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  • 14. Dezember 2012 38 4 Min.

Der Papst mit Rebecca Kadaga. Bild: Parlament Ugandas

Papst Benedikt XVI. hat am Mittwoch Ugandas Parlamentssprecherin Rebecca Kadaga gesegnet, die eine Strafverschärfung für Homosexualität als "Weihnachtsgeschenk" bezeichnet hatte.

Von Norbert Blech

Die Entrüstung in den sozialen Netzwerken ist noch jung, aber sie schwillt an: Der Papst hat bei einer Messe die Parlamentssprecherin Ugandas, Rebecca Kadaga, gesegnet. Die 56-Jährige hatte erst vor wenigen Wochen internationale Kritik auf sich gezogen, als sie Homosexualität als "gefährliche Bedrohung" gebrandmarkt hatte (queer.de berichtete).

Damals kritisierte sie auch den von mehreren Ländern angedrohten Stopp von Entwicklungshilfe, sollte das Land eine seit Jahren geplante und international heftig kritisierte Strafverschärfung für Homosexualität verabschieden: "Wenn Entwicklungshilfe der Preis für die Promotion von Homosexualität in diesem Land ist, dann wollen wir diese Hilfe nicht."

Kritik aus dem Ausland zurückgewiesen


Die Strafverschärfung genießt breiten Rückhalt in Medien und Bevölkerung

"Ich werde es nicht akzeptieren, von irgendeiner Regierung der Welt eingeschüchtert oder befohlen zu werden, denn wir sind unabhängig", sagte sie Im November gegenüber einer Menge aus Unterstützern am Flughafen von Entebbe. Sie kündigte an, das Rechtskomitee des Parlaments zu bitten, die Vorlage "schnell" zu beschließen und dem Parlament damit eine Verabschiedung des Gesetzes noch in diesem Jahr zu ermöglichen.

Laut der Nachrichtenagentur AP sagte sie auch: "Die Bevölkerung Ugandas will dieses Gesetz als Weihnachtsgeschenk. Sie hat danach gefragt und wir werden ihr dieses Geschenk machen." Bereits jetzt kann Homosexualität in Uganda mit lebenslänglich bestraft werden, dank einem Gesetz aus der Kolonialzeit.

Im Rahmen der Strafverschärfung war auch mehrfach die Todesstrafe im Gespräch. Ob sie im aktuellen Gesetzentwurf enthalten ist, darüber gibt es unterschiedliche Berichte; sehr wahrscheinlich ist sie es nicht. Für "schwere Fälle" von Homosexualität ist dann aber ausdrücklich lebenslänglich vorgesehen, dazu zählen wiederholte Fälle sowie "Täter", die HIV-positiv oder in einer Verantwortungsposition sind, Drogen einsetzen oder Sex mit Jugendlichen haben. Haftstrafen soll es unter anderem auch für "Werbung" für Homosexualität geben.

Kommt das "Weihnachtsgeschenk"?

Derzeit sieht es nicht so aus, als würde das Gesetz noch vor Weihnachten verabschiedet werden: Am Freitag ist die letzte Sitzung des ugandischen Parlaments und die Beratungen sind offenbar noch nicht abgeschlossen, heißt es aus Aktivistenkreisen Ugandas.

Allerdings könnte Parlamentssprecherin Rebecca Kadaga eine zusätzliche Sitzung am 20. Dezember ausrufen, entsprechende Überlegungen gibt es offenbar. Kadaga weilt derzeit bei einer Konferenz zu Menschenrechten in Rom.

Papst-Segen für Twitter und homophobe Parlamentarier


Auch Chris Baryomunsi wurde gesegnet. Der Abgeordnete gilt als starker Befürworter der Strafverschärfung.

Kadaga nutzte den Rom-Aufenthalt auch zum Besuch einer Papst-Messe im Vatikan, es ist die gleiche, in der der Papst unter hoher medialer Aufmerksamkeit seinen Twitter-Account eröffnete. "Kadaga, die eine Delegation von ugandischen Abgeordneten in den Vatikan anführte, freute sich über das Treffen mit dem Papst und dem Besuch des Petersdoms", heißt es in der Topmeldung auf der Seite des ugandischen Parlaments.

Die Parlamentssprecherin, die selbst muslimisch ist, bedankte sich danach "bei Gott für diese Gelegenheit". Der Papst segnete weitere fünf Abgeordnete, die wie ein Großteil der Parlamentarier und der Bevölkerung christlich sind, darunter Betti Amongi, die die Strafverfolgung von Homosexualität als Chance bezeichnet hatte, sich von dem "Einfluss der Spendengeber" unabhängig zu zeigen. Gesegnet wurde auch Chris Baryomunsi, der das Parlamentskomitee für HIV leitet und Aufklärung für Schwule als "teuer" bezeichnet hatte – bei einer Konferenz hatte er von zusätzlichen unnötigen "Gadgets wie Kondomen und Gleitgel" gesprochen. Baryomunsi hatte eine Petition ins Parlament eingebracht, um die Strafverschärfung zu unterstützen.

Von der Segnung wird in Medien des Vatikans derzeit nicht berichtet (anders als über eine neue Botschaft des Papstes, in der er die Homo-Ehe als Bedrohung des Friedens bezeichnet). Kritik an der geplanten Strafverschärfung durch den Papst wurde bislang nicht bekannt, auch nicht nach einem Besuch des ugandischen Botschafters im Jahr 2009. Bereits damals wurde über die Todesstrafe diskutiert.

Kadaga überreichte dem Papst bei der Messe ein Bild des Schreins von Namugongo: Die katholische Basilika erinnert an "Martyer", die für ihren Glauben starben.

Youtube | Die Parlamentssprecherin über Homosexualität
-w-

#1 MiroAnonym
  • 14.12.2012, 12:08h
  • Warum sollten "vatikanische Medien" über diesen Segen berichten?

    Der Papst segnet alle seine Besucher. Übrigens erhält auch im Gottesdienst jeder Besucher einen Segen, priesterlich, bischöflich oder päpstlich.

    Da wurden also schon ungezählt auch Homos gesegnet ;)

    Segnen kann übrigens jeder, das ist keine Handlung, die Priestern oder gar dem Papst vorbehalten ist. Eltern segnen ihre Kinder, man kann das Brot segnen, bevor man es isst, etc. pp.
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#2 oh jeAnonym
  • 14.12.2012, 12:10h
  • Die segnet der Idiot. Auch wenn sie Moslem ist, egal, Hauptsache sie ist gegen Schwule. Die Alte weiß wohl nicht, daß der Vatikan voll von Schwulen ist.
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#3 woelkiAnonym