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Kommentare zu:
Bist du cut oder uncut?


#191 finkAnonym
  • 10.01.2013, 21:25h
  • Antwort auf #189 von TheDad
  • "denn dieser Antisemitismus/Islamophobie/Rassismus wendet sich NICHT gegen ein Volk, eine Volksgruppe, einen Stamm"

    ... genau dann IST es aber eben KEIN rassismus und darf auch nicht so genannt werden, wenn wir nicht JEDE kritik an irgendeiner kulturellen tradition gleich als rassismus bezeichnen wollen. ich jedenfalls will das nicht, weil die nicht-trennung von kulturkritik und rassismus verheerende folgen hätte - die wir an der aktuellen debatte m.e. ganz gut erahnen können.

    eine ganz andere sache ist es, wenn konkreter rassismus sich in eine solche debatte HINEINMISCHT. dass das bei der beschneidungsdebatte der fall ist, kann sicher niemand vollkommen bestreiten. ich finde es auch wirklich wichtig, das ernst zu nehmen und darüber zu reden!

    aber gerade deshalb finde ich es auch wichtig, antisemitismus/islamophobie/rassismus dort, wo sie sich zeigen, KONKRET zu benennen und zu kritisieren, statt mit pauschalen vorwürfen gleich die ganze debatte abwürgen zu wollen.

    ein POSITIVER rassismus (judentum und islam dürfen gar nicht kritisiert werden, weil das immer rassistisch sei) löst das problem nämlich auf dauer auch nicht - im gegenteil.
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#193 gefundenAnonym
#194 antosProfil
  • 11.01.2013, 21:12hBonn
  • Antwort auf #189 von TheDad
  • "Aber genau dieses Gefühl ist es auch was die formal gesetzwidrige Handlung dieser religiösen Riten ausmacht, und was dazu führt das sie ihre Kinder verletzen."

    Hier sind wir vielleicht am Anfang einer veränderten Diskussion. Denn die Eltern, die ihre Söhne [wir sprechen ja hier nicht neutral über Kinder, sondern über Söhne - in einer patriarchalischen Kultur womöglich] - beschneiden lassen, tun dies ganz sicher nicht mit dem Bewusstsein, sie zu "verletzen"! Sondern in dem Bewusstsein, sie mit einer guten Tat zu vollwertigen Menschen zu machen.

    Wenn überhaupt, lässt sich die Praxis der Beschneidung nur abschaffen, wenn man ruhig und beharrlich auf deren mögliche negative Auswirkungen hinweist und immer wieder konkrete Unglücksfälle schildert. Die Eltern, die für ihre Kinder üblicherweise nur das Beste wollen, an den Pranger zu stellen, scheint mir der falsche Weg.
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#195 PrivateigentumAnonym
#196 antosProfil
#197 Vor 100 JahrenAnonym
  • 12.01.2013, 13:58h
  • Antwort auf #196 von antos
  • "The circumstances that held the family together no longer exist. The family is ceasing to be necessary either to its members or to the nation as a whole.
    [...]
    The woman who takes up the struggle for the liberation of the working class must learn to understand that there is no more room for the old proprietary attitude which says:

    These are my children, I owe them all my maternal solicitude and affection; those are your children, they are no concern of mine and I dont care if they go hungry and cold I have no time for other children. The worker-mother must learn not to differentiate between yours and mine; she must remember that there are only our children [...]

    The workers state needs new relations between the sexes, just as the narrow and exclusive affection of the mother for her own children must expand until it extends to all the children of the great, proletarian family, the indissoluble marriage based on the servitude of women is replaced by a free union of two equal members of the workers state who are united by love and mutual respect.

    In place of the individual and egoistic family, a great universal family of workers will develop, in which all the workers, men and women, will above all be comrades."

    www.marxists.org/archive/kollonta/1920/communism-family.htm
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#198 kontextAnonym
  • 12.01.2013, 15:29h
  • "Augstein und die Antisemitismus-Oper

    [...] Im ersten Werk zum neuen Antisemitismus (Forster/Epstein) waren es noch Organisationen vom linken Rand gewesen, die das Herz der antisemitischen Finsternis verkörperten, etwa die Kommunistische Partei und die Sozialistische Arbeiterpartei. Inzwischen haben Israels Apologeten den Sprung an den rechten Rand des politischen Spektrums vollzogen. Beim gegenwärtigen Revival wird die Rolle, die früher der radikalen Linken zugedacht war, daher mit Organisationen aus der politischen Mitte, etwa Amnesty International und Human Rights Watch, neu besetzt. [...]"

