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Papst beruft Heiner Koch
Homo-Gegner neuer Bischof von Dresden-Meißen
- 21. Januar 2013 3 Min.

Will homosexuelle Paare unsichtbar machen: Heiner Koch, neuer Bischof von Dresden-Meißen (Bild: Erzbistum Köln)
Der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der einem schwulen Schützenkönig untersagte, mit seinem Freund aufzutreten, ist vom Papst zum neuen Bischof des katholischen Bistums Dresden-Meißen berufen worden.
Offen gezeigte Homophobie ist in der Katholischen Kirche noch immer gut für die Karriere. Nur etwa anderthalb Jahre, nachdem der Kölner Weihbischof Heiner Koch dem schwulen Schützenkönig Dirk Winter aus Münster persönlich verbat, bei offiziellen Anlässen gemeinsam mit seinem Lebenspartner aufzutreten (queer.de berichtete), wurde er zum neuen Bischof von Dresden-Meißen berufen.
Papst Benedikt XVI. habe die Wahl des Domkapitels am 18. Januar bestätigt, erklärte Domdekan Georg Weinhold Ende im Bischöflichen Ordinariat an der Elbe. Der 58-jährige Hardliner soll am 16. März in der Dresdner Hofkirche offiziell in sein Amt eingeführt werden.
Heiner Koch wurde 1954 in Düsseldorf geboren und studierte Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften. Bereits an seinem 26. Geburtstag wurde er zum Priester geweiht. Im Jahr 2006 wurde er vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Weihbischof ernannt. Bereits seit 1995 ist er als Bundespräses für den Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften zuständig.
Koch: Schwule "missbrauchen" Schützenbrüderschaften
In dieser Funktion schrieb Koch im Sommer 2011 einen Brief an Dirk Winter, der kurz zuvor zum Schützenkönig seines Vereins St. Wilhelmi in Münster aufgestiegen war. Darin heißt es: "Es spricht nichts gegen die Mitgliedschaft homosexueller Personen in unseren Schützenbrüderschaften". Allerdings habe das "Sakrament der Ehe eine wesentlich tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft." Daher dürfe kein schwuler Lebenspartner mit dem Schützenkönig auftreten.
Im März vergangenen Jahres legte der Kölner Weihbischof noch einmal kräftig nach: Im Interview mit dem Domradio rechtfertigte Koch das Verbot offen homosexueller Schützenkönige mit der "besonderen Bedeutung der Ehe" (queer.de berichtete). Ein schwules Königspaar sei ein "Missbrauch zu Demonstrationszwecken", da der Eindruck entstehen könne, dass deren Beziehung gleichwertig mit einer heterosexuellen Ehe ist: "Wir möchten verhindern, dass das öffentliche Auftreten als 'Schützenkönig und -königin' als Demonstration missbraucht wird, dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist."
Im Bistum Dresden-Meißen folgt Koch auf Altbischof Joachim Reinelt, der bereits im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde. Das Bistum erstreckt sich über weite Teile Sachsens und Gebiete in Ostthüringen. "Ich meine mit festem Glauben sagen zu dürfen, er ist eine gute Wahl für unser Bistum", begrüßte der Dresdner Domdekan Georg Weinhold laut "WAZ" die Ernennung des Homo-Gegners. Diözesanadministrator Michael Bautz erhofft sich von Koch vor allem "eine gute Orientierung": "Er wird für viele auch eine Motivation zu einem christlich-katholischen Leben sein." (cw)













