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Bildungsminister Mutula Kilonzo befürchtet, dass Kinder mit dem Buch eines schwulen Autors "korrumpiert" werden können (Bild: Ministry of Education)

In Kenia wollen homophobe Aktivisten das Buch "The Whale Rider" in Schulen verbieten, mit Unterstützung des Bildungsministers. Grund: Der neuseeländische Autor Witi Ihimaera ist schwul.

Der Roman des bedeutendsten lebenden Maori-Autors war erst in diesem Schuljahr von der Behörde Kenya Institute of Education (KIE) zugelassen worden. Das Buch aus dem Jahr 1987, das 2002 unter gleichem Namen verfilmt wurde, handelt von der Zerrissenheit der Ureinwohner im modernen Neuseeland. Zwar wird darin Homosexualität nur angedeutet, allerdings befürchtet Bildungsminister Mutula Kilonzo, dass das Buch die Gedankenwelt der Kinder "korrumpieren" könne.

"Es ist mir neu, dass ein solches Buch ausgewählt wurde. Mir ist es egal, wie intelligent der Autor ist, ich will erreichen, dass es aus dem Schulplan verschwindet", sagte der Minister der kenianischen Zeitung "Daily Nation", die dem Roman vorwerfen, heterosexuelle Beziehungen als negativ darzustellen und "unverhohlen feministisch" zu sein.

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Kirche: "Schwuler Sex widerspricht Menschenwürde"


"Whale Rider" ist auch als Film erschienen

Zuvor hatten anglikanische und katholische Aktivisten ein Verbot des Buches in Schulen gefordert. So erklärte der anglikanische Sprecher Vincent Wambugu: "Wir müssen unsere Gesellschaft jetzt und in Zukunft schützen. Die schwule Praxis widerspricht der Menschenwürde."

In Kenia stehen auf homo­sexuelle Beziehungen bis zu 14 Jahre Haft. Auch in der Öffentlichkeit ist das Verbot populär: 98 Prozent der Kenianer erklärten in einer Umfrage aus dem Jahr 2010, dass Homosexualität von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden soll. In den letzten Jahren gab es immer wieder Übergriffe auf Schwule: So gab es Berichte, dass in Nairobi im Juni 2012 ein Mann von einem aufgebrachten Mob getötet wurde, weil er hinter einer Kirche mit einem anderen Mann Sex gehabt haben soll (queer.de berichtete). Ministerpräsident Raila Odinga hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Schwulen mit der Verhaftung gedroht (queer.de berichtete).

In Deutschland ist das Buch unter dem Titel "Whalerider – Die magische Geschichte vom Mädchen, das den Wal ritt" erschienen. (dk)

Youtube | Deutscher Trailer für den Film "Whale Rider"

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#1 MarcAnonym
  • 07.01.2013, 17:13h
  • Naja wenn die Steinzeitmenschen in Afrika so denken, dann sollten wir alle mal überdenken ob die unser Geld so bitter nötig haben. Ich glaube nicht. Länder die die Menschenrechte mit Füßen treten gehören nicht unterstützt...
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#2 NicoAnonym
  • 07.01.2013, 18:03h
  • Mit dem Verbieten von Büchern fängt es immer an...
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#3 november 2012Anonym
  • 07.01.2013, 18:12h
  • Das Bundesentwicklungsministerium wirbt bei deutschen Unternehmen für eine Ausweitung ihrer Geschäfte in Ostafrika. Mehrere Länder der East African Community (EAC) verfügen über umfangreiche neu entdeckte Erdöl- und Erdgasvorkommen und hoffen nun auf einen Wirtschaftsboom.

    Das Entwicklungsministerium habe Förderprogramme für investitionswillige deutsche Firmen aufgelegt, heißt es in Berlin; man solle sich die Chancen etwa in Kenia nicht entgehen lassen.

    Deutschland kann seinen Einfluss in der EAC nicht zuletzt darauf stützen, dass es den Staatenbund von Anfang an kofinanziert: Es sei "schwer", eine von den Finanziers "unabhängige Entscheidung" zu fällen, erläutert ein EAC-Funktionär die gegenwärtige Abhängigkeit seiner Organisation.

    Berlin und Brüssel nutzen die EAC-Staaten dabei auch für ihre politisch-militärischen Ziele, etwa um Somalia und Südsudan unter Kontrolle zu bekommen.

    Auf lange Sicht soll der Staatenbund, der inzwischen neben Kenia, Uganda und Tansania auch Ruanda und Burundi einbezieht, zum exklusiven deutsch-US-amerikanischen Einflussgebiet werden.
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