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  • 10. Februar 2013 17 3 Min.

Endlich eine Ermittlerin mit einem spannenden Privatleben im neuen Tatort aus Luzern (Bild: ARD/SWR)

Im neuesten Schweizer Tatort "Schmutziger Donnerstag" feiert die Ermittlerin Liz Ritschard (Delia Mayer) Fasnacht und landet mit einer Frau im Bett.

Von Christian Scheuß

Ach was müssen wir am heutigen Sonntag Fürchten und Bangen im ARD-Abendprogramm! Das Zittern beginnt bereits um 18:50 Uhr, denn es steht fest: Ein Mitglied der Lindenstraße wird die heutige Folge 1417 nach dem Verzehr eines verseuchten Gyrostellers im Akropolis nicht überleben. Ausgerechnet unsere geheiligte Mutter Beimer ist eine der potentiellen Kandidatinnen, die ins Gras beißen könnte.

Und dann – ab 20:15 Uhr will uns der Tatort laut Pressetext "ein Stück Brauchtum von einer neuen, unheimlichen Seite" zeigen. Nun ja, das sollte nicht schwerfallen, Karneval, Fasching – oder Fasnacht – hat ja per se für sehr Viele etwas sehr Unheimliches.

Neue Lesbenpower in Luzern...


Es waren ein paar Schweizer Schnäpse zu viel: Femme Biene Maja bei Cowboyspielen mit Butch-Gespielin (Bild: ARD/SWR)

Aber möglicherweise erhält der bislang eher betulich erzählte Schweizer Ableger der Gemeinschafts-Krimiserie dadurch und durch die neue Wendung im Liebesleben der Luzerner Ermittlerin Liz Ritschard etwas an Fahrt. Dafür hat man extra den preisgekrönten Regisseur Dani Levy ("Alles Auf Zucker!") angeheuert. Der lässt die Kommissarin erst als Biene Maja verkleidet ordentlich bechern, dann mit einer Faschingsbekannschaft heftig busserln. Filmpartnerin in der Bettszene ist Sandra Utzinger, die sich Schauspielerin Delia Mayer vorher hat aussuchen dürfen, wie sie der Presse erzählte "Regisseur Daniel Levy hat mich die Szene mit verschiedenen Kolleginnen spielen lassen und mit Sandra hat es sofort gepasst." Der Dreh selbst sei dann in ganz entspannter Atmosphäre abgelaufen.

Es fallen also Hüllen wie Masken, auch in der eigentlichen Handlung des Krimis: Der stadtbekannte Vorsteher des Luzerner Bauausschusses wird nämlich mitten im Fasnacht-Trubel erdolcht. Zeugen haben eine als Tod verkleidete Gestalt vom Tatort wegrennen sehen. Vorsteher Schäublin führte, so ergeben die ersten Ermittlungen der Polizei, ein ausschweifendes Doppelleben.

Was vom Faschings-Flirt übrig bleibt...


Es ist schon sehr lange her, als Tatort-Kommissarin Odenthal das letzte Mal Frauen küsste (Bild: ARD)

Reto Flückiger – gespielt von Stefan Gubser- und Liz Ritschard – verkörpert von Delia Mayer – hatten erst wenige Fälle zu lösen. In einer Folge ging es am Rande mal um Intersexualität bei einer Tatverdächtigen. Das Privatleben der beiden Ermittler rollte sich bislang aber nur langsam auf: Eine Weile hatte Liz in den USA verbracht, ihr größter Horror ist Seilbahnfahren in den Schweizer Bergen und ein Alkoholproblem schleppte sie auch mal eine Weile mit sich herum. Doch an der Seite des kantigen Kommissars blieb sie bislang eher blass.

