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Kommentare zu:
Raus aus der Betroffenheitsnische!


#1 schwarzerkaterEhemaliges Profil
  • 21.12.2012, 08:50h
  • viel schlimmer fände ich den verlust von guten tageszeitungen.

    rein aus solidarität würde ich kein schwules magazin kaufen. dazu haben die mich deren printprodukte niemals (kenne nur hinnerk oder die münchner magazine)
    100% überzeugt.

    (an alle, die sich erinnern, es gab eine schwules magazin in den 80ern TORSO, das war bislang das einzige schwule Magazin, das ich gern wieder kaufen würde )
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.12.2012, 09:17h
  • Danke für diesen Artikel, Frau Fertig! Hoffentlich wird Ihr Appell Früchte tragen!
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#3 A x e lAnonym
  • 21.12.2012, 09:52h
  • Liebe Gudrun Fertig,

    mit Ihren Ausführungen stimme ich weitgehend überein, bitte Sie aber folgende Ihrer Aussagen noch einmal zu überdenken: Diese sind nicht rund um die Uhr schwul oder lesbisch

    Oh, doch Gudrun, das sind sie, weil die sexuelle Identität/Orientierung/Ausrichtung nämlich ein ganz wesentlicher Bestandteil der eigenen Persönlichkeit ist, den man nicht ablegt Überanpassung an den heterosexuellen Mainstream bedeutet sich selbst bis zur Unkenntlichkeit zu verleugnen und solche JournalistInnen braucht niemand, schon gar nicht die schwul-lesbische Community, denn bei geschätzten 99,9 % heteronormativ ausgerichteten Medien besteht für solche neutralen Schreiberlinge keinerlei Bedarf (sie gibt es ja längst zur Genüge) und deren unbetroffene Berichterstattung kann ich mir überall zu Gemüte führen.

    Was ich damit sagen will?
    Es ist gerade die Chance schwul-lesbischer Medien, dass Sie schwul-lesbische Themen eben nicht aus der abgehobenen Warte der Heteros betrachten und beschreiben (etwa so: lustig, diese exotischen schwulen und lesbischen Vögel, über die schreiben wir jetzt mal was, das hat für unsere heterosexuellen LeserInnen immer den Reiz des Fremdartigen und interessiert daher), sondern wissen wie es sich anfühlt, seiner elementaren Menschen- und Bürgerrechte beraubt zu sein, um Selbstverständlichkeiten kämpfen zu müssen und zu wissen, dass z.B. in Russland Schwule und Lesben ins Gefängnis kommen können, wenn sie Homopropaganda betreiben, also sich lediglich ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung bedienen.

    Und ich meine damit auch schwule und lesbische JournalistInnen, die es interessierter beobachten (als ihre nicht betroffenen heterosexuellen KollegInnen) und darüber berichten, dass es in derzeit wohl 7 Ländern noch immer die Todesstrafe für Homosexualität gibt (ja ich weiß, das betrifft fast nur männliche Homosexuelle, weil man Lesben dort gar nicht ernst nimmt, Stichwort: Korrekturvergewaltigungen in Südafrika und Frauen in solchen Ländern generell sogar eine eigene Sexualität abspricht. Aber hier erwarte ich Solidarität auch von Lesben gegenüber Schwulen, genauso wie ich als schwuler Mann schon immer solidarisch für Lesben eintrete!)

    Na klar, sind auch die nicht auf den ersten Blick als schwule oder lesbische Themen erkennbaren Inhalte es Wert in unseren Medien behandelt zu werden. Wenn das allerdings im Stil von Financial Times oder FAZ geschieht, wird die Berichterstattung so beliebig, dass ich es auch woanders nachlesen könnte, dafür brauche ich keine schwul-lesbischen Medien.

    Sie schreiben außerdem vom Betroffenheitsjournalismus der 80er und übernehmen damit, wie ich finde - vielleicht ohne es zu bemerken - genau die Abwiegelungstaktiken und Schein- Argumente unserer Gegner (die sich in rechten, rechtsextremen und klerikalen Kreisen zunehmend formieren), die auch immer behaupten: Was wollen die denn, die sind doch gleichberechtigt, uns geht dieses ewige Gejammere auf die Nerven (solche Formulierungen sind regelmäßig zu finden im FOCUS und weiteren rechts orientierten Blättern).