    rhizom.blogsport.eu/2013/01/04/augstein-und-die-antisemitism
    us-oper/#more-11561
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#199 nonpraeputiusAnonym
  • 17.01.2013, 23:19h
  • Das lange Schweigen der Betroffenen mag daran gelegen haben, dass nicht jeder gerne öffentlich über so etwas spricht. Zudem wurde einem die Beschneidung immer als etwas ganz Gewöhnliches verkauft und man fühlte sich stets so, als sei man der einzige, der mit seinem Zustand nicht zufrieden ist. Die Diskussion um das Kölner Urteil führte dann endlich dazu, dass viele sich öffentlich äußerten und man erfahren durfte, dass auch andere sich verstümmelt fühlen. Deshalb wurde aus meinem langem Schweigen große Vehemenz. Für mich gibt es da einen glasklaren Zusammenhang.

    Artikel wie dieser bringen mich jedesmal wieder auf die Palme - es wird einfach nicht wahrer, wenn man es öfter schreibt. Die Beschneidung wird hier, wie leider in den meisten veröffentlichten Presseartikeln, mal wieder systematisch verharmlost und bagatellisiert, und das ist schwer zu ertragen!

    Selbstverständlich kann eine Beschneidung negative Auswirkungen auf den Sex haben! Eine Befriedigung mit der Hand (nicht nur mit der eigenen) ist ohne Gleitmittel niemals schmerzfrei und deshalb einfach ungenießbar. Man ist dabei stets auf Hilfsmittel angewiesen, das empfinde ich als große Einschränkung. Ungenießbar ist außerdem ein Schwanz, der nach Creme oder nach Gleitmittel schmeckt - man muss sich also für eine bestimmte Reihenfolge oder gegen Oralsex entscheiden. Oder lästige Pausen machen, um das Zeug wieder abzuwaschen. Die Empfindsamkeit der Eichel wird außerdem stark herabgesetzt - was sich bei mir noch gut anfühlt, würde meinem unbeschnittenen Freund schon weh tun.

    Was Traumatisierungen angeht, kann ich sagen: es wurde bei mir im Säuglingsalter gemacht und ich kann mich an nichts erinnern, ABER ich hatte mich, bis ich meinen ersten Freund kennenlernte, mein Leben lang regelmäßig gefragt, was genau mir eigentlich genommen wurde und wie ein gesunder Penis überhaupt funktioniert. Wie es sich anfühlt, unbeschnitten zu sein, werde ich niemals erfahren können.

    Woran ich mich hingegen ziemlich gut erinnern kann, sind verletzende Hänseleien in der Schule, die bei mir zu übertriebener Schamhaftigkeit geführt haben.

    Ästhetisch sehe ich auch keinen Vorteil darin, wenn bei einer Erektion zum Ausgleich der fehlenden Vorhaut die behaarte Haut vom Hodensack hochgezogen wird.

    Und das alles darf man seinem Sohn jetzt aus beliebigen Gründen gegen dessen Willen zumuten, genau wie es sich sämtliche Religionsgemeinschaften gewünscht haben. Ich bin inzwischen wohl das, was man "religionsfeindlich" nennt, und dazu stehe ich.

    Man kann einem Jungen gar nicht die Vorhaut abschneiden, ohne sein Kindeswohl zu gefährden - das neue Gesetz und der darin enthaltene Kindeswohlvorbehalt sind der reinste Hohn!
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#200 daVinci6667
  • 18.01.2013, 00:41h
  • Antwort auf #199 von nonpraeputius

  • Danke für deine ehrlichen Worte.

    Viele Psychotherapeuten können ein Lied davon singen wie schwer und schmerzlich es für viele Männer ist zu akzeptieren was unwiderruflich verloren ist. Leider steht aber kaum einer öffentlich dazu. Dann könnte sich vielleicht eher was ändern.

    Beschneidung ist in Wahrheit der kleine Bruder der Kastration, denn zigtausende empfindlichste Nerven werden einfach abgehackt.

    In jungen Jahren kann einer es positiv empfinden, da er länger braucht, bis er kommt. Wird er älter können aber diese fehlenden Nerven zu Erektionsproblemen oder zu Einschränkungen der Orgasmusfähigkeit führen.
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