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Kommentare zu:
Bericht: Türkei fördert weiterhin Diskriminierung


#1 eStefanAnonym
  • 19.02.2013, 17:22h
  • Polen wurde für den EU-Beitritt Sonderrechte zur Frage der Homosexualität in der Gesellschaft eingeräumt. Die EU macht sich total lächerlich. Hier wird Politik auf dem Rücken der LBGT gemacht.
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#2 Foxie
  • 19.02.2013, 17:31h
  • Antwort auf #1 von eStefan

  • Das ist doch klar, geht es um wirtschaftliche Interessen, wird über alles andere grosszügig hinweggesehen. Genau so wird es auch beim EU-Beitritt der Türkei laufen. Ein paar verschwommene Versprechungen reichen dann, und die EU-Beamten drücken alle Augen zu.
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#3 seb1983
  • 19.02.2013, 17:41h
  • Antwort auf #2 von Foxie
  • Polen liegt bei Rechtsstaatlichkeit und Schwulenrechten traurigerweise Lichtjahre vor der Türkei.
    Wer in Polen zusammengeschlagen wird weil er schwul ist hat es bei der Polizei nicht einfach, das kann sicherlich auch zu einem Spießrutenlauf werden, aber der Fall wird verfolgt werden, allein schon weil es der polnische Staat nicht duldet.

    In der Türkei droht Schwulen von der Polizei dagegen nur noch mehr Gewalt und Misshandlungen.

    Die Entscheidung des Militärs Schwule als Geisteskranke auszuschließen hat zudem ENORME Auswirkungen für jeden Türken.
    Eine Wehrdienstverweigerung ist in der Türkei nicht möglich! Ein Nachweis der erbrachten Wehrpflicht unabdingbar und bei allerlei Anlässen vorzuzeigen. Dort ist dann zu lesen dass man wegen Geisteskrankheit!! ausgemustert wurde...
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#4 Thorsten1Profil
  • 19.02.2013, 17:45hBerlin
  • Die Türkei ist ein vorderasiatisches Land, dass kulturell, religiös und mentalitätsmäßig nicht in die EU gehört. Unter Erdogan ist dieses Land in den letzten Jahren zusehends konservativer und religiöser geworden.
    Käme die Türkei mit ihren dann 100 Millionen konservativen Moslems wider Erwarten doch in die EU, so wäre das für die europäischen Schwulen und Lesben der Supergau.
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#5 erererEhemaliges Profil
  • 19.02.2013, 17:53h
  • Antwort auf #1 von eStefan
  • Eigentlich nicht nur Polen. In Litauen (das in der zweiten Haelfte dieses Jahres auch den Vorsitz im EU-Rat uebernimmt) ist das Gesetz 'ueber den Schutz der Minderjaehrigen', das auch Klausel gegen 'positive Darstellung der homosexuellen Beziehungen in den Medien' behaelt, also im Prinzip die etwas mildere Version von dem 'Homo-Propaganda Gesetz', das jetzt auch in Russland debattiert wird, schon seit dem 1. Maerz 2010 in Kraft. Und nichts.
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#6 brautpreiseAnonym
#7 Julek89
  • 19.02.2013, 19:32h
  • Beim EU-Beitritt hatte man bei Polen wirklich alle Augen zugedrückt. Wirtschaftliche Interessen waren ebenso mit großer Sicherheit treibend bei der Entscheidung Polen damals in die EU aufzunehmen, obwohl bekannt war, wie ausserordentlich schlecht damals die Situation für LGBTI war.
    Wenn man nun Polen heute mit der Türkei (heute) im Bezug zum Umgang mit LGBTI betrachtet, ist Polen aber schon um Einiges weiter (als die Türkei und damals beim Beitritt Polens selbst)
    Im Militär dienen ist erlaubt, offen Homo- und Transsexuelle sitzen im poln. Parlament, einige Gerichtsurteile fielen positiv für LGBTI aus, eine Mehrheit unterstützt die Einführung von Lebenspartnerschaften und Ebendiese waren und sind Thema im Parlament und es ist im Prinzip "nur" noch eine Frage der Zeit, bis diese endlich eingführt werden.

    Zur Zeit des Beitrittes vollkommene Utopie, selbst die Durchführung eines CSD's war damals in Polen verboten worden und wurde von Polizei, wie von Rechten Idioten verhindert, angegriffen, aufgelöst. Heute sieht auch das anders aus.

    Die Situation in Polen ist noch immer alles Andere als zufriedenstellend, aber zu behaupten, dass in der Zeit zwischen dem Beitritt und heute nichts passiert sei, ist nicht richtig und die Situation zur Türkei nicht zu vergleichen.
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#8 HinnerkAnonym
  • 19.02.2013, 20:11h
  • Ist doch nichts neues.