    Wie, gesagt ich stimme Ihnen weitgehend zu, diese obigen Passagen allerdings halte ich für völlig unreflektiert und daneben. Vielleicht antworten Sie gelegentlich und sagen mir, dass ich mich irre?

    Gruß
    A x e l
    (kein Journalist und auch nicht in der Medienbranche tätig, nur ein offen schwuler, politisch und sozial engagierter, Mann, der sich interessiert zeigt)

    PS
    An der Titelbezeichnung Du & ich festzuhalten, finde ich problematisch, weil z.B. ich damit immer noch ein einst unsägliches Machwerk assoziiere, das ich freiwillig niemals wieder kaufen würde. Warum trennt man sich nicht von einem Namen, der keinerlei Vorteile bietet, da er ausschließlich negativ besetzt ist? Auf Markentreue zu verweisen, hieße hier doch nur ungewollt eine Leserschaft anzusprechen, die gar nicht an den neuen? Inhalten des Blattes interessiert ist (und sich deshalb schon nach ein bis zwei Ausgaben enttäuscht abwendet), weil sie weiterhin nur seichte Artikelchen und nette, stimulierende Fotos (Soft-Pornos) konsumieren will.
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#4 LucaAnonym
  • 21.12.2012, 10:11h
  • Von den bisher hier gelesenen Stellungnahmen (wo teilweise ein Wandel zu reinen PR-Magazinen gefordert wurde, was der endgültige Untergang wäre) finde ich diese am besten.

    Ich teile zwar nicht die Meinung zu Tageszeitungen, die hoffentlich auch erhalten bleiben, weil ich sie extrem wichtig finde. Aber den Rest kann ich komplett unterschreiben.

    1. Werbung Ja | PR-Artikel NEIN

    Das finde ich extrem wichtig, damit man glaubwürdig und unabhängig bleibt. Zwar ist auch die Abhängigkeit von Werbung eine Gefahr für die Unabhängigkeit, aber bei weitem nicht so sehr, wie PR-Artikel. Und wenn Werbekunden wirklich mal versuchen, Einfluss zu nehmen, muss man halt den Mumm haben, im Ernstfall auch mal auf einzelne Werbekunden zu verzichten.

    Denn die Werbekunden zahlen auch nur, wenn es genug Leser gibt. Und die hat man nur mit einem qualitativ hochwertigen und unabhängigen Produkt. Durch das Hören auf einzelne Werbekunden verliert man also nicht nur Leser, sondern letztlich auch die Mehrheit der Werbekunden, die nicht Einfluss nehmen wollen.

    2. Qualität, Qualität, Qualität

    Das ist unverzichtbar. Sowohl inhaltliche Qualität, saubere Recherche, verlässliche Infos als auch sprachliche Qualität (Rechtschreibung, Grammatik, Stil).

    Denn man zahlt nur für Qualität. Für mangelnde Qualität gibt niemand Geld aus. Auch nicht aus Solidarität.

    3. Themenwahl / Blick über den Tellerrand

    Auch das finde ich sehr wichtig. Ich will kein schwules Ghetto, sondern dass wir selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind. Entsprechend gehen wir ja auch nicht nur in schwule Geschäfte, Cafes, etc., schauen nicht nur schwule Filme, und und und

    Um mal beim Thema Film zu bleiben: natürlich sollte es selbstverständlich sein, dass schwule Filme, die ins Kino kommen, auf DVD veröffentlicht werden, etc. behandelt werden. Aber wieso nicht auch andere Filme, die gut sind.

    Oder auch mal Musical-Besprechungen, etc. Und auch bei den Literatur-Tipps gibt es sicher nicht nur schwul-lesbische Literatur, die lesenswert ist. Bei Musik, Museen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Veranstaltungstipps, etc. etc. etc. ganz genauso.

    Auch Mode, Lifestyle, Fitness, Einrichtung, Technik, etc. kann Teil solcher Magazine sein. Und natürlich auch Fotos hübscher Männer (oder Frauen bei Lesben-Magazinen). Ruhig auch Aktbilder. Aber halt mit Niveau und kein Schmierenheft oder Wichsvorlage, denn sowas gibt es im Internet gratis.

    4. Kompromisslose Berichterstattung, die auch mal Unbequemes schreibt

    Auch das gehört dazu. Gerade bei den "harten Themen" jenseits von Kultur, Veranstaltungstipps und Fotos hübscher Männer.

