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"Schwule" SMS-Nachricht
Kamerun: Haftstrafe gegen mutmaßlichen Schwulen bestätigt
- 17. Dezember 2012 2 Min.

Jean-Claude Mbédé muss wegen einer Kurznachricht hinter Gitter (Bild: Amnesty International)
In Kamerun ist am Montag die dreijährige Haftstrafe von Roger Jean-Claude Mbédé bestätigt worden – sein Vergehen: Er hatte einem Mann in einer SMS-Nachricht seine Liebe gestanden.
Das Berufungsgericht in der Hauptstadt Yaoundé hat damit ein Urteil aus dem vergangenen Jahr aufrecht erhalten. Unter internationalen Protesten war Mbédé wegen "homosexueller Handlungen" verurteilt worden. In der Kurznachricht hatte er geschrieben: "Ich bin so verliebt in dich".
Rund 120.000 Menschen haben bereits in einer Online-Petition von AllOut.org die Freilassung von Mbédé gefordert. Auch Amnesty International hat das Land scharf kritisiert und erklärt, dass Kamerun mit seinem "Unzuchts"-Paragrafen vermehrt Jagd auf Homosexuelle mache. Schwulen und Lesben werden bis zu fünf Jahre Haft angedroht.
"Das ist nicht nur eine Tragödie für Roger, sondern peinlich für die Justiz von Kamerun", erklärte Michel Togué, einer der Anwälte Mbédés, nach der Entscheidung des Berufungsgerichts. Es gehe nicht an, dass ein Mann wegen einer harmlosen SMS-Nachricht für Jahre hinter Gitter geschickt werde. Er rief die Politik dazu auf, alle Gesetze gegen Homosexuelle abzuschaffen.
Während der Berufung war Mbédé auf Kaution frei, muss nun aber zurück ins Gefängnis. Sein Anwalt befürchtet Übergriffe auf seinen Mandanten. Auch Togué selbst hat bereits zahlreiche Morddrohungen per Post, Mail und SMS erhalten. Er will nun Einspruch gegen die Verurteilung beim Obersten Gerichtshof des Landes einlegen. (dk)














