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Kommentare zu:
Personenstandsgesetz an Intersexuelle angepasst


#12 haulchenProfil
  • 06.02.2013, 12:18hMarburg
  • Antwort auf #7 von Kim Schicklang
  • Ich kann gut verstehen, dass es unbefriedigend ist, dass noch immer kein Verbot von geschlechtsanpassenden Operationen im Säuglingsalter da ist. Das ist auf jeden Fall notwendig, klar.

    Aber die Theorie, dass die hier beschlossene Regelung ein Geschenk an die Medizinlobby sei, halte ich für ziemlichen Unfug.

    Sicherlich, die Umsetzung der Bundesregierung bleibt hinter den Vorschlägen des Ethikrates zurück, wenn hier der Nicht-Eintrag gleichbedeutend mit der Kategorie intersexuell wird. Der Vorschlag des Ethikrates war zwar auch nicht perfekt, aber m.E. immerhin schon mal ganz praktikabel: Einführung einer zusätzlichen Geschlechtskategorie "andere" und die (einmalige) Möglichkeit für Intersexuelle, sich einer der dann drei Geschlechtskategorien zuzuordnen, sowie die Option, diese Entscheidung zeitlich begrenzt hinauszuschieben und solange ohne Geschlechtseintrag zu leben. Davon ist leider in der Umsetzung wenig übrig geblieben.

    Dass bei Nicht-Angabe des Geschlechts bei der Kindergarten bzw. Schulmeldung ein Kind ohne Geschlechtseintrag zwangsläufig auffällt, wurde aber auch vom Ethikrat nicht ausreichend bedacht. Es stellt sich die Frage, ob und wie man so ein Zwangsouting verhindern kann. Eine grundsätzliche Abschaffung des Geschlechtseintrags halte ich für unwahrscheinlich und gesamtgesellschaftlich auch nicht für sehr sinnvoll. Wäre eventuell die Möglichkeit eines vorläufigen Geschlechtseintrags (m/w/a) eine Möglichkeit, der dann bis zu einem bestimmten Alter möglichst leicht anzupassen sein müsste? Oder ist auch das keine gute Lösung?
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#11 haulchenProfil
  • 06.02.2013, 10:51hMarburg
  • Antwort auf #5 von KathiGr
  • Den Unterschied zwischen Antizionismus und Antijudaismus zu betonen, ist immer wieder wichtig, vor allem, da es ja auch innerjüdisch deutliche Kritik am Zionismus gibt, vgl. z.B. Judith Butler. Ebendiese weist aber auch immer wieder darauf hin, dass vermeintliche "reine Antizionisten" häufig in der Praxis selbst nicht unterscheiden zwischen "Staat Israel" und "jüdischer Identität" (jewishness) bzw. "jüdischer Religion" (judaism). Das scheint dir hier leider auch passiert zu sein. Auch wenn es innerjüdisch auch über die Beschneidung Diskussionen gibt und Gruppen, die auf ihre Abschaffung drängen, ist es zu einfach, dieses Ritual als zionistisch einzustufen. Jüdische Volks- und Religionsidentität (um mal in diesen Schablonen zu sprechen - jewishness umfasst eigentlich natürlich noch viel mehr) sind bezüglich der Beschneidung m.E. nicht eindeutig zu trennen.

    Und jetzt zurück zum Thema ;-). Deine Befürchtung, man habe sich mit der Erlaubnis religiöser Beschneidung die Möglichkeit zum Verbot geschlechtsanpassender Operationen im Säuglingsalter genommen, teile ich nicht. Immerhin bleibt die rechtliche Ausgangslage, dass jeder medizinische Eingriff im Prinzip Körperverletzung und grundsätzlich nur durch nachweisbaren medizinischen Nutzen oder eine Willensbekundung des_der Behandelten zu rechtfertigen ist, die gleiche, auch nachdem wir in einem bestimmten Einzel- und Zweifelsfall eine Ausnahmeregelung (und zwar gerade zum Schutz zweier Minderheiten) beschlossen haben. Aber gut, ich bin kein Jurist, vielleicht übersehe ich einen Haken.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 userer
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Kim SchicklangAnonym
  • 03.02.2013, 14:05h

  • Wenn man weiss, dass die Pläne der nächsten Fremsbestimmung längst in den Schubladen gelegen haben, wird einem das Grauen klar, das aus dem neuen Gesetz hervorgeht: Es wird eine neue Machtmissbrauchsmôglichkeit geschlechtlich normvarianter Menschen eingeführt. Das was beschlossen wurde ist keine Befreiungsaktion für Intersexuelle Menschen, sonder ein weiteres Mittel geschlechtlicher Verfügbarmachtung. Denn nun nimmt sich die Medizin heraus entscheiden zu können, ob ein Kind "uneindeutig" ist, oder nicht. Die Medizinlobby hat sich mit diesem Schachzug erfolgreich ihre Macht ausgebaut.

