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Protest gegen "Propaganda"-Gesetz

Russland: Nationalisten schlagen auf Homo-Demo ein

  • 21. Januar 2013 17 3 Min.

Die schwul-lesbischen Aktivisten waren wie die wenigen Polizisten den Angriffen der Nationalisten schutzlos ausgeliefert, bis Verstärkung eintraf

In Woronesch trafen rund zehn Homo-Aktivisten auf 500 gewaltbereite Gegendemonstranten. Drei Teilnehmer wurden verletzt. Derweil wurde das Gesetz gegen "Homo-Propaganda", gegen das demonstriert wurde, erneut verschoben.

In der russischen Provinzhauptstadt Woronesch ist es am Sonntag zu Ausschreitungen zwischen einer kleinen Zahl von Homo-Aktivisten und über 500 Gegendemonstranten gekommen, bei denen mehrere Teilnehmer verletzt wurden.

Die LGBT-Aktivisten wollten gegen Homophobie und das geplante Gesetz zum "Verbot der Propaganda von Homosexualität" demonstrieren. Die Verwaltung hatte den Protest am Nikitin-Denkmal im Vorfeld genehmigt, allerdings zunächst nur zehn Polizisten zum Schutz der Teilnehmer abgestellt.

Dabei hatten die Aktivisten bereits im Vorfeld Drohungen erhalten. Zum angekündigten Zeitpunkt erschienen bis zu 500 Nationalisten mit Hitler-Gruß und Hass-Parolen, deren Gegenprotest nicht angemeldet war. Die überforderten Polizisten ließen das gewähren und waren gegen beginnende Gewalttätigkeiten nicht gerüstet. Auf die LGBT-Aktivisten flogen zunächst Schneebälle, dann wurden einige angegriffen. Drei von ihnen erlitten schwerere Verletzungen, ein Teilnehmer verlor nach einem Schlag das Bewusstsein.

Schaufensterpuppen mit Hitlergruß


In Berlin gab es am Sonntag ein Kiss-In vor der russischen Botschaft (Bild: Quarteera / mehr Bilder)

Im Nachhinein erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, dass es weder administrative Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Anmeldung des Nationalisten-Aufmarsches noch öffentliche Auseinandersetzungen gegeben habe. Das russische Fernsehen berichtete über den Vorfall nicht.

Trotz der Gewalt sprachen mehrere russische LGBT-Aktivisten am Sonntag von einem Sieg: Nun stehe auch die Provinz auf für ihre Rechte. Zugleich bleibt die Sorge: "Der Vorfall und insbesondere die Untätigkeit von Polizei und der städtischen Verwaltung zeigen, dass ein landesweites homophobes Gesetz in erster Linie Gewalt legitimiert und LGBT nahezu schutzlos der enthemmten Aggression ausliefert", kommentierte der deutsch-russische Verein Quarteera.

Zusammen mit dem Verein iDecembrists wurde auch ein Schreiben an den russischen Vorstand von Adidas geschickt. Mitarbeiter des Sportgeschäfts hatten sich mit dem nationalistischen Gegenprotest in Woronesch vor der Haustür solidarisch gezeigt, indem sie den Schaufensterpuppen einen Hitlergruß angelegt hatten.

Landesweites Gesetz gegen "Homo-Propaganda" verzögert sich


Auch in Russland wird gleichgeschlechtlich geküsst (Bild: loveislegal.ru)

Mitglieder von Quarteera hatten am Sonntag auch ein Flashmob-Kiss-In vor der russischen Botschaft in Berlin veranstaltet. Rund 20 Schwule und Lesben zeigten so ihre Solidarität mit ihren Schwestern und Brüdern, die am Dienstag vor der russischen Staatsduma in Moskau ebenfalls ein Kiss-in veranstalten wollen.

Am Dienstag sollte das Parlament in erster Lesung ein landesweites Gesetz gegen "Homo-Propaganda" beraten, wie es in mehreren Regionen bereits in Kraft getreten ist. Am Montag wurde allerdings bekannt, dass die Lesung zunächst verschoben wird – am Donnerstag soll ein neuer Termin bekannt gegeben werden.

