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Lebenserhaltende Maßnahmen abgestellt
USA: Trauer um 15-jährigen Schwulen
- 30. Januar 2013 3 Min.

Jadin Bell
Jadin Bell aus Oregon litt unter homophoben Mobbing und überlebte einen Selbstmordversuch nicht.
In den USA hat erneut der Selbstmord eines schwulen Jungen das Land erschüttert. Das liegt auch an den Umständen des Falles: Die Familie des 15-jährigen Jadin Bell aus La Grande im Bundesstaat Oregon musste die Entscheidung treffen, lebenserhaltende Maßnahmen im Krankenhaus abzubrechen.
Bereits am 19. Januar hatte sich Bell an einem Gerät auf dem Spielplatz seiner Schule aufgehängt. Er wurde gefunden und in ein benachbartes Kinderkrankenhaus gebracht, wo man kaum noch Gehirnaktivität feststellen konnte. An diesem Wochenende wurden die den Körper unterstützenden Maschinen abgestellt.
Während einer Andacht in der letzten Woche, an der Hunderte Schüler teilnahmen, berichteten Freunde, Bell sei wegen seiner Homosexualität ständigem Mobbing ausgesetzt gewesen, sowohl in der Schule als auch im Internet.
Verletzter Schmetterling
"Er war anders, und sie neigen dazu, sich die herauszupicken, die anders sind", sagte ein Freund der Familie einem lokalen Nachrichtensender. Dabei sei der Junge ein guter Mensch gewesen: "Wenn es jemanden schlecht ging und er in den Raum kam und ein paar kurze Worte sagte, dann vergaß jeder einfach seine Probleme und lächelte. Er hatte da einfach eine Begabung für."
Jadin sei intelligent und einfühlsam gewesen, berichtete eine Freundin. Und sensibel und mitfühlend: "Wenn er [als Kind] einen verletzten Schmetterling gesehen hat, dann wollte er ihn heilen."
Bells Mutter wandte sich mit einem Spruch an Mobber an die Presse: "Das nächste Mal, wenn du daran denkst, zu jemanden unfreundlich zu sein, dann denke daran, wie es ist, wenn die Person ein Mitglied deiner Familie wäre. Möchtest du, dass sie so behandelt werden? Behandle sie nicht so."
Es wird besser – auch in Deutschland
In den USA werden immer wieder Selbstmorde von jungen Schwulen publik, bei denen homophobes Mobbing eine Rolle gespielt haben könnte. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Damit haben die Selbstmorde auch eine politisch-gesellschaftliche Komponente, wie auch der Auffundort von Jadin Bell verdeutlicht. In den USA entstand daher etwa die Video-Kampagne "It get's better", in der Schwule, Lesben und Transgender vom unbeschwerteren Leben nach der Schulzeit berichten.
Für Jugendliche, die in Deutschland Unterstützung beim Coming-out oder einfach Freunde suchen, gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren (eine nicht mehr ganz aktuelle Übersicht, ggf. mal googeln). Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule, Lesben und Transgender. (nb)
Korrektur/Nachtrag: Entgegen der ursprünglichen Version dieser Meldung, die auf entsprechenden amerikanischen Nachrichten basierte, starb der Jugendliche nicht direkt durch das Abschalten der lebenserhaltenden Maschinen, sondern erst am 3. Februar.















Bin deshalb auch bei SchLAu (Schwulen und Lesben Aufklärung in Schulen) und dort merke ich selber auch dass es sich immer mehr bessert.
Deswegen gibt es auch meinen Youtube-Channel: www.youtube.com/Gayawsome