    Es sollte natürlich auch politische und wirtschaftliche Themen aus dem In- und Ausland Beachtung finden. Oder wieso nicht mal eine Reportage über schwule Obdachlose, schwule Flüchtlinge, homophobe Gewalt, verstoßene Kinder, etc.

    Und wenn "die da oben" Mist bauen, egal ob Politik, Wirtschaft oder Kirche, muss man das offen und mit deutlichen Worten benennen. In Demokratien hat der Journalismus viele Freiheiten, die man auch nutzen sollte, selbst wenn man damit einigen Mächtigen aus Politik und Kirche auf die Füße tritt.

    Auch bei Leserbriefen sollte man jede Meinung zulassen und keine Schere im Kopf haben.

    Und bei Interviews müssen auch mal unbequeme Meinungen veröffentlicht werden.

    5. Special-Interest-Nischen

    Auch das sehe ich genauso: gerade Special-Interest-Magazine haben eine rosige Zukunft vor sich. Wenn sie es richtig angehen und jetzt nicht meinen, nur noch PR bringen zu müssen.

    6. Trend zum gedruckten Medium

    Das ist etwas, was Medien- und Kommunikationswissenschaftler schon lange prophezeien. Bisher hat jedes neue Medium erst mal einen Boom erlebt, aber sich dann irgendwann auch auf einem normalen Level eingepegelt. Und auch keine anderen Medien verdrängt.

    Viele Kunden kaufen jetzt doch auch wieder verstärkt Printmedien. Sie merken einfach, dass das Lesen auf Papier doch angenehmer und ermüdungsfreier ist als das Lesen auf jeder Art von Bildschirm. Von der Haptik mal ganz zu schweigen. Und beim Lesen in der Wanne, auf dem Sofa oder auch draußen bei Sonnenlicht bevorzugt man eh Printmedien.

    Fazit:
    Es ist sicher nicht leicht, ein gutes und erfolgreiches Magazin zu machen. Aber wenn man es richtig macht und jetzt nicht auf die PR-Ideen mancher Leute reinfällt, kann das gelingen. Sogar sehr erfolgreich, wenn man wirklich alles richtig macht.

    Das gilt gerade auch für Special-Interest-Medien.
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#5 ad revenueAnonym
#6 PeerAnonym
  • 21.12.2012, 10:20h
  • Antwort auf #3 von A x e l
  • Ja, wir sind rund um die Uhr schwul bzw. lesbisch.

    Aber das heißt nicht, dass wir uns nur für schwul-lesbische Themen interessieren und nicht auch mal für was anderes.

    Da hat sie sich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt, aber in der Sache stimme ich ihr zu, dass man vielfältig berichten sollte.

    Z.B. sind Arbeitslosigkeit, Altersarmut, etc. keine speziell schwulen Themen, die aber auch viele Schwule und Lesben betreffen, weil sie eben die ganze Gesellschaft betreffen.

    Und auch als Schwuler kann man Filme ohne schwule Thematik toll finden und nicht nur schwule Filme.

    Etc. etc.
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#7 Tobi CologneAnonym
  • 21.12.2012, 10:30h
  • Was ich mir wünschen würde, wäre ein bunter Themenmix in vielen Ressorts:

    - Politik (mit Berichten aus Deutschland und der ganzen Welt, vielleicht auch mal in Kooperation mit ausländischen Magazinen / vor Wahlen auch mal solche Prüfsteine wie die des LSVD, aber nicht nur das Labern der Parteien, sondern was die wirklich gemacht haben)

    - Kultur (Musik, Filme, Ausstellungen, etc.)

    - Boulevard (neuester Klatsch und Tratsch über Promis und alle anderen "bunten" Themen)

    - Lifestyle (Mode, Fitness, Einrichtung, Deko, Kochen & Backen, etc.)

    - Gesundheit

    - hübsche Fotos von Männern, aber z.B. auch Fotos von CSDs, Partys, etc.

    - und außerdem Reportagen, Interviews, Leserbriefe, Veranstaltungskalender, etc.

    Und das alles in hoher Qualität und ohne PR! DAS wäre etwas, wofür ich gerne zahlen würde. Und das hätte auch im Internet-Zeitalter wirtschaftlichen Erfolg!
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#8 A x e lAnonym
  • 21.12.2012, 10:31h
  • Antwort auf #6 von Peer
  • '... das heißt nicht, dass wir uns nur für schwul-lesbische Themen interessieren und nicht auch mal für was anderes ...'

    Dann sind wir uns einig. Etwas anderes habe ich auch nicht geschrieben.

