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Aktionen in mehreren Städten
Russland: Erneut Gewalt bei Homo-Protest
- 22. Januar 2013 2 Min.

In Moskau küssten sich Schwule und Lesben vor der Staatsduma, bevor die Gegenprotestler kamen
In mehreren Städten Russlands haben am Dienstag schwule, lesbische und Transgender-Aktivisten gegen Gesetze gegen "Homo-Propaganda" protestiert. In Moskau kam es dabei zu Gewalttätigkeiten durch Gegendemonstranten, mehrere Aktivisten wurden verletzt.
LGBT-Proteste gab es in Moskau, St. Petersburg, Samara, Archangelsk und Tomsk. Während in einigen dieser Städte bereits Gesetze gegen "Homo-Propaganda" bestehen, wurde in Moskau gegen eine geplante Regelung demonstriert, die bundesweit gelten soll. Sie hätte am Dienstag in erster Lesung in der Staatsduma beraten werden sollen, die Debatte war jedoch zuvor auf einen unbestimmten Termin verschoben worden.
In Moskau wurden die Aktivisten des "Tages der Küsse" vor der Duma trotz Anwesenheit der Polizei von orthodoxen und nationalistischen Gegendemonstranten mit Eiern und Ketchup beworfen, einige LGBT-Aktivisten wurden verprügelt. Zwei der Angreifer wurden von der Polizei festgenommen, die Aktivisten haben Anzeige erstattet.
Proteste und Gegner an allen Ecken

In St. Petersburg demonstrierten Schwule und Lesben in traditioneller Kleidung (Bild: Coming Out St. Petersburg)
In St. Petersburg lief der Protest friedlich ab. Drei vermutlich rechtsradikale junge Männer hatten zuvor versucht, vor dem Büro der Petersburger LGBT-Organisationen Aktivisten abzufangen und in das Büro einzudringen. Sie wurden jedoch durch das Wachpersonal des Hauses abgewiesen. Bei der Rückkehr der Aktivisten gab es einen Zusammenstoß mit den Rechtsradikalen, was jedoch folgenlos blieb.
In Samara nahmen neun Aktivisten an einem Protest teil. Die Polizei konnte einige Provokateure abweisen und begleitete die Teilnehmer nach der Aktion. Dennoch kam es zu einem Angriff auf einige Aktivisten, als diese bereits auf dem Heimweg waren. Dabei wurde einer von ihnen verletzt.
In Tomsk wurden die Aktivisten von der Polizei befragt und mussten auf der Polizeiwache eine schriftliche Erklärung abgeben, nach Aussage der Aktivisten waren die Polizisten jedoch freundlich. In Archangelsk kam es zu keinen Übergriffen.
Demo in Brüssel

Der britische Europaabgeordnete Michael Cashman am Dienstag vor der russischen Botschaft in Brüssel (Bild: LGBT Intergroup)
Am Dienstag haben zugleich mehrere Abgeordnete des Europaparlaments vor der russischen Botschaft in Brüssel protestiert. Dem Aufruf der LGBT Intergroup waren auch Gruppen wie Amnesty International und Outrage! gefolgt. Der offen schwule britische Labour-Abgeordnete Michael Cashman sagte, er sei stolz über die Demonstration: "Sie ist eine Erinnerung, dass der Kampf für die Menschenrechte anderer unser eigener Kampf ist."
Bereits in den letzten Tagen hatte es in einigen Städten Russlands Demonstrationen gegen Gesetze gegen "Homo-Propaganda" gegeben. In der Provinzhauptstadt Woronesch kam es dabei am Sonntag zu Ausschreitungen mit nationalistischen Gegenprotestlern, bei denen mehrere Aktivisten verletzt wurden (queer.de berichtete). Der Adidas-Konzern hat sich inzwischen dafür entschuldigt, dass Mitarbeiter eines Ladens aus Solidarität zu den homophoben Gegenprotestlern Schaufensterpuppen einen Hitlergruß verpasst hatten. (nb/re)















Ich schäme mich manchmal, der Gattung Mensch anzugehören.