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Einzelkommentar zu:
Schwule Stadtmagazine haben sich überlebt


#5 A x e lAnonym
  • 14.12.2012, 10:36h
  • Die Medienwelt ist generell stark im Wandel begriffen (eine Wertung, ob es zum Besseren oder zum Schlechteren gehen wird, erspare ich mir) und die schwierige wirtschaftliche Situation von Printmedien ist wohl innerhalb der Branche DAS Thema von Gegenwart und Zukunft.

    Dass alles eine Zeit hat und man die nicht zurückdrehen kann ..., eine Binse.

    Wenn ich mit sehr subjektivem Blick (wie anders kann ein Einzelner die Situation auch beurteilen?) in die "schwul-lesbische Szene" schaue, komme ich zu folgender Einschätzung:

    1.) Schwul-lesbische Zentren (gemeinnützig strukturiert, durch unbezahlte ehrenamtlich tätige Mitarbeiter/innen am Leben gehalten) haben sich überlebt. Nicht nur finden sich kaum noch Ehrenamtler, die bereit und in der Lage sind ggf. neben ihrem Fulltime-Job, sich mehrmals pro Woche die Abende und Nächte um die Ohren zu hauen, um ein Angebot für Schwule und Lesben zu bieten, das als nichtkommerzielles Gegengewicht zur marktwirtschaftlich orientierten Club-, Saunen- und Kneipen-Szene, angenommen würde.

    2.) Vor der wirklichen Akzeptanz und flächendeckenden Verbreitung des Internets, hatten die schwul-lesbischen Stadtmagazine ihre Berechtigung und Funktion (Identifikationsmöglichkeiten, Information über Themen, die in den Mainstreammedien nicht oder nur am Rande behandelt wurden, Veranstaltungshinweise - auch über nichtkommerzielle Events - usw.). Diese Zeit ging zuende, als das Internet nicht nur den Tages- und Wochenzeitungen die Leser/innen abspenstig machte, sondern auch den Szene-Magazinen und werbefinanzierten Kostenlos-Blättchen.

    3.) Wer heute noch, über den kommerziellen Aspekt hinaus, Ambitionen hat für Schwule und Lesben Ínformationen und Szene-Interna anbieten zu wollen, "muss" das im Internet machen (sie sind dort nicht nur aktueller und schneller verfügbar), es ist wohl bald auch das einzige Medium, dass überhaupt noch gelesen wird.

    4.) Problem: Finanzierung. Ich habe dafür keine tragfähigen Vorschläge oder Ideen beizusteuern, denn das Problem, dass hochgezogene Paywalls (wie demnächst bei diversen Tageszeitungen) dazu führen, dass die Angebote dann überhaupt nicht mehr angeklickt und gelesen werden, sehe ich durchaus. Aber ..., ich bin auch weder Herausgeber, noch Journalist, vielleicht muss ich daher gar keine Lösung anbieten können?
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