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Noch immer online: Auch nach 48 Stunden steht der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zu seinem homophoben Twitter-Kommentar

Der Schweizer Nationalrat verglich Schwule und Lesben mit Tieren: "Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?", fragte der SVP-Politiker auf Twitter.

Von Micha Schulze

In Deutschland sind wir ja schon einiges gewohnt, wenn Politiker von CDU und CSU sich bemüßigt fühlen, sich über Schwule und Lesben zu äußern. Dass die hanebüchenen Vergleiche von Katherina Reiche, Thomas Goppel, Erika Steinbach und Co. noch getoppt werden können, zeigt der Schweizer Nationalrat Christoph Mörgeli. Der Politiker der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) kommentierte die aktuelle Debatte um das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare auf Twitter mit den Worten: "Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?"

Für diesen unsäglichen Vergleich vom Donnerstag bekommt Mörgeli unsere Homo-Gurke, die wir viel, viel zu lange nicht mehr verliehen haben. Während Lesben und Schwule von der deutschen Union zumindest als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, stellt sie der SVP-Nationalrat aus Zürich auf eine Stufe mit Tieren. Damit wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht!

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Eine menschenverachtende Beleidigung

Der Vergleich mit Hunden, Katzen und Wellensittichen ist mehr als dummes Genörgeli von Mörgeli. Sein Tweet ist weder komisch, zuspitzend oder provozierend, wie selbst der sonst ausgesprochen homofreundliche "Tages-Anzeiger" die Entgleisung herunterspielt, sondern beleidigend, menschenverachtend und in jeder Hinsicht inakzeptabel. Zumal der Abgeordnete und Medizinhistoriker Prof. Dr. Christoph Mörgeli auch noch ein hochgebildeter Mann ist: Erst im vergangenen Monat hat er seine Bewerbung zum Rektor der Universität Zürich bekanntgegeben.

Die überwiegende Mehrzahl der Reaktionen auf Twitter war zumindest eindeutig: Mit den Worten "Ein Vergleich unter aller Sau!", "sieger der unfassbar dümmsten tweets 2012" oder "Dieser abgrundtief dumme und menschenverachtende Vergleich qualifiziert Sie jetzt nicht gerade als Uni-Rektor" wurde Mörgelis Tweet kommentiert. Selbst ein Parteifreund des SVP-Programmchefs distanzierte sich. "Das ist unangebracht. Ich werde Mörgeli umgehend darauf ansprechen", meinte etwa Nationalratskollege Oskar Freysinger gegenüber der Tageszeitung "20 minuten".

Christoph Mörgeli selbst versteht die ganze Aufregung über seinen Tweet natürlich überhaupt nicht: "Ich habe Schwule nicht mit Tieren gleichgesetzt", behauptete er gegenüber dem "Tages-Anzeiger", "ich habe das Recht auf Adoption gemeint".

Wie meinte doch so schön Twitter-Userin Fredericka: "Und wann bewirbt sich der erste Hamster fürs Unirektorat?"

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#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
#2 HomophobieAnonym
  • 15.12.2012, 14:56h
  • 'Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch' sagte schon B.Brecht und meinte damit das gesellschaftliche Umfeld, in dem sich die kranke Ideologie der Nazis ausbreiten konnte.

    Die Parallelen sind überdeutlich:

    Hitler und seine geistig unterentwickelten Lakaien bezeichneten Juden, Schwule, Linke, Freimaurer und Osteuropäer als "Ungeziefer", "Ratten" oder "Untermenschen", um in der Gesellschaft ein geistiges Klima zu schaffen, in dem die industrielle Tötung der Regime-Gegner akezeptiert wurde, denn 'es waren ja gar keine Menschen, sondern Tiere' und diese 'Schädlinge' durften vernichtet werden

    Diese Gehirnwäsche versucht jetzt offenbar auch der 'schweizer Hiter-Enkel' Mörgeli anzuwenden, um seine Homophopbie (schwuler Selbsthass) ausleben zu können.

    Sofortiger Rücktritt und Verurteilung wegen übler Nachrede, Volksverhetzung (falls es den Straftatbestand in der Schweiz gibt) und für mindestens 5 Jahre Aberkennung des aktiven und passiven Wahlrechts. Ja, ich weiß, das ist ein frommer Wunsch, aber ... zu Weihnachten darf ich mir doch mal was wünschen, oder?
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#3 FelixAnonym
  • 15.12.2012, 15:34h
  • Das lustige ist:
    diese Homohasser wollen uns blamieren... Aber sie sind selbst dermaßen dumm, dass sie gar nicht mal merken, dass sie nur sich selbst blamieren. Und letztendlich uns nutzen...

    Deshalb tausend Dank, dass diese Witzfigur sich dermaßen zum Deppen gemacht hat.
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