    Seit Jahren soll sich da angeblich was ändern, aber es ändert sich GAR NICHTS.

    Deswegen sollte die Türkei auch nicht in die EU. Wir haben schon genug Homohasser in der EU. Mit der Türkei wären sie mächtig genug, um für alle EU-Staaten noch mehr anzurichten als eh schon.
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#9 geronimo01Anonym
  • 19.02.2013, 20:29h
  • Manchmal frage ich mich wirklich, ob denn KEINER merkt, wohin Erdogan's Türkei geht ?

    Was soll man denn zur Stellung einer Regierung in Bezug auf LGBT Rechte sagen , die so etwas propagiert, regierungsamtlich betreibt, und in den Medien veröffentlicht :

    Weg von homosexuellen Paaren: Türkei will Pflegekinder zurückholen
    Deutsch Türkische Nachrichten | 18.02.13, 19:33

    Die Türkei hat vor kurzem eine Kampagne gestartet, die sich um türkische Kinder in europäischen Pflegefamilien bemüht. Die Kleinen, die durch die hiesigen Behörden von ihren Familien getrennt und in eine christliche Umgebung gebracht wurden, sollen jetzt zurück geholt werden. Als erstes von den neuen Ambitionen betroffen sind homosexuelle Paare.

    www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/02/468887/weg-von
    -homosexuellen-paaren-tuerkei-will-pflegekinder-zurueckholen
    /


    Erdogan will jetzt einführen, das die Predigten in den Moscheen auch in kurdisch (klingt ja gut, positiv, clever der Mann), und ARABISCH gehalten werden.

    Arabisch !

    Die Türkei wird nicht nur immer weiter re-islamisiert, sie soll auch arabisiert werden.
    Was man unter "arabischem Islam" zu verstehen hat ? Einfach in die Tagespresse gucken.....
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.02.2013, 23:01h
  • In der Türkei ist Homosexualität seit 1852 legal, nur hat es seit dieser Zeit kaum Fortschritte bei den LGBT-Rechten gegeben und damit unnützte Zeit verplempert!
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#11 TheDadProfil
  • 19.02.2013, 23:26hHannover
  • Antwort auf #4 von Thorsten1
  • Hüsch schamlos übertrieben..

    In der Türkei selbst leben aber nur 58 Millionen Türken..
    Der Rest sind Menschen anderer Herkunft, vor allem Kurden..

    Und das sind auch nicht alles Muslime..
    Denn die offiziellen Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, weil jeder Einwohner der Türkei, wenn er nicht explizit einer anderen Religion zugehörig erklärt wird, automatisch als Muslim erfasst wird..
    Ein Gegenstück zum Kirchenaustritt gibt es auch nicht, so dass auch Atheisten und Agnostiker, und Menschen die einfach keiner Religionsgemeinschaft angehören in der amtlichen Statistik als Muslime erfasst werden..
    Die genaue Anzahl der Muslime und der konfessionslosen Einwohner ist daher nicht bekannt..

    Um auf die von Dir angesprochenen 100 Millionen Einwohner rechnerisch zu kommen, müßte Mann zudem alle bereits in den EU-Staaten verstreut lebenden türkischen Bürger dazu zählen..

    Außerdem halte ich viele Bedenken gegen einen Beitritt für schlichtweg zu vernachlässigen, weil der türkische Staat sich, wie alle anderen Beitrittsländer auch, anpassen muß UND WIRD..

    Die größte Provinz des Landes ist Anatolien, und das liegt zwar in Asien, aber ein Teil des Landes liegt eben in Europa..

    Das ist eigentlich wie mit dem Vorurteil gegen Israel, das auch immer Asien zugerechnet wird, aber geographisch schon zu Afrika zählt..
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#12 TheDadProfil
  • 19.02.2013, 23:55hHannover
  • Antwort auf #9 von geronimo01
  • ""Was man unter "arabischem Islam" zu verstehen hat ?""..

    Der Koran ist in Arabisch geschrieben, und wird in allen Moscheen der Welt in arabisch gelesen, weil die Muslime von ihm sagen, nur der arabische Koran, ist der echte Koran..

    Und hier darf Mann nicht so einfach den arabisch "gelesenen" Koran, oder die Suren daraus, mit dem vermischen oder verwechseln, was Arabische Länder unter ihrer "Auslegung" der Religion verstehen..

    SO einfach ist das nämlich nicht..
    Ich wil hier als Atheist ganz gewiss keine Lanze für irgeneine Religion brechen..

