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- 15. Dezember 2012 2 Min.

Noch immer online: Auch nach 48 Stunden steht der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zu seinem homophoben Twitter-Kommentar
Der Schweizer Nationalrat verglich Schwule und Lesben mit Tieren: "Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?", fragte der SVP-Politiker auf Twitter.
Von Micha Schulze
In Deutschland sind wir ja schon einiges gewohnt, wenn Politiker von CDU und CSU sich bemüßigt fühlen, sich über Schwule und Lesben zu äußern. Dass die hanebüchenen Vergleiche von Katherina Reiche, Thomas Goppel, Erika Steinbach und Co. noch getoppt werden können, zeigt der Schweizer Nationalrat Christoph Mörgeli. Der Politiker der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) kommentierte die aktuelle Debatte um das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare auf Twitter mit den Worten: "Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?"
Für diesen unsäglichen Vergleich vom Donnerstag bekommt Mörgeli unsere Homo-Gurke, die wir viel, viel zu lange nicht mehr verliehen haben. Während Lesben und Schwule von der deutschen Union zumindest als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, stellt sie der SVP-Nationalrat aus Zürich auf eine Stufe mit Tieren. Damit wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht!
Eine menschenverachtende Beleidigung
Der Vergleich mit Hunden, Katzen und Wellensittichen ist mehr als dummes Genörgeli von Mörgeli. Sein Tweet ist weder komisch, zuspitzend oder provozierend, wie selbst der sonst ausgesprochen homofreundliche "Tages-Anzeiger" die Entgleisung herunterspielt, sondern beleidigend, menschenverachtend und in jeder Hinsicht inakzeptabel. Zumal der Abgeordnete und Medizinhistoriker Prof. Dr. Christoph Mörgeli auch noch ein hochgebildeter Mann ist: Erst im vergangenen Monat hat er seine Bewerbung zum Rektor der Universität Zürich bekanntgegeben.
Die überwiegende Mehrzahl der Reaktionen auf Twitter war zumindest eindeutig: Mit den Worten "Ein Vergleich unter aller Sau!", "sieger der unfassbar dümmsten tweets 2012" oder "Dieser abgrundtief dumme und menschenverachtende Vergleich qualifiziert Sie jetzt nicht gerade als Uni-Rektor" wurde Mörgelis Tweet kommentiert. Selbst ein Parteifreund des SVP-Programmchefs distanzierte sich. "Das ist unangebracht. Ich werde Mörgeli umgehend darauf ansprechen", meinte etwa Nationalratskollege Oskar Freysinger gegenüber der Tageszeitung "20 minuten".
Christoph Mörgeli selbst versteht die ganze Aufregung über seinen Tweet natürlich überhaupt nicht: "Ich habe Schwule nicht mit Tieren gleichgesetzt", behauptete er gegenüber dem "Tages-Anzeiger", "ich habe das Recht auf Adoption gemeint".
Wie meinte doch so schön Twitter-Userin Fredericka: "Und wann bewirbt sich der erste Hamster fürs Unirektorat?"
Links zum Thema:
» Christoph Mörgeli auf Twitter
» 2Omin.ch: Mörgeli beleidigt Lesben und Schwule
Mehr zum Thema:
» Schweiz vor Einführung der Stiefkindadoption (13.12.2012)















Schön hat's diese Meldung von gestern auch noch zu Queer.de geschafft. Hab mich darüber schon gestern aufgeregt.
Der Mörgelii ist bekannt als Ober-Nörgeli und scheint trotz allem noch keine andere Sörgeli zu haben als gegen Schwule und Lesben zu hetzen.
Er ist 2012 Verlierer der Nation:
www.20min.ch/schweiz/news/story/Christoph-Moergeli-per-sofor
t-freigestellt-15596217?redirect=mobi&nocache=0.42594071
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