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- 29. November 2012 2 Min.

Rick Warren ist einer der einflussreichsten Pfarrer der USA: Als Chef einer "Megachurch" in Kalifornien predigt der evangelikale Missionar jedes Wochenende vor über 20.000 Kirchenmitgliedern. Vor vier Jahren sprach er bei der Amtseinführung Barack Obamas das Gebet für den neuen Präsidenten (queer.de berichtete). Das enttäuschte damals schwule und lesbische Aktivisten, weil Warren Homosexuelle zwar offiziell "liebt", aber nur, solange sie keinen Sex haben.
Auf CNN konnte er nun im Interview mit Piers Morgan seine Weltsicht erklären. Der Moderator fragte darin, ob es für Warren einen Unterschied macht, ob jemand schwul geboren wird oder nicht. In der Antwort stellte der 58-Jährige – wie gewohnt – alberne Vergleiche an:
Es würde mir nichts ausmachen, wenn ein "schwules Gen" gefunden wird. Ich sage mal, was ich über das Leben weiß: Es gibt viele natürliche Gefühle in meinem Leben, aber das heißt nicht, dass man danach handeln muss. Manchmal werde ich sauer und würde am liebsten einem Typen eins auf die Nase geben. Diesem Gefühl muss ich nicht nachgeben. Manchmal finde ich Frauen attraktiv, die nicht meine Ehefrau sind. Ich gebe diesen Gefühlen nicht nach. Nur weil ich etwas fühle, heißt das nicht, dass es richtig ist. Es gibt Dinge in der Natur, die nicht gut sind für mich. Arsen ist schlecht.
Dass ein Akt der Gewalt ("eins auf die Nase geben") das gleiche sein soll wie einvernehmliche Liebe, passt zur sonstigen Argumentation Warrens – er hat in der Vergangenheit bereits die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht mit Sex mit Kindern verglichen.
Auch in anderen Bereichen vertritt Warren Positionen, die ihn hierzulande wegen Volksverhetzung vors Gericht führen könnten: So beschuldigt er etwa Frauen, die legal abtreiben lassen, einen "neuen Holocaust" zu verursachen. (dk)















Und im Gegensatz zu Arsen tötet schwuler Sex nicht...