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  • 10. Dezember 2012 52 2 Min.

Bei der Kundgebung in Bordeaux gingen mehrere tausend Homo-Gegner auf die Straße

In mehreren französischen Städten demonstrierten laut Polizeiangaben am Samstag rund 13.000 Menschen gegen die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht.

Die größte Kundgebung fand mit 7.000 Teilnehmern im westfranzösischen Bordeaux statt. Weitere Demonstrationen wurden in Reims, Lille, Nancy und Le Mans abgehalten. Die Veranstalter bezifferten die landesweite Teilnehmerzahl auf über 30.000 und damit mehr als doppelt so hoch als die offizielle Schätzung. Vereinzelt kam es auch zu Gegendemonstrationen von LGBT-Aktivisten mit bis zu 3.000 Teilnehmern.

Die Homo-Gegner beklagten sich insbesondere über die geplante Gleichstellung von gleich­geschlechtlichen Paaren im Adoptionsrecht. Sie hielten dabei Schilder mit Aufschriften wie: "Papa und Mama – es gibt nichts Besseres für ein Kind" und "Wir stammen alle von Mutter und Vater ab".

Youtube | Bericht in den Nachrichten von BFM

Der Gesetzentwurf wird Anfang 2013 im Parlament beraten

Das sozialistische Kabinett hatte die Ehe-Öffnung im November beschlossen (queer.de berichtete). Dabei sollen Schwule und Lesben mit Ausnahme des Rechts auf medizinische Fortpflanzung die gleichen Rechte erhalten wie heterosexuelle Eheleute. Der Gesetzentwurf soll Ende des kommenden Monats ins Parlament eingebracht werden.

Insbesondere die katholische Kirche und die konservative Oppositionspartei UMP haben gegen die Pläne protestiert. Beide Organisationen unterstützten die Demonstrationen am Wochenende. Bereits vor knapp einem Monat haben Homo-Gegner mit Massenprotesten gegen die Gleichstellung demonstriert. Damals gingen noch mehr als 100.000 Menschen auf die Straße (queer.de berichtete).

Laut Umfragen gibt es in Frankreich eine stabile Mehrheit für die Ehe-Öffnung: Zwei Drittel der Franzosen sprechen sich für die Gleichstellung, wenngleich die Zustimmung zum Adoptionsrecht in manchen Umfragen geringer ausfällt. Insbesondere in der Provinz gibt es aber noch erhebliche Vorbehalte: So haben 2.000 Bürgermeister eine Petition unterzeichnet, in der sie Ausnahmeregelungen für Homo-Gegner fordern. In Paris ist eine weitere Großdemonstration der Homo-Gegner für den 13. Januar angekündigt. (dk)

-w-

#1 Thorsten1
  • 10.12.2012, 13:49hBerlin
  • Erschreckend, dass es überwiegend junge Leute sind, die gegen die Homo-Ehe demonstrieren. Die Älteren, die von 68 geprägt sind, sind in der Mehrheit tolerant, die Jungen intolerant.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 10.12.2012, 15:00h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • Reaktionäre Junge?

    Och,

    alle Umfragen in den USA besagen das krasse Gegenteil. Und da gabs auch '68.

    Trotzdem ist die Entwicklung in Frankreich befremdlich. So langsam verliere ich fast meine Frankophilie.

    Das ist eine zutiefst sozial verunsicherte Gesellschaft. Und Toleranz wächst halt nicht in sozialer Krisenangst.

    Es scheint auch, als ob die Diskussionen um lesbische und schwule Emanzipation der letzten Jahrzehnte die französische Gesellschaft weniger geprägt haben als andere - siehe Benelux und Skandinavien. Und auch der Antiklerikalismus ist anscheinend nicht mehr so vital wie in der spanischsprachigen Welt.

    Traurig, traurig...
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 10.12.2012, 15:27h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • @Thorsten1
    Das ist Quatsch. Gerade junge Leute sind zu über 2/3 Mehrheit in Frankreich für die Eheöffnung. In erster Linie sind es von der römisch-katholischen Kirchenleitung angestachelte Truppen, die dort in Frankreich am Demonstrieren sind.

    Aber da der Gesetzentwurf schon vom Kabinett verabschiedet wird, wird er nunmehr im kommenden Jahr auch dann mit absoluter Sicherheit verabschiedet, da die Sozialisten eine komfortable Mehrheit haben. Und dann wird regluär im kommenden Jahr geheiratet.

    Anschliessend werden, so wie in Spanien die Französischen Konservativen zum Französischen Verfassungsgericht rennen und sich dort eine gerichtliche Niederlage nochmals holen, so wie es letzten Monat den spanischen Konservativen ergangen ist.

    Das Thema "Eheöffnung" ist in Frankreich bereits jetzt im sicheren Hafen und das freut mich für Frankreich.

    Damit sind es dann Süafrika, Argentinien, Kanada, Island, Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande, Belgien, Spanien, Portugal und dann auch Frankreich, die die Ehe geöffnet haben.

    Neben diesen 12 Ländern dürfte wohl noch in den beiden nächsten Jahren Luxemburg, Uruguay, Kolumbien, Neuseeland ("vielleicht") und dann bis 2015 auch das Vereinigte Königreich und Brasilien ("vielleicht") hinzukommen.

    In den deutschsprachigen Ländern hängt das davon ab, ob Merkel 2013 erneut siegt. Sollte Deutschland den Schritt 2014 bei Wahlsieg von Rot/Grün gehen, werden Österreich, Schweiz und Liechtenstein in den darauf folgenden Jahren nachziehen. Sollte Merkel an der Macht bleiben, hängt viel davon ab, wie sehr sich der jeweilige Koalitionspartner für die Eheöffnung einsetzt.

    Und in den USA werden in den kommenden vier Jahren nach den ersten zehn Bundesstaaten (Maine, Massachusetts, Connecticut, New Hampshire, Vermont, New York, Washington D.C., Maryland, Iowa und Washington) weitere rund zehn von den Demokraten kontrollierte Bundesstaaten nachfolgen (Delaware, Rhode Island, Illinois, Minnesota, Oregon, Colorado, Hawaii, West Virginia, Nevada und Neu-Mexiko) nachkommen.

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    Fazit: Die Lage zur Eheöffnung entwickelt sich je nach Weltregion immer besser: sehr gut schaut es in Nordamerika und Nord-West und Mitteleuropa aus Gut schaut es auch in Südamerika("mit Ausnahme einiger Karibikinselstaaten") und in Ozeanien ("mit Ausnahme einiger winziger Pazifikinselstaaten").

    Schlechter wird die Lage dann in Osteuropa und Russland/Türkei. In Asien dann ist es weniger schön, insbesondere im Bereich des Nahen Ostens ("dort ist nur Israel ein sicherer und guter Ort für homosexuelle Menschen").

    Schlusslicht bildet der Kontinent Afrika ("dort ragt nur als LGBT-Leuchtturm Südafrika heraus"). Aber Afrika ist bekanntlich der Kontinent mit den größten wirtschaftlichen Problemen und besteht fast nur aus Entwicklungsstaaten. Kein Wunder daher, das dort die Lage am Schlechtesten ist.
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