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Ehegattensplitting für Homo-Paare

Beck fordert Einlenken der FDP

  • 28. Dezember 2012 66 3 Min.

Im Bundesrat hat die Bundes­regierung derzeit keine Mehrheit. Daher kann die Opposition den Vermittlungsausschuss nutzen, um mitzureden oder die Regierung vorzuführen. So auch beim Jahressteuergesetz und der Frage der Gleich­behandlung von Lebenspartnerschaften.
Bild: Norbert Blech

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, hat die FDP aufgefordert, im Bundestag für das vom Vermittlungsausschuss veränderte Jahressteuergesetz zu stimmen.

Das Gremium von Bundestag und Bundesrat, in dem Union und FDP keine Mehrheit haben, hatte als Vermittlungsergebnis dem zustimmungspflichtigem Gesetz der Regierung eine Gleichstellung von Lebenspartnerschaften beim Ehegattensplitting hinzugefügt (queer.de berichtete). Der Bundesrat hatte zuvor die Regierung zweimal aufgefordert, für eine Gleichstellung zu sorgen. Das unechte Vermittlungsergebnis ist sowohl als Einsatz für die Sache wie auch als Parteitaktik zu werten.

"Die FDP muss in der Koalition für ein Ja zum Vorschlag des Vermittlungsausschuss für das Jahressteuergesetz kämpfen", forderte Beck. "Damit wird das Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von Union und FDP, die steuerrechtliche Benachteiligung der Lebenspartnerschaft zu beseitigen, umgesetzt."

"Bewährungsprobe" für Rösler


Volker Beck ärgert die Regierung

Beck sprach in diesem Zusammenhang von einer "Bewährungsprobe" für den FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler. "Die FDP kreist um sich selbst. Spitzenkandidat? Parteivorsitzender? Das Personalkarussel dreht sich bei den Liberalen. Dabei vergessen sie ihre inhaltlichen Aufgaben." Mit der Abstimmung zum Jahresgesetz werde sich für die Liberalen ihr "inhaltliches Gewicht in der schwarz-gelben Koalition zeigen. Dies ist die nächste Bewährungsprobe für den Parteivorsitzenden Rösler."

In der letzten Sitzung des Bundestags vor der Weihnachtspause hatten Union und FDP noch abgelehnt, über das Vermittlungsergebnis zu diskutieren – aus formalen Gründen. Die Parteien beriefen sich auf die Geschäftsordnung des Bundestages, nach der die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses den Abgeordneten bis zu einer gewissen Frist hätten vorliegen müssen – was in der Vergangenheit allerdings häufig nicht der Fall war.

"Wir freuen uns auf die unvermeidliche Debatte in der Winterpause", hatte dazu Volker Beck gesagt. Spiegel Online zitierte einen Unions-Abgeordneten mit folgendem Grund für die Verzögerung: "Wir lassen uns nicht von SPD und Grünen am Nasenring durch die Manege führen." So werden viele in der Regierung denken.

Liberale in der Zwickmühle

Zugleich ist die FDP in der Zwickmühle: Sie hatte den Wählern eine Gleichstellung versprochen, sie steht auch im Koalitionsvertrag. Sie ist auch politisch geboten, hat eine Mehrheit in der Bevölkerung und – theoretisch – im Bundestag und dürfte im nächsten Jahr nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ohnehin kommen.

Doch der große Koalitionspartner sperrt sich, die CDU hatte erst im Dezember auf ihrem Parteitag beschlossen, kein Ehegattensplitting für Homo-Paare einzuführen (queer.de berichtete). Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel mehrfach angekündigt, dass es keine Gleichstellung geben würde. Entsprechende Gesetzesinitiativen der Opposition wurden 2012 mit den Stimmen von Union und FDP beerdigt.

Am Donnerstag hatte bereits der LSVD angekündigt, beim Dreikönigstreffen der FDP am 6. Januar in Stuttgart zu demonstrieren (queer.de berichtete). "Wir fordern die FDP auf, in der Bundesregierung für die Annahme des Vermittlungsergebnisses zu sorgen", so der Verband. (nb)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.12.2012, 15:44h
  • Lieber Herr Beck, wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was"! Daß sich die alte Quengelliese noch zum Jahresende zu Wort melden muß ist einmal wieder typisch!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 28.12.2012, 15:55h
  • Die FDP sollte sich an ihre eigenen Parteitagsbeschlüsse zur Gleichstellung erinnern und an Ihre Wahlversprechen aus 2009.

    Sollte die FDP erneut im Januar 2013 im Bundestag gegen die Gleichstellung votieren, ist sie im Herbst 2013 raus aus dem Rennen.
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#3 Simon HAnonym
  • 28.12.2012, 16:17h
  • Ich fürchte, da stößt er auf taube Ohren.

    Und auch diesmal wird die FDP uns wieder verarschen wollen und so tun, als wolle sie ja eigentlich und scheitere nur an der CDU/CSU.

    Aber sonst nimmt die FDP für jede Kleinigkeit Streit mit der Union in Kauf. Aber wenn es um unsere Gleichstellung geht, sind sie plötzlich ganz zahm und wollen keinen Widerspruch zur Union riskieren.

    Ausgerechnet da wird auf den Koalitionsfrieden verwiesen, der die FDP sonst auch nicht interessiert. Und die Union auch nicht, denn dass die den Koalitionsvertrag offen brechen, nimmt die FDP auch in Kauf.

    Spätestens beim Bruch des Koalitionsvertrags durch die Union sollte die FDP sich wenigstens selbst an den Vertrag halten und für die steuerliche Gleichstellung stimmen. Aber was macht die FDP: kaum bricht die Union den Koalitionsvertrag, nehmen sie das nicht nur kritiklos hin, sondern unterstützen das dann auch noch, indem sie selbst auch dagegen stimmen.

    Für wie dumm hält uns die FDP eigentlich?

    Und sowas soll Deutschland regieren?
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