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https://queer.de/?17958
  • 27. November 2012 19 2 Min.

Durch die deutsche Presse wandern ja manchmal dumme Wörter wie "Homosexuellenmilieu", die Assoziationen mit "Rotlichtmilieu" oder "Drogenmilieu" wecken und deshalb den Leser in eine falsche Richtung führen. Auch wir bei queer.de führen manchmal Diskussionen um die richtige Wortwahl ("Trans*Person", "Transperson", "Transmensch", "Trangender", "Transsexueller" oder doch ein anderes Wort?). Um derlei Zweifelsfälle zu vermeiden, hat die Nachrichtenagentur AP für ihre englische Berichterstattung ein neues "Style Book" herausgegeben. Darin wird unter anderem empfohlen, die Wörter "Homophobie" und "Islamophobie" nicht länger zu verwenden. Der Grund liegt im Wortstamm, wie die Autoren beschreiben:

-phobie: Eine irrationale, unkontrollierbare Angst, tritt oft als psychische Erkrankung auf. Beispiele: Akrophobie (Höhenangst), Klaustrophobie (Angst in kleinen, geschlossenen Räumen). Nicht benutzen in politischen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen: Homophobie, Islamophobie.

Gegenüber "Politico" rechtfertigte Redakteur Dave Minthorn den Eingriff:

Insbesondere das Wort "Homophobie" liegt weit daneben. Es beschreibt jemanden als psychisch krank, dabei gaukeln wir ein Wissen vor, das wir nicht haben. Es erscheint uns als ungenau. Stattdessen wollen wir ein neutrales Wort verwenden, zum Beispiel "anti-gay", wenn es uns angemessen erscheint.

Das vorgeschlagene "anti-gay" lässt sich allerdings schwierig ins Deutsche übertragen: Das Wort "antischwul" lässt die Lesben außen vor und "antihomo" klingt meist albern. Es ist nicht leicht, Konzepte wie die irrationale Angst vor Homosexuellen in kurzen, prägnanten Begriffen darzustellen – insbesondere deshalb, weil diese Konzepte und Worte erst seit wenigen Jahrzehnten in Umlauf sind: "Homophobie" wurde etwa in den 1970er Jahren geprägt. Ein Wort mit weiter fassender, gesamtgesellschaftlicher Bedeutung – "Heterosexismus" – stammt hauptsächlich aus den 80ern. Bis wir ein besseres Wort finden, werden wir bei queer.de unsere gewohnten Vokabeln erst einmal weiterverwenden. Allzu fantasievolle neue Kreationen würden nur zu einem Kauderwelsch führen, das kaum noch jemand versteht. (dk)

Bild: FARE network / flickr / cc by-sa 2.0

-w-

#1 TashaAnonym
  • 27.11.2012, 17:45h
  • ich finde die entscheidung der ap interessant, weil sie den bedeutungs-fokus von den (unterstellten) gründen zu den handlungen verlagert. im deutschen ließe sich das durch - je nach anlass - schwulenfeindlich, lesbenfeindlich oder lesben- und schwulenfeindlich etc entsprechend umsetzen. heterosexistisch finde ich dagegen nur theoretisch passend (die heteronormative mehrheitsgesellschaft hat ja schon probleme, "homophob" zu verstehen)
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#2 PhobieAnonym
  • 27.11.2012, 17:55h
  • Die Homophoben sind ja auch nicht ängstlich sondern eher von Vorurteilen und oder Hass bzw. Feindlichkeit eingenommen. Warum dann nicht Homo-Feindlichkeit, Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit, Homo-Hass, Lesben- und Schwulenhass, Homo-Hate, Homovorverurteiler, Homovorverurteilung, Homo-Prejudice...
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#3 Doc QueerAnonym
  • 27.11.2012, 18:09h
  • Das Wort "Homophobie" ist tatsächlich ungeeignet.
    Geeignete neue Worte sind "Homosexuellenfeindlichkeit" oder kurz "Homofeindlichkeit".
    Entsprechend kann mensch von "Homo-, Bi- und Trans-Feindlichkeit" schreiben.
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