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Schwule Spieler "unwürdig"
Fans von Zenit St. Petersburg gegen Schwule und Schwarze
- 18. Dezember 2012 2 Min.

Kaum ein Team ist so weiß wie Zenit St. Petersburg.
Bild: Wiki Commons / Viatcheslav Evdokimov / CC-BY-SA-3.0GFDL
Schwulenfeindlichkeit und Rassismus vereinigt die Anhänger von Zenit St. Petersburg: Der größte Fanclub des russischen Fußballmeisters fordert, dass nur weiße und heterosexuelle Profis für den Verein spielen sollten.
Der Fanclub "Landscrona" hat am Montag das "Manifest für einen traditionellen Fußball" veröffentlicht, in dem der Verein aufgefordert wird, keine dunkelhäutigen oder schwulen Fußballer zu engagieren. In dem Schreiben heißt es, dass nicht-weiße Spieler "dem Verein aufgezwungen werden" und der Club dadurch seine Identität verliere. Schwule Spieler seien außerdem "dieser großartigen Stadt unwürdig".
Als Lösungsvorschlag erklärten die Fans, dass zunächst slawische Spieler verpflichtet werden sollten. Nur im Notfall sollte man auf Europäer oder Südamerikaner zurückgreifen. Das Manifest fordert Zenit auch auf, Spielern das Rauchen und Trinken zu verbieten.
Rassismus und Homophobie in St. Petersburg allgegenwärtig
Auslöser für den Streit war offenbar die erste Verpflichtung eines dunkelhäutigen Spielers im September: Der brasilianischen Star-Stürmer Hulk (bürgerlich Givanildo Vieira de Souza) wechselte für 50 Millionen Euro vom FC Porto in die zweitgrößte Stadt Russlands. Daraufhin beschwerte sich der russische Nationalspieler Igor Denisow, dass Ausländer mehr verdienten als einheimische Profis. Wegen der rassistischen Atmosphäre lehnte es ein dunkelhäutiger französischer Mittelfeldspieler bereits im August ab, nach St. Petersburg zu wechseln. Er hatte Todesdrohungen erhalten. In russischen Fußballstadien sind rassistische Beschimpfungen an der Tagesordnung und werden kaum geahndet. Das Land soll trotzdem 2018 die Fußball-Weltmeisterschaft austragen.
Der Fußballverein Zenit, der vom russischen Megakonzern Gasprom finanziert wird, versuchte sich sofort von dem Schreiben der Fans zu distanzieren. Der Verein habe Fans unterschiedlichster Nationalitäten und Religionen, teilte der Club mit. Man lehne daher "arachaische Ansichten" ab. Der aus Italien stammende Trainer Luciano Spalletti erklärte auf der Zenit-Website, dass das Team danach strebe, sich "in die Welt-Fußball-Gemeinschaft zu integrieren".
St. Petersburg ist Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten, weil die Stadtverwaltung ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" beschlossen hat. Es untersagt jegliche positive Diskussion über Homosexualität in der Öffentlichkeit. Anfang April gab es bereits erste Verhaftungen aufgrund des Gesetzes (queer.de berichtete). (dk)














Baut einfach eine ganz hohe Mauer um euer Land. Dann habt ihr es wieder so schön wie früher.
Schönen Tag noch