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Einzelkommentar zu:
Russland: Erneut Gewalt bei Homo-Protest


#9 erererEhemaliges Profil
  • 24.01.2013, 20:08h
  • Antwort auf #8 von alexander
  • Hallo, Alexander! Im Moment ist die Lage (noch) nicht dramatisch, es ist vor allem Initiative einer einzelnen Person, und der hier besprochene Gesetzesentwurf lag irgendwo im Parlament schon seit Herbst 2010 (nach dem ersten 'Baltic Pride' in Vilnius im Mai 2010), nach dem ersten positiven Abstimmen im Parlament (dann wurde alles wegen der heftigen Reaktion aus Bruessel/Strassburg quasi ad acta gelegt - aber leider nicht fuer immer). Jetzt ist also das alles erneut 'wiederaufgetaucht' als hysterische Reaktion auf den geplanten (schon zum zweiten Mal in Vilnius, nach 3 Jahren) 'Baltic Pride 2013' am 27. Juli. Trotzdem ist das gefaehrlich oder kann gefaehrlich werden: die litauische Politik ist wie ein Sumpf, wo nur wenige so was 'feste Ueberzeugungen' haben und nur an Geld interessiert sind. Mit einer Ausnahme - ja, Du hast schon erraten,- Homo-Rechte. Denn in diesem Fall werden fast alle, rechts wie links, ploetzlich sehr um 'Moral und Werte' besorgt, den 'christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft' treu und wegen des 'schaedlichen Einflusses auf unsere Kinder' extrem beunruhigt. Dann kann das Geschaeft wieder weiter ruhig gehen. Wusstest Du, dass Litauen wohl das einzigste Land ist, wo Gay-Pride von der katholischen Kirche indirekt unterstuezt war? Denn im Vorabend dessen hat die lit. Bischofskonferenz erklaert, dass die homosexuellen Personen nicht beleidigt werden muessen (nachdem das Klima unertraeglich wurde: sogar auf einer der Bruecken in Vilnius hatte jemand in der Nacht mit grossen Buchstaben geschrieben: 'ihr seid einzelne, wir sind tausende!') - nicht das die Kirche schwulenfreundlich waere, alles andere als das, aber sie war besorgt in diesen Zusammenfang als schuldige am Ende nicht gebracht werden, wenn etwas schlechtes passiert (wie in Belgrad). Das ironische daran: die katholisch gepraegte Homophobie ist bei uns so stark und immer praesent, dass die Kirche selbst im Prinzip nichts mehr gegen Homo-Rechte machen muss und sogar Zeit von Zeit die 'gute' erfolgreich spielen kann! Du solltest von mir aber auch keinen falschen Eindruck bekommen: bin kein Schwulenaktivist, nur einfacher Mensch, der seine Ruhe haben will und keine grossen Illusionen wegen der Homo-Rechte hier hat. Nach den homophoben Gesetzen 2009/2010/2011 haben beide lit. Homo-Verbaende (ja, die Schwulenszene hier ist so was wie ein bisschen gespalten, trotz ihrer 'Groesse') nach Bruessel geklagt. Viviane Reding, Michael Cashman, Ulrike Lunatzek u.a. haben dann interveniert und waren letzendlich erfolgreich, auf dem Papier zumindest: Verbot der 'Homo-Propaganda' wurde, wie schon geschrieben, ins Archiv gelegt, und im Gesetz ueber 'Schutz der Minderjaehrigen' wurde der Begriff 'Verbot der positiven Darstellung von homosexuellen Beziehungen in den Medien und im oeffentlichen Raum' durch 'Pflicht nur verfassungsgemaesse Definition der Ehe darzustellen' (also nur Hetero-Ehe, die schon seit dem Beginn in den Originaltext der lit. Verfassung von 1992 klar eingeschrieben ist). Sieht so ein Erfolg oder Kompromiss aus?
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  • Anm. d. Red.: Danke für diese Einschätzung. Bitte beachtet auch unseren gestrigen Artikel zum Thema: www.queer.de/detail.php?article_id=18397

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