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David Attenborough kritisiert

Studie: Tier-Dokus ignorieren Homosexualität

  • 08. Februar 2013 25 2 Min.

Der Brite David Attenborough ist derzeit der weltweit bekannteste Tierfilmer. (Bild: BBC)

Mehrere BBC-Serien hätten bewusst schwule und lesbische Verhaltensweisen ausgeblendet, rügt ein Forscher der University of East Anglia.

Dr. Brett Mills von der University of East Anglia mit Sitz in Norwich hat der BBC vorgweworfen, Homosexualität im Tierreich bewusst auszublenden. Zu dem Zweck hatte der Forscher drei Serien des beliebten Tierfilmers David Attenborough unter die Lupe genommen.

In der im "European Journal of Cultural Studies" veröffentlichten Studie, die online nur gegen eine Zahlung von 25 US-Dollar verfügbar ist, werden Medienberichte zufolge die Serien "Life in the Freezer" (1993), "The Life of Birds" (1998) und "The Life of Mammals" (2003) untersucht. Attenborough, dessen mit bombastischen Aufwand gedrehte Serien teils auch in Deutschland zu sehen sind ("Das Wunder Leben"), wird in dem Bericht nicht persönlich genannt. Es ist zudem nicht sofort klar, warum nicht deutlich mehr Serien untersucht wurden – erst am Donnerstag lief in der BBC die letzte Folge der aktuellen Attenborough-Reihe "Africa".

"Heterosexualität wird in den Tierdokus als Norm aufrecht erhalten und die Idee von Familie, die präsentiert wird, ist die einer rein heterosexuellen", so Mills jedenfalls. Jegliches Tierverhalten werde heterosexuell interpretiert.

Heteronormative Interpretation oder "schwule Schnepfe"?

Dem stehe ein "Reichtum von wissenschafftlichen Beweisen entgegen, wonach viele nicht-menschliche Spezies komplexe und änderbare Formen von sexueller Aktivität zeigen, mit Heterosexualität als nur einer von vielen Möglichkeiten", so der Forscher.

Oft würde aber aber eine "einzige Interpretation" als Wahrheit dargestellt. Als Beispiel, das über ein Ignorieren heraus geht, nennt er das in einer Sendung gezeigte Verhalten eines Schnepfenvogels, der sich mit einem in den Himmel gestreckten Hintern einem anderen Männchen nähert. Der Erzähler habe von der Einschüchterung eines Rivalen gesprochen, während es sich stattdessen auch um ein homosexuelles Balzritual gehalten haben könnte, so Mills. (nb)

-w-

#1 alexander
  • 08.02.2013, 22:24h
  • man könnte fast über diese tatsache lachen ?
    wir und die "armen schwulen viecher", haben doch offenbar viel gemeinsam, WIR WERDEN EINFACH AUSGEBLENDET !!!
    wir passen nicht in die schablone, die sich so einige irre, machtgeile, "fehlgeleitete herrschaften machen" ???
    wie weit diese ignoranz geht, sieht man hier !
    einfach herrlich, unsere verlogene gesellschaft, ES KANN NICHT SEIN, WAS NICHT SEIN DARF !!!
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#2 antosEhemaliges Profil
  • 08.02.2013, 22:39h
  • Gleiches gilt für die ganzen Dokus, Bücher und Artikel, die sich der sexuellen Anziehung nach dem Schema 'Biologie der Liebe' widmen: Homosexualität kommt in dieser Welt aus einander zum Wohle gesunder Nachkommenschaft erschnuppernder Immunsysteme nicht vor.
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#3 herrschaftAnonym
  • 09.02.2013, 01:38h
  • in wahrheit ist die mehrzahl der herrschenden biologischen diskurse grob unwissenschaftlich, da sie - im gegensatz zu jeder tatsächlich objektiven analyse - die "natur" aus der brille bürgerlicher ideologie betrachtet bzw. der natur die bürgerliche ideologie überzustülpen pflegt. "arme hunde! man will euch wie menschen behandeln." in wahrheit geht es natürlich um die zementierung der menschgemachten und auf die breite masse der menschen gerichteten unterdrückungsverhältnisse!

    forschung und wissenschaft finden eben nicht im luftleeren raum statt, sondern auch ihre produktion unterliegt den grundlegenden produktions- und herrschaftsverhältnissen in dieser gesellschaft.

    nicht ohne grund werden auch und gerade im bereich der geschlechterforschung und der sexualwissenschaft alle forschungsergebnisse und diskurse, die die klassengesellschaftlich produzierte, zweigeschlechtliche ordnung und heterosexuelle norm ernsthaft in frage stellen, konsequent ausgeblendet bzw. an den rand gedrängt.
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