    Aber eine arabische Predigt im Sinne einer auf Latein abgehaltenen Lithurgie, (in einigen katholischen Kirchen vor allem in Italien kann Mann das Heute noch erleben, aber auch deutsche Katholiken wünschen sich das vielfach) ist das eben nicht, sondern es werden dann nur die Teile aus dem Koran, die Teil der Predigt sind, die Mann sich im Übrigem nicht wie eine christliche Predigt vorstellen darf, auf arabisch vorgetragen, und nicht vom Imam "frei übersetzt" in der jeweiligen Landessprache..

    Was die kurdische Sprache in den Moscheen betrifft..
    Es gibt schlichtweg jede Menge Kurden die überhaupt kein türkisch sprechen, bzw es nicht richtig können..
    In Deutschland gibt es übrigens auch christliche Messen und Predigten auf Plattdeutsch und in sonstigen Mundarten..
    Besser werden die dadurch meiner Meinung nach zwar nicht..

    Die RE-Islamisierung findet übrigens auf anderem Wege statt, den ich weiter oben schon beschrieben habe, nämlich einfach durch den Verwaltungsakt im Standesamt..

    Und dies war schon immer so, wie mir ein kurdischer Freund und ehemaliger Standesbeamter erklärt hat..
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#13 MarekAnonym
  • 20.02.2013, 09:57h
  • Antwort auf #10 von FoXXXyness
  • "In der Türkei ist Homosexualität seit 1852 legal"

    Und wieso wird es dann bis heute als Geisteskrankheit angesehen?

    Und wieso gibt es regelmäßig Razzien, wo Leute festgenommen werden und in den Knast kommen, wo es teilweise sogar Folter gibt?

    Was nützt die Situation auf dem Papier, wenn die Realität ganz anders aussieht?!
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#14 daVinci6667
  • 20.02.2013, 11:42h

  • No no Never! gehört die Türkei in die EU!

    Schon viel zu viele homophobe Staaten sind Mitglied geworden. Anstatt darüber zu diskutieren wer neu beitreten soll, müsste man darüber reden wer die Kriterien nicht einhält und rausgeschmissen gehört!

    Ansonsten nicht mehr lange und der gesamte ehemalige Ostblock, der Balkan, die Türkei und Italien werden zusammen dafür sorgen, dass wir alle zusammen zurück in den Schrank gezwungen werden. Genau wie dies mit uns zur Zeit in Russland geschieht!
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#15 TheDadProfil
  • 20.02.2013, 14:30hHannover
  • Antwort auf #14 von daVinci6667
  • ""No no Never! gehört die Türkei in die EU! ""..

    ..sagt der Schweizer..

    Partizipiert dabei aber vom Schengener Abkommen und der Freizügigkeit in der EU..

    Nun ja..
    Mann kann zu den Beitrittskandidaten stehen wie Mann will, und mir wäre es grundsätzlich lieber gewesen, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wären gar nicht erst aufgenommen worden..

    Aber sie laufen nun einmal, und sie werden auch irgendwann zum Abschluß kommen, was unabdingbar die Aufnahme in die EU bedeutet, denn noch nie ist ein Beitrittskandidat endgültig abgelehnt worden..
    Die Mühlen der EU-Kommissare mahlen langsam, aber am Ende kommt immer dabei etwas heraus..

    Die Aufgabe der liberalen EU-Staaten ist es, in der EU ein Klima zu erschaffen der es jedem Staat unmöglich macht reaktionäre Gesetze und Moralvorstellungen einzubringen..

    Wer in die EU will, muß sich eben damit abfinden eine Freiheitliche Ordnung für alle Bürger zu akzeptieren, im eignem Land, wie im Rest der EU..

    Da hilft es wenig Feindbilder zu kreieren, und vor der "Welle von 100 Millionen Muslimen" die die EU "überrollen, wie einst Dschingis Khan" das alte Europa zu warnen..

    Die EU erweitert sich in den Raum des ehemaligen Ostblockes hinein..
    Das ist kaum aufzuhalten..
    Auch ein Beitritt der Türkei wird nicht aufzuhalten sein, undwer weiß, vielleicht klopft eines Tages neben Israel ein Staat Palästina an die Tür..

    Will die EU neben dem angeblich wirtschaftlich so starken USA, und vor allem China bestehen, bleibt ihr gar nichts anderes über, als sich "breit" aufzustellen..
    Wirtschaftlich, wie Menschlich und damit Kulturell..

    Wir sind eben nicht mehr die kleine "EWG", in der die Briten einst eingetreten sind, um die "EWG" zu verhindern..
    Dies ist auch schon lange nicht mehr die kleine "EG" aus 12 Staaten, die daran arbeiteten dem Ostblock Paroli zu bieten..

