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Früher "Theologisches", heute Homo-Magazin

David Berger wird Chefredakteur von "Männer"

  • 14. Februar 2013 96 2 Min.

Zwischenzeitlich trug "Männer" den Beisatz "aktuell". Wird das 25 Jahre alte Magazin unter seinem neuen Chef aktueller und relevanter?

Nach der Aktion gegen kreuz.net wird der Theologe ab Mai das Magazin des Bruno Gmünder Verlags führen.

Der Theologe und Buchautor David Berger wird zum Szenejournalisten. Wie der Bruno Gmünder Verlag am Donnerstag mitteilte, übernimmt der 44-Jährige ab Mai die Chefredaktion von "Männer", laut Verlag "Deutschlands größtes Lifestylemagazin für schwule Männer".

"Dass wir Berger für diese Aufgabe gewinnen konnten, ist großartig. Mit seinem Kampf gegen Homophobie, der in seinem Engagement gegen die Hass-Seite kreuz.net einen großartigen Erfolg feiern konnte, ist er ein wichtiger Vertreter einer neuen Generation von Schwulen", so Tino Henn, der Geschäftsführer Verlags und Herausgeber von "Männer".

Gemeint sei eine Generation, "die in der Gesellschaft und den Medien – über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg – publikumswirksam und authentisch für den Abbau von Diskriminierungen und die Gleichberechtigung schwuler Männer kämpft." Henn und das Team von "Männer" freuten sich sehr darüber, zukünftig in dieser neuen Weise mit Berger zusammen zu arbeiten, so die Pressemitteilung. Derzeit steht dem Team Paul Schulz als kommissarischer Chefredakteur vor.

Kampf für, dann gegen die Kirche


Tino Henn (l) und David Berger im letzten Jahr bei der Vorstellung der Kampagne gegen kreuz.net (Bild: Bruno Gmünder Verlag)

Berger hatte in den letzten Monaten eine Kampagne des Verlages zur Ermittlung der Hintermänner des Hassportals kreuz.net geleitet – durchaus erfolgreich: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einige Personen, andere wurden in den Medien bekannt und vorgeführt, die Seite ist offline. Die Kampagne hatte zugleich zu einer Solidarisierung von Medien und Öffentlichkeit mit Schwulen und Lesben und zu einiger Kritik an der römisch-katholischen Kirche geführt.

Berger war viele Jahre Professor einer Päpstlichen Akademie und für die Glaubenskongregation im Vatikan tätig, war auch Mitherausgeber der katholischen Monatsschrift "Theologisches" – bis er sich 2010 als schwul outete und sowohl die ansteigende Homophobie im Vatikan wie den fundamentalistischen Kurs des Papstes hart kritisierte. Der Kölner Kardinal Meisner entzog Berger im Mai 2011 die kirchliche Lehrerlaubnis, was auch zu einem Solidaritätsprozess seiner Schüler führte. Bergers Buch "Der heilige Schein" wurde zu einem Bestseller, der Autor ist gefragter Interviewpartner.

Im letzten November hatte das Magazin "Männer" sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert (queer.de berichtete). (nb/pm)

-w-

#1 gozlllaAnonym
  • 14.02.2013, 18:12h
  • Irgendwie komme ich da nicht mehr mit: Ein Religionslehrer aus einem Kaff in der Nähe von Köln, seines Zeichens promovierte rechtskonservative Klemmschwester, die jahrelang der Katholiban in den Arsch kriecht, die in deren Medien veröffentlicht und sich päpstlicher verhält als der Papst, entdeckt ganz plötzlich ihren rebellischen Geist. Wird zum obersten schwulen Held im Kampf gegen die katholische Kirche und spielt sich als Vorkämpfer für Schwulenrechte auf.

    Es gab sogar eine Demonstration von Schülern, die sich für seinen Verbleib an der Schule eingesetzt haben.

    Und das ist jetzt alles Schnee von gestern? Da gibt Herr Berger mal eben sein Amt als Lehrer auf, zieht ins schwule Epizentrum Berlin, um dort den Job eines Chefredakteurs zu übernehmen?

    Ich komme da nicht mehr mit. Mir geht das alles viel zu schnell - mit zu vielen nicht nachvollziehbaren Kehrtwendungen.

    Was ich interessant fände: Wie tickt Herr Berger denn mittlerweile im religiösen Bereich? Ist er überhaupt noch gläubig? Und falls ja: Welche Schatten wird dieser anachronistische Wüstenglaube auf seine Cheftätigkeit bei "Männer" werfen?

    Herr Berger hat sich zu einer richtigen Medienhure entwickelt, die vor keiner Talkshow halt machte, in der er sich selbstgerecht in Szene setzen konnte. Frage: Wie glaubwürdig ist das alles noch? Angesichts seiner extremen Vergangenheit?
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#2 King KongAnonym
#3 GeronimoAnonym
  • 14.02.2013, 18:55h
  • Antwort auf #1 von gozllla
  • Na, du musst verstehen, dass es eine Art Post-Outing-Phase ist, in der man endlich all das macht, was man eigentlich machen wollte. Oft geht das ja dann ins andere Extrem über, nicht selten mit besonderem Fokus auf das Sexuelle, bis man eventuell eine gute Balance gefunden hat.
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