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Drohbriefe und eine Todesanzeige
Niederbayern: "Terror gegen Schwule"
- 12. Februar 2013 2 Min.

Freyung im Bayerischen Wald ist vielleicht nicht ganz so idyllisch wie es aussieht (Bild: Wiki Commons / Woidbua / CC-BY-SA-3.0)
Die Passauer Neue Presse berichtet von Drohbriefen gegen einen jungen HIV-Positiven. Der schwule Landrat Michael Adam will sich nun für ihn einsetzen.
Jagdszenen aus Niederbayern: Die "Passauer Neue Presse" berichtet von einem "Terror gegen Schwule" im Bayerischen Wald. Seitdem ein 27-jähriger Gastronom nach einem Aufenthalt im Ausland zurück in der Heimat mit seinem Partner ein Restaurant im Landkreis Freyung-Grafenau eröffnen will, erhält dieser Drohbriefe.
So ging bei der Zeitung eine angeblich von der Familie des Mannes aufgegebene Todesanzeige für den HIV-Positiven ein, den die wachsame PNP nicht abdruckte. Die Redaktion erhielt ein weiteres Schreiben, in dem über den 27-jährigen "aufgeklärt" wurde und vor ihm "geschützt" werden solle. Der Mann selbst, der von der Redaktion den falschen Namen Tobias G. erhielt, bekam selbst zwei Drohbriefe.
Nach Angaben des Artikels hat G. inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Auch hat die Kriminalpolizei mit Ermittlungen begonnen.
Wut und Fremdschämen

Landrat Michael Adam will sich für den jungen Mann einsetzen
Am Dienstag berichtete die Zeitung, der offen schwule Landrat Michael Adam (SPD) sei bestürzt über die "Bösartigkeit" und habe über die PNP Kontakt mit dem Gastronom aufgenommen, um ihm eine geeignete Gaststätte in seinem Landkreis Regen zu vermitteln, der an den Landkreis Freyung-Grafenau grenzt.
Den Bayerischen Wald habe er stets als tolerant, weltoffen und durchaus modern kennengelernt, so Adam gegenüber die PNP. Die Geschichte des schwulen Gastronoms habe in ihm "Wut und Fremdschämen" ausgelöst. Die Zeitung erwähnt keine Reaktion von Ludwig Lankl (CSU), Landrat für Freyung-Grafenau.
Adam war 2008 in den Kreistag des Landkreises Regen gewählt worden, seit 2008 ist er Bürgermeister in Bodenmais – er wurde damals mit 23 Jahren als jüngster Kandidat aller Zeiten in Bayern Stadtopberhaupt – und das als schwuler Kandidat der SPD. (nb)













Aber klasse, dass Michael Adam so deutliche Worte findet, obwohl man mit dem Thema in Niederbayern bestimmt keine Wählerstimmen gewinnen kann. Respekt!