesen und daher akut von Armut bedroht sind.

    Die seit 2006 eingeführten Zuzahlungen im Gesundheitswesen, die Verteuerung von Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen des täglichen Gebrauchs führen zur Überforderung gerade von Menschen, die als chronisch und schwer Erkrankte von Grundsicherung oder Arbeitslosengeld (ALG) II leben müssen.

    Das beste Mittel gegen AIDS: Aufklärung
    Ein sehr wichtiger Grund für die im internationalen Vergleich niedrigen und seit einigen Jahren sinkenden Neuinfektionszahlen und die geringer gewordene Ausgrenzung der Betroffenen ist die in Deutschland seit vielen Jahren konsequent durchgehaltene Linie, AIDS-Aufklärung möglichst umfassend und auf die Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten anzubieten und gleichzeitig gegen die Diskriminierung der von HIV und AIDS Betroffenen anzugehen.

    HIV und AIDS weltweit
    AIDS ist die Pandemie Nummer Eins: im Jahr
    2011 lebten weltweit etwa 34 (2001 = 29) Mil- lionen Menschen mit HIV, 2,5 (3,3) Millionen
    Menschen haben sich neu mit HIV infiziert,
    über 1,7 (1,9) Millionen Menschen sind weltweit an AIDS verstorben.

    HIV und AIDS in Deutschland
    Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes lebten Ende des Jahres 2011 in Deutschland 73.000 Menschen mit HIV und AIDS, 500 Aidskranke verstarben im letzten Jahr, 2.700 Menschen infizierten sich 2011 neu. 2.300 der Neuinfektionen betrafen Männer, die Sex mit Männern haben, 550 heterosexuelle Männer und Frauen und 150 HIV-Infektionen intravenös spritzende Drogengebraucher ...

    (UNAIDS Report on the Global AIDS Epidemic, 2011, www.unaids.org/en/; www.rki.de, www.aidshilfe.de, eigene Statistik und Schätzungen)

    Quelle: Text Peter von der Forst (Geschäftsführer AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.)

    www.duesseldorf.aidshilfe.de/fileadmin/downloads/info_nov_20
    12.pdf
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