    Deswegen ist auch die Überschrift falsch. Da wurde kein Gesetz an Intersexuelle angepasst, sonder es wurde ein Gesetz an die Medizinlobby angepasst.
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#6 userer
  • 03.02.2013, 07:24h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • FoXXXyness sieht mal wieder die Welt nicht vor lauter Münsterland: "Es bewegt sich was und die kleine Kristina Köhler mittendrin!"

    Da geht es Kristina Schröder [NICHT "Köhler"!!!] wie ihrer rückständigen CDU: Ganz West- und Mitteleuropa bewegt sich nach vorne, nur die Christen-CDU bleibt wie angewurzelt mittendrin stehen bzw. rutscht immer weiter rückwärts.
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#5 KathiGr
  • 02.02.2013, 19:53h
  • Antwort auf #4 von lotto
  • "es ist aber nicht nur wegen falsch verstandener solidarität zu juden sondern genauso wegen falsch verstandener solidarität zu moslems in kraft."

    Das sehe ich nicht so. Hätte es nicht die Judenverfolgung in der deutschen Geschichte gegeben, hätten sich unsere Politiker keinefalls so über das Gerichtsurteil aufgeregt und es in so einem Eiltempo überstimmt.

    "du beziehst mal wieder und wie immer alles nur auf 'die juden'."

    Nein. Das machen die Politiker, die das Gerichtsurteil fälschlicherweise als antisemitisch eingestuft haben. Ich weise lediglich auf deren Fehleinschätzung hin.

    "denn jemanden wie dich, der/ die in allem und jedem pinkwashing und eine jüdische verschwörung sieht, kann man nicht mehr ernst nehmen."

    Wie bitte? Wann habe ich denn je von einer "jüdischen Verschwörung" gesprochen? Das bildest du dir ein. Ich bin Antizionist, kein Antisemit. Den Unterschied kennst du doch hoffentlich.
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#4 lottoAnonym
  • 02.02.2013, 17:25h
  • Antwort auf #3 von KathiGr
  • in der tat. das beschneidungsgesetz was aus religiösen gründen beschneidungen erlaubt, muss weg. es ist aber nicht nur wegen falsch verstandener solidarität zu juden sondern genauso wegen falsch verstandener solidarität zu moslems in kraft.
    du beziehst mal wieder und wie immer alles nur auf "die juden".
    kinder müssen das recht auf einen unversehrten körper haben, unabhängig jeglicher politischer und religiöser debatte und ohne das man diese für eigene, politische zwecke gebraucht.
    denn jemanden wie dich, der/ die in allem und jedem pinkwashing und eine jüdische verschwörung sieht, kann man nicht mehr ernst nehmen. vorherige kommentare von dir haben das bestätigt. du versuchst auffällig penetrant die themenbereiche politik israels, semitismus und antisemitismus mit sehr einseitiger sichtweise hier bei queer.de aufzuführen.
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#3 KathiGr
  • 01.02.2013, 18:12h
  • "Statt dieser Regelung hätte der Bundestag besser ein Verbot von 'medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Genitaloperationen an Kindern' [...] beschließen sollen, so zwischengeschlecht.info."

    Oh, nein! Das geht nicht! Das wäre doch "antisemitisch"!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#1 MANY SEXESAnonym
  • 01.02.2013, 14:40h
  • Schockierend, was da als "Erfolg" verkauft wird.

    Die staatlich organisierte Zuweisung eines Geschlechts - ganz egal welches - muss generell beendet werden.

    Die gesellschaftlich produzierte, brutal hergestellte und ideologisch zementierte zweigeschlechtliche Ordnung ist ein Verbrechen an Menschen in ihrer real existierenden und auch objektiv biologisch nachweisbaren geschlechtlichen Vielfalt.

    Allein die Änderung eines Personenstandsgesetzes wird selbstverständlich niemals die gesellschaftlich gemachte Geschlechterordnung überwinden können, solange dieser Ordnung nicht die gesellschaftliche Basis (Produktions- und sich daraus ergebende Reproduktionsverhältnisse) entzogen wird.

    Aber die Forderung nach einem sofortigen Ende der institutionalisierten gesellschaftlichen Zuweisung von Geschlecht ist absolut notwendig, um deutlich zu machen, dass diese unvereinbar ist mit grundlegenden Menschen- und Selbstbestimmungsrechten.

    Dass angesichts der aktuellen Beschlusslage, die mit aller Gewalt an der staatlichen Aufherrschung von Geschlecht festhält, u. a. von Grünen "Erfolg" geschrien wird, deren Schulministerin in NRW Jungen und Mädchen wieder getrennt unterrichten möchte, weil in ihrem Universum Mädchen den "praktischen Bezug" über "Kosmetik" brauchen, um für Chemie interessiert zu werden, ist wenig verwunderlich.
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