Die russischen Aktivisten wollen trotzdem den Flashmob am Dienstag abhalten. Bereits am 19. Dezember, als das Gesetz schon einmal beraten werden sollte, hatten einige von ihnen vor dem Parlament ein Kiss-In veranstaltet. Orthodoxe und nationalistische Randalierer hatten die Aktivisten daraufhin angegriffen und mit faulen Eiern beworfen. Mehrere Aktivisten und Randalierer wurden verhaftet und 30 Stunden in Polizeigewahrsam festgehalten. Eine Anklage wurde nicht erlassen. (nb/re)

-w-

#1 Gegen rechtsAnonym
  • 21.01.2013, 17:38h
  • Polizisten schützen die Faschisten.
    Die russischen Medien verschweigen die gewalttätigen Angriffe von Nazis gegen LGBT-Demonstranten.
    Die Polizei behauptet "es habe keine Auseinandersetzungen gegeben".

    Das ist Faschismus, Herr Putin-Freund Gerhard Schröder (SPD) !!!

    Aber das hier setzt dem Ganzen doch wohl die Krone auf:

    "... Adidas (...) Mitarbeiter des Sportgeschäfts hatten sich mit der nationalistischen Gegenprotest in Woronesch vor der Haustür solidarisch gezeigt, in dem sie den Schaufensterpuppen einen Hitlergruß angelegt hatten ..."

    Das wird - auch in Deutschland - ein Nachspiel haben:

    "Deutscher Sportartikel-Hersteller Adidas outet sich als als Nazi-Sympathisant"
  • Direktlink »
#2 papayoyo
  • 21.01.2013, 17:46htrier
  • 10 Leutchen demonstrieren gegen ein Gesetz,wo waren dann die anderen.Ich ziehe meinen Hut vor diesen 10 Menschen die trotz wissender Angst auf die Strasse gingen um zu für ihr Recht zu kämpfen!
    Einige meiner Freund und ich haben beschlossen dieses Jahr Menschen in Russland zu unterstützen bei ihren Demos,öffentlich angekündigt,so dass die Russen ihren CSD mal ohne Gewalt feiern Können.Und je mehr Europäer sich dazu entschliessen,so kann die Russische Regierung nicht wie bekannt alles unter den Teppich kehren.Sicher fahre auch ich dann mit einem unguten Gefühl dort hin,aber selbst hier Deutschland kann ich heute noch wegen meiner offen lebenden Homosexualität getreten werden.
    Und um Rechte friedlich zu kämpfen kenne ich mich aus,denn 1980 als mich öffentlich zu meiner Homosexualität bekannte war der Kampf auch nicht leichter.
    Warum soll man sich dann anderen nicht anschliessen damit Sie friedlich und offen leben können
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#3 EL ES VAU DEAnonym
  • 21.01.2013, 17:51h
  • Antwort auf #1 von Gegen rechts
  • Weiterhin übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung durch unsere zahlreichen Aktivitäten und langjährigen Partnerschaften in den Bereichen Kunst und Kultur, Gesundheit und Soziales, Jugend und Bildung sowie Sport, denn es ist uns sehr wichtig den gesellschaftlichen und interkulturellen Dialog aktiv zu unterstützen.

    www.gazprom-germania.de/unternehmen/unternehmensphilosophie.
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    "In den letzten zehn Jahren hat sich Gazprom vom Goldesel des Staates zum Goldesel der Auftragsnehmer und Mittelsleute gewandelt", erklärte Mikhail Korchemkin, Leiter von East European Gas Analysis in Malvern, Pennsylvania, in einer E-Mail. "Die Hauptsteuerlast liegt auf den Ölkonzernen. Mit anderen Worten: Putin braucht Gazprom, um seine Freunde zu füttern, und Rosneft, um den Staatshaushalt zu füttern."
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