    Dies ist die EU, gebildet nach dem Vorbild der USA, die sich eine gemeinsame Verfassung geben wollen, eine gemeinsame Währung, und die gemeinsam einen großen Teil der Menschen beheimaten, die in Freiheit leben wollen..

    Und wenn sich andere Staaten dazu entschließen dazugehören zu wollen, kann Mann das nicht für die Ewigkeit ausschließen..
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#16 daVinci6667
#17 seb1983
  • 20.02.2013, 16:34h
  • Antwort auf #15 von TheDad
  • Also mal auf dem Teppich bleiben...
    Die Schweiz nimmt freiwillig am Schengener Abkommen und einigen anderen Vereinbarungen teil, nicht ohne Unmut dabei nicht mitbestimmen zu können.

    Beitrittsverhandlungen müssen nicht zwangsläufig zur Aufnahme führen, es gibt immer ein erstes mal.
    Zudem muss es nicht immer und immer weiter gehen bis halb Asien EU Mitglied ist.

    Die Türkei meint scheinbar nach ihren eigenen Regeln beitreten zu können. Mit schweren Demokratiedefiziten, schweren Menschenrechtsverletzungen, und sogar ohne das EU Mitglied Zypern anzuerkennen. Hochmut kommt eben vor dem Fall, und von ersterem hat Herr Erdogan weit mehr als genug!

    Kulturelle Vielfalt und China in einem Satz zu nennen ist nebenbei, naja mutig.
    500mio Menschen in der EU und ein ganzer Kontinent dürften selbst in Zeiten der Globalisierung eine solide Basis sein, kulturell von Portugal bis Finnland für jeden was dabei.

    Der Ostblock ließ sich mit leichten Bauchschmerzen gut integrieren ohne wirtschaftlich oder kulturell zu große Probleme zu bereiten. Zudem war und ist der Reformwille dort enorm.

    Die Türkei ist, trotz vieler Verbesserungen, nach wie vor weit vom Stand etwa Polens entfernt, sowohl wirtschaftlich, politisch, als auch von der gesellschaftlichen Entwicklung, ich war immerhin einen Monat dort, mit einigen tausend Kilometern Zwischen Ankara, Antalya, Izmir und Istanbul.

    Die Gegensätze sind unglaublich groß! Wer mal in Antalya oder Istanbul war erlebt nur einen Bruchteil und sollte sich nicht blenden lassen!
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#18 TheDadProfil
  • 20.02.2013, 17:26hHannover
  • Antwort auf #16 von daVinci6667
  • Der Obama-Plan ist die Wiederbelebung, oder auch Ausweitung der (früher wichtigen) EFTA-Zone..

    Eine Aufnahme von Staaten wie der USA oder Canada würde neben unlösbaren Währungsrisiken, vor allem dazu führen die EU qausi aufzulösen und in eine völlig neue Union zu überführen..

    Welche Konsequenzen das auf dem Welthandel hätte, ist gar nicht abzuschätzen..

    Einzig die Diskussion um den Austritt Greichenland´s wäre beendet, denn niemand würde ernsthaft von einem Mitgliedsstaat Kalifornien in den USA verlangen aus dem Dollar-Raum auszutreten, obwohl die pro Kopf ähnlich hoch verschuldet sind, wie die Griechen in der EU..

    Ich würde den Schweizern nie raten ordentliches Vollmitglied in der EU zu werden..
    Damit würde eine über 700 jährige Demokratie dem vergessen überantwortet, und die Schweizer Banken wären am Ende..

    Wer will denn das schon ?
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#19 TheDadProfil
  • 20.02.2013, 18:01hHannover
  • Antwort auf #17 von seb1983
  • Auf dem Teppich bin ich durchaus..

    Aber es ist eben kein fliegender Teppich aus irgendeinem Märchen aus 1001 Staat, und ich verwehre mich vor Untergangsphilosophien die sich einzig auf eine ungeklärte Angst vor und gegen den Islam gründen..

    Natürlich gibt es immer ein Erstes Mal..
    Aber die Türkei ist Nato-Mitglied, und allein deshalb schon strategisch wichtiges Gebiet auf dem Weg der "Verteidigung" gegen den (unterstellten) uns überrollenden Islam..
    Klngt paradox, ist aber genau so..

    Kulturelle Vielfalt in Bezug auf Europa als Kontinent ist ein gerngesehener Mythos, der immer dann angebracht wird, um z.B. die kulturellen Leistungen eines chinesischen Vielvölkerstaates