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- 10. Dezember 2012 2 Min.

Bei der Kundgebung in Bordeaux gingen mehrere tausend Homo-Gegner auf die Straße
In mehreren französischen Städten demonstrierten laut Polizeiangaben am Samstag rund 13.000 Menschen gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht.
Die größte Kundgebung fand mit 7.000 Teilnehmern im westfranzösischen Bordeaux statt. Weitere Demonstrationen wurden in Reims, Lille, Nancy und Le Mans abgehalten. Die Veranstalter bezifferten die landesweite Teilnehmerzahl auf über 30.000 und damit mehr als doppelt so hoch als die offizielle Schätzung. Vereinzelt kam es auch zu Gegendemonstrationen von LGBT-Aktivisten mit bis zu 3.000 Teilnehmern.
Die Homo-Gegner beklagten sich insbesondere über die geplante Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Adoptionsrecht. Sie hielten dabei Schilder mit Aufschriften wie: "Papa und Mama – es gibt nichts Besseres für ein Kind" und "Wir stammen alle von Mutter und Vater ab".
Der Gesetzentwurf wird Anfang 2013 im Parlament beraten
Das sozialistische Kabinett hatte die Ehe-Öffnung im November beschlossen (queer.de berichtete). Dabei sollen Schwule und Lesben mit Ausnahme des Rechts auf medizinische Fortpflanzung die gleichen Rechte erhalten wie heterosexuelle Eheleute. Der Gesetzentwurf soll Ende des kommenden Monats ins Parlament eingebracht werden.
Insbesondere die katholische Kirche und die konservative Oppositionspartei UMP haben gegen die Pläne protestiert. Beide Organisationen unterstützten die Demonstrationen am Wochenende. Bereits vor knapp einem Monat haben Homo-Gegner mit Massenprotesten gegen die Gleichstellung demonstriert. Damals gingen noch mehr als 100.000 Menschen auf die Straße (queer.de berichtete).
Laut Umfragen gibt es in Frankreich eine stabile Mehrheit für die Ehe-Öffnung: Zwei Drittel der Franzosen sprechen sich für die Gleichstellung, wenngleich die Zustimmung zum Adoptionsrecht in manchen Umfragen geringer ausfällt. Insbesondere in der Provinz gibt es aber noch erhebliche Vorbehalte: So haben 2.000 Bürgermeister eine Petition unterzeichnet, in der sie Ausnahmeregelungen für Homo-Gegner fordern. In Paris ist eine weitere Großdemonstration der Homo-Gegner für den 13. Januar angekündigt. (dk)














