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- 06. Dezember 2012 3 Min.

Joey Barton spielt derzeit in Frankreich
Das britische Boulevardblatt "Daily Mail" hat in einer Kolumne einen englischen Profi-Fußballer zynisch aufgefordert, sich als schwul zu outen. Der betroffene Spieler Joey Barton, derzeit bei den Queens Park Rangers unter Vertrag und an Marseille ausgeliehen, droht nun mit einer Klage aufgrund der nicht ernst gemeinten Kolumne, mit der der Autor die Debatte über Homophobie im Sport aufs Korn nehmen wollte.
Anlass war die Aufregung über einen Tweet des Liverpool-Spielers Suso, der einen Teamkollegen als "schwul" bezeichnet hatte und sich danach schnell entschuldigte (queer.de berichtete). Wenige Tage zuvor hatte Anders Lindegaard, der dänische Torwart des Spitzenclubs Manchester United, schwule Spieler aufgefordert, sich nicht länger zu verstecken: "Schwule brauchen einen Helden. Sie brauchen jemanden, der offen mit seiner Sexualität umgeht."
Der 30-jährige Barton ist nach allem, was man weiß, heterosexuell. Er lebt in einer Beziehung mit einer Frau und hat ein fast einjähriges Kind. Barton ist eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des britischen Sports: Einerseits ist er hochintelligent, verehrt den Sänger Morrissey und twittert etwa über Thesen von Friedrich Nietzsche. Zugleich wurde er mehrfach wegen Gewalt auf dem Fußballfeld wie außerhalb des Sports verurteilt oder gesperrt.
Barton sprach sich gegen Homophobie aus
Der in Liverpool geborene Spieler ist sowohl sensibel als auch Macho, homophob ist er nicht: Anfang des Jahres war er der einizige Spieler, der der BBC ein Interview über das Thema Homosexualität im Fußball gab. Das Thema liege ihm am Herzen, sagte er damals, da der jüngste Bruder seines Vaters sich geoutet hatte, nachdem er jahrelang mit seiner sexuellen Orientierung gekämpft hatte.
Barton hatte damals beklagt, dass es nach Justin Fashanu keinen offen schwulen Fußballer mehr gegeben habe, und die "mangelnde soziale Intelligenz" mancher Trainer kritisiert. Im Juni machte er Schlagzeilen, als er beim Verlassen einer populären Homo-Disco von zwei Männern verprügelt wurde (queer.de berichtete). Er verließ damals den Nachtclub mitsamt seiner Freundin und ohne T-Shirt, was den Medien ein gefundenes Fressen zu Spekulationen bot.
Ärger über zynische Kolumne

Barton auf dem Cover von GQ Style mit Anspielungen auf seine Lieblingsband The Smiths
Nun hat der Reporter Martin Samuel Barton in einer Kolumne genutzt, um das Thema Homosexualität und Fußball aufzugreifen. Barton solle sich outen, damit der Sport endlich weiterziehen könne und sich der für seine Gewalt gescholtene Fußballer zugleich gewissermaßen rehabilitieren könne: Durch ein Coming-out genieße er "sofortigen Respekt" und könne vom Fußballverband und von Clubs geradezu nur noch mit Samthandschuhen angefasst werden.
Barton reagierte auf die zynische Kolumne, die im Tenor letzlich ein Ende der Debatte über Homophobie im Fußball forderte, mit mehreren Tweets, in denen er öffentlich fragte, ob er die Zeitung verklagen solle: "Es ist falsch und auch ein wenig merkwürdig, dass er das geschrieben hat." Der Artikel "klingt leicht bigott und homophob", auch habe er den Autor nie getroffen. "Meine Sexualität geht niemanden was an außer mich und meine Familie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Freundin glücklich darüber ist."
Unterstützung bekam Barton aus der Szene. Die Kolumne tue nichts, um die echten Vorfälle von Homophobie anzusprechen, die man im Fußball immer noch auf regulärer Basis erleben könne, kritisierte Chris Basiurski vom Gay Football Supporters Network. "Wir begrüßen die positive Unterstützung von Joey Barton in dieser Debatte und hoffen, dass er sich nicht entmutigen lässt, die LGBT-Community in der Zukunft zu unterstützen." (nb)















und das wird so bleiben, solange "schwul oder homo" als erniedrigung oder makel gilt !
hochachtung vor joey barton, der offenbar "mann's " genug ist damit umgehen zu können !!!