    Mir ging es um die spezielle "schwul-lesbische" Sicht auch auf Mainstream-Themen und die ist (aus gutem Grund übrigens) eine etwas andere, als die der hetoronormativ ausgerichteten gesellschaftlichen Mehrheit.

    Auch ich lebe nicht in einem schwul-lesbischen Ghetto, sondern bin täglich im Berufsleben und im Bekanntenkreis mit geschätzt weit über 90 % Heterosexuellen in Kontakt. Und das ist auch gut so!
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#9 A x e lAnonym
  • 21.12.2012, 10:41h
  • Antwort auf #6 von Peer
  • Kleiner Nachtrag zu meiner Antwort auf deinen Kommentar:

    Der Unterschied, den ich bewusst gewählt habe (schon vor langer Zeit) ist, dass ich sowohl im Kollegenkreis, als auch selbstverständlich bei sämtlichen Bekannten als schwuler Mann bekannt bin.

    Erst das hat mich und mein soziales Umfeld dazu gebracht, dass meine Homosexualität (ich bin sehr gern schwul, weil ich meinen Freund liebe und Sex für "das Salz des Lebens" halte) kaum noch ein Thema ist. Es ist so und fertig.

    Wozu mein offenes Auftreten allerdings geführt hat, ist eine höhere Sensibilität meiner Freunde und Kollegen gegenüber Homophobie, was ich durchaus wichtig finde. Aber da kommen wir jetzt vom Thema ab und landen bei der uralten Coming-Out Debatte ... und dazu habe ich jetzt weder Lust noch Zeit, sorry.

    Tschüß
    A x e l
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#10 Simon HAnonym
  • 21.12.2012, 10:45h
  • Die bisher immer wieder genannten Kriterien sind auch für mich der Schlüssel zum Erfolg:

    - gute, vielfältige Themenwahl, die auch nicht vor schwierigen Themen und unbequemen Meinungen zurückschreckt (aber auch genug Platz für "leichte" Themen hat)

    - Qualität, Seriosität, Korrektheit und Zuverlässigkeit

    - Unabhängigkeit (also auch keine PR-Artikel)

    - offene Worte (da wo Leute uns schaden, müssen die auch offen, deutlich und in aller Härte kritisiert werden, egal wie wichtig, mächtig oder angesehen sie sind)
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#11 reiserobbyEhemaliges Profil
#12 goddamn liberalAnonym
  • 21.12.2012, 11:45h
  • Die Leute von queer.de machen ihre Sache z. B. gut.

    Schwul-lesbischer Journalismus hat heute nichts mehr mit Neuigkeiten aus der Szene für die Szene zu tun.

    Man muss wirklich politisch und juristisch ein gutes Fachwissen haben. Und zwar global.Das ist hier der Fall.

    Und man muss sogar den schwurbeligen pseudo-tiefsinnigen Uni-Jargon von 1955 verstehen und einordnen können, dessen sich Ratzinger immer noch bedient. Selbst da blickt queer.de gut durch.

    Und das will wirklich was heißen.
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#13 PapaAnonym
#14 Johannes1989Profil
#15 Troll PoliceAnonym
  • 21.12.2012, 12:32h
  • Antwort auf #13 von Papa
  • "Wo bleibt der Weltuntergang aus schwul-lesbischer Sicht?"

    Den brauchen wir nicht, wir haben doch dich

    Ziel eines Trolls ist es (wütende) Antworten, auch bekannt unter der englischen Bezeichnung Flames, zu provozieren, Menschen mit anderer Meinung zu diskreditieren oder eine Diskussion zu sabotieren, indem eine unangenehme Atmosphäre geschaffen wird.

    Hierbei werden gerne die Diskussionsmethoden der Rabulistik und der Eristik angewandt.

    Ein oft zitierter Spruch im Umgang mit Internet-Trollen lautet: Don't feed the trolls! (Trolle bitte nicht füttern. Damit ist ausgedrückt, dass keine Antwort auf Troll-Posts gegeben werden soll, um den dahinter stehenden Teilnehmern die Aufmerksamkeit, nach der sie sich so krankhaft sehnen, nicht zu verschaffen.

    Die Nichtbeachtung und Nichtbeantwortung ihrer Troll-Kommentare trifft sie am härtesten.

    Und jetzt troll dich, am besten zurück zu kath.net oder ähnlichen Webseiten!
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#16 Papa Kein TrollAnonym
#17 PinocchioAnonym

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