Mit der Tatort-Folge "Schmutziger Donnerstag" wird sich das ändern, denn sie bewirbt sich bei den Zuschauerinnen um den neuen Posten als künftige Lesben-Ikone. Neben der echt lesbischen Ulrike Folkerts, die allerdings als überwiegend asexuelle Lena Odenthal nur mal eine ganz kurze Phase mit Frauen ausleben durfte. Ob Regisseur Dani Levy aus dem One Night Stand mehr werden lässt, oder ob Liz Richard das Schicksal der überwiegend alleinstehenden Tatort-Ermittler weiterhin wird teilen müssen, wird erst die Zukunft zeigen.

Wem der ganze Lindenstraßen- und Tatort-Abend schon jetzt zu hanebüchen realitätsfern erscheint, der kann sich ja ab 21:45 Uhr zu uns und Günther Jauch gesellen. Sein heutiges Thema: "Wie lebensnah ist die Kirche?" Es wird garantiert ganz gruselig…

Sendetermine

So, 10.02.13, 20:15 Uhr, Das Erste / So, 10.02.13, 21:45 Uhr, Einsfestival / So, 10.02.13, 23:45 Uhr, Einsfestival / Di, 12.02.13, 00:00 Uhr, Das Erste
Außerdem nach der Premiere eine Woche lang in der ARD-Mediathek tgl. ab 20 Uhr als Stream abrufbar.

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Queere TV-Tipps
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#1 SexismusAnonym
  • 10.02.2013, 14:44h
  • Solange keine knutschenden Jungs und Männer zu sehen sind, ist alles in Ordnung.

    2012:

    ARD traut sich den 1. schwulen Tatort-Kuss

    "Komm, noch ein kleiner Kuss! Ein letztes Mal spüren, wie es ist, wie er hart wird?? Komm, komm, einmal noch und dann?"

    Bamm! Als Strehlsen hinuntersinkt und seine Lippen gegen die des Kommissars presst, tritt der ihm mit seinen geknebelten Füßen voll zwischen die Beine.

    www.bz-berlin.de/kultur/fernsehen/ard-traut-sich-den-1-schwu
    len-tatort-kuss-article1538372.html


    aber bitte, bitte:

    KEIN #aufschrei!
  • Direktlink »
#2 gatopardo
  • 10.02.2013, 19:47h
  • Antwort auf #1 von Sexismus
  • Ja mein Guter, so ist das. Es muss schon Weihnachten auf Ostern fallen, wenn schwul-lesbische Neigungen in Hauptstrom-Sendungen noch dazu um 20,15 Uhr vorkommen. Und wenn man dann mal im heterobewussten Freundes- oder Familienkreis wütend einwirft, ständig ausgeblendet zu werden und die ewigen langweiligen Mann-Frau-Beziehungsdramen ertragen muss, dann kommt die Keule von den Minderheiten, die doch schon reichlich bedient werden. Aber gut, ich werde mir natürlich das Schweizer TV-Spektakel reinziehen, denn man gönnt sich ja sonst nichts. Und wenn´s dann wieder das übliche Lehrstück wird, dann hab´ich wenigstens das Panorama einer meiner Lieblingsziele, nämlich das von Luzern genossen. Grüezi alle miteinand !
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#3 TomarneAnonym
  • 10.02.2013, 19:52h
  • "Regisseur Daniel Levy hat mich die Szene mit verschiedenen Kolleginnen spielen lassen und mit Sandra hat es sofort gepasst."
    Ein Schelm, wer da Böses denkt.
    Ich frage mich, ob Herr Levy umgekehrt auch einen heterosexuellen männlichen Schauspieler die Szene mit verschiedenen Kollegen hätte durchspielen lassen.
    Dieser Tatort ist jedenfalls nicht revolutionär, sondern lediglich der übliche erbärmliche Ausdruck der sexuellen Ausbeutung und Vermarktung von Frauen in unserem spießigen Patriarchat. Und das es unter dem Deckmäntelchen der Modernität geschieht, ist auch nicht neu, aber immer wieder aufs Neue widerlich.
    Aber von Herrn Levy habe ich auch nichts anderes Erwartet.
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