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Nach Äußerungen zum Sany-Hook-Massaker
Es wird eng für die Westboro Church
- 29. Dezember 2012 3 Min.

Schwuler Gegenprotest gegen die Westboro Baptist Church, 2000.
Bild: Wiki Commons / Paul M. Walsh / CC-BY-2.0
Jetzt wird es enger für fundamentalistische Homo-Hasser. In Deutschland hat die Szene gegen kreuz.net gekämpft, nun ist in den USA die Westboro Baptist Church dran.
Die kleine Kirche aus Kansas, die hauptsächlich aus der Phelps-Familie besteht, hat im Laufe mehrerer Jahrzente über 40.000 Demonstrationen abgehalten, mit aggresiven Botschaften auf Schildern wie "Gott hasst Schwuchteln". Von einigen antisemitschen Protesten abgesehen, ging es dabei immer um Homosexualität.
Zunehmend wurde die Öffentlichkeit gesucht, zunächst durch Demonstrationen am Rande von Beerdigungen von ermordeten Schwulen (etwa Matthew Shepard) oder verstorbenen HIV-Positiven, später bei Beerdigungen von gefallenen US-Soldaten oder Opfern von Gewaltverbrechen. Diese hätten die gerechte Strafe von Gott dafür erhalten, dass die Regierung Homosexualität "ermögliche", lautete dafür immer die Begründung.
Opfer von Erdbeben, Tornados, Amokläufen – sie alle mussten für die Propaganda der Sekte herhalten. Auch im Ausland: Natürlich war der Anschlag von Oslo und Utøya aus Sicht der Kirche eine Strafe Gottes. Mit der Ankündigung, bei den Beerdigungen der Opfer des Amoklaufes an der Sandy-Hook-Grundschule, also größtenteils von Kindern, zu demonstrieren, ist die Kirche nun aber möglicherweise einen Schritt zu weit gegangen.
Petitionen und Hacks

Auch zu Deutschland äußerte sich die Kirche: Winnenden oder der Archiveinsturz von Köln seien die Strafe für die Abschaffung des §175.
Eine Mitte Dezember beim Weißen Haus eingereichte Online-Petition, die Kirche als "Hate Group" anzuerkennen, hat bislang fast 300.000 Unterzeichner gefunden – die erfolgreichste Petition auf der Webseite des Weißen Hauses aller Zeiten.
25.000 Unterschriften braucht eine Petition, damit sich das Weiße Haus damit beschäftigen muss. Wie so oft bei viralen Kampagnen ist die Aktion allerdings nicht sonderlich zielgerichtet: Die Regierung führt keine Liste von Hass-Gruppen und hat keine Gesetze, die sich auf diesen Status beziehen. Aktivisten hoffen auf eine andere Petition, die der Kirche die steuerliche Gemeinnützigkeit entziehen soll. Auch sie hat fast 50.000 Unterschriften erzielt.
Anlass für die Gegenaktionen war die Ankündigung der Kirche, bei den Beerdigungen der ermordeten Kinder des Sandy-Hook-Massakers zu demonstrieren. Dazu kam es zwar nicht, ähnlich wie bei kreuz.net und dem unsäglichen Bericht zum Tod von Dirk Bach schien aber endgültig eine Linie überschritten worden zu sein. Aus ignorieren und belächeln wurde bekämpfen.
Der Amoklauf sei eine gerechte "Strafe für die Schwuchtel-Ehen", hatte die Kirche verlautbaren lassen. Mit den Demonstrationen wolle man "Gott preisen für den Glanz seiner Arbeit in der Ausführung seiner Strafe", hieß es in einem Tweet, in einem anderen: "Gott hat den Schützen geschickt."
In Folge griffen Mitglieder des Hacker-Kollektivs Anonymous die Kirche an: Die Webseite und einige Twitter-Accounts wurden gehackt sowie Namen und Adressen von Mitgliedern und Unterstützern der Kirche veröffentlicht. Als der erste Protest bei einer Beerdigung anstand, half Anonymous bei der Koordinierung eines Gegenprotestes und veröffentliche Details, in welchem Hotel sich die Mitglieder aufhielten. Es kam letztlich zu keiner Störung einer Beerdigung.
Stetiger Kampf mit Rückschlägen

Familienoberhaupt Fred Phelps bei einer Aktion
Bemühungen, die Kirche in ihre Schranken zu weisen, gab es in den letzten Jahren zahlreiche. Mehrere Staaten haben Gesetze erlassen, die die Demonstrationen bei Beerdigungen erschweren. Zuletzt verabschiedete der Kongress im August ein Gesetz, wonach Proteste bei Beerdigungen von Militärangehörigen einen Zwei-Stunden-Abstand zur Zeremonie haben müssen. Auch müssen die Proteste einen räumlichen Abstand von mindestens 91 Metern haben.
Der größte Rückschlag im Kampf gegen die Kirche kam allerdings erst 2011. Der Vater eines gefallenen Soldaten verklagte die Kirche nach einem Protest wegen Verleumdung, Verletzung der Privatssphäre und bewusstem Zufügen von emotionalem Schmerz. Mehrere Instanzen gaben ihm Recht, in den Prozess schalteten sich zudem die Generalstaatsanwälte fast aller US-Bundesstaaten auf seiner Seite ein.
Doch beim US Supreme Court scheiterte er. Die Richter entschieden mit neun Stimmen zu einer, die Proteste seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt gewesen. (nb)











Hoffentlich hat die Petition fuer die Entziehung der steuerl. Verguenstigungen Erfolg. Geldentzug hat grosse Wirkung.