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  • 17. Januar 2013 17 2 Min.

Bei einem Nachrichtensender lehnte der Wirtschaftswissenschaftler die Gleich­behandlung von Homo­sexuellen ab. (Bild: SkyTG24)

Der italienische Ministerpräsident glaubt an "traditionelle" Werte: Mario Monti hat sich im Wahlkampf gegen die Öffnung der Ehe ausgesprochen.

Der amtierende Ministerpräsident Italiens hat am Mittwochabend in einem Fernsehinterview die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht und das Adoptionsrecht für Homo-Paare abgelehnt. "Ich denke, dass eine Familie aus einem Mann und einer Frau bestehen soll. Ich halte es auch für notwendig, dass Kinder mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen sollen", so Mario Monti im Nachrichtensender SkyTG24. Allerdings merkte er an: "Das Parlament kann andere Lösungen finden für andere Arten der Anerkennung". Hier gebe es viele Meinungen.

Technokrat Monti steht Meinungsumfragen zufolge bei 15 Prozent der Stimmen, die Berlusconi-Partei "Volk der Freiheit" käme auf 26 Prozent. Das Linksbündnis, mit dem Monti nach der Wahl Ende Februar arbeiten möchte, liegt bei rund 40 Prozent. Seine Position könnte Monti von seinen Lieblingspartnern entfremden: Große Teile des Linksbündnisses, allen voran die Partei "Sinistra Ecologia Libertà" (Linke, Ökologie, Freiheit) des schwulen Regionalpräsidenten Nichi Vendola, setzen sich für eine Anerkennung von Homo-Paaren ein.

Homo-Gruppe: Monti lässt Maske fallen

Schwul-lesbische Aktivisten haben Monti für seine homofeindliche Haltung scharf kritisiert: "Monti hat jetzt endlich seine Maske fallen lassen und gezeigt, dass er sich von einem europäischen Anführer zu einem vatikanischen Bulldozer entwickelt hat", sagte Flavio Romani, der Chef der Homo-Gruppe Arcigay.

Homo-Paare werden in Italien gegenwärtig wie Fremde behandelt. Allerdings hat erst vergangene Woche der Oberste Gerichtshof die Rechte von Regenbogenfamilien gestärkt: Es hat entschieden, dass Schwule und Lesben nicht schlechtere Eltern sind als Heterosexuelle (queer.de berichtete).

Vor wenigen Tagen hatte sich auch der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi überraschend für die Anerkennung von Homo-Paaren ausgesprochen (queer.de berichtete). Homo-Aktivisten trauen dem 76-Jährigen jedoch nicht über den Weg, weil er während seiner Regierungszeit Rechte für Schwule und Lesben stets blockiert hatte. (dk)

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 17.01.2013, 17:19h
  • Kein Wunder, sammelt der saubere Herr doch gerade Wählerstimmen bei den Katholiken.

    "Am Sonntagabend hatte Papst Benedikt XVI. mit Monti telefonisch Weihnachtswünsche ausgetauscht. Bei dem äußerst herzlichen Gespräch habe der Papst dem zurückgetretenen Regierungschef Glückwünsche auch für ein gutes neues Jahr übermittelt, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit."

    religion.orf.at/stories/2564930/
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 17.01.2013, 17:33h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Katholiken sind in Italien fast alle, auch die 'katholischen Atheisten'.

    Das einzige, was man von Außen tun kann, ist dezent daruf hinzuweisen, dass sich eine notorische Menschenrechtsverweigerung auch negativ auf den (touristischen) Ruf eines Landes auswirken kann. Der Toscana-Fraktion hat Berlusconi ja schon weitgehend den Garaus bereitet.

    Dasselbe sollte man übrigens auch den klerikal-reaktionären Kreisen in Frankreich übermitteln, deren Rückhalt ich doch sehr unterschätzt hatte.
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#3 Poor ItalyAnonym
  • 17.01.2013, 17:34h
  • Dachte, daß der wenigsten den Ansatz von Eiern in der Hose hätte. Weit gefehlt - Duckmäuser vor der Ratzi! Man sollte es nicht für möglich halten! Versteht er sich ja mit der Bundesmutti Frau Kuh in dem Punkt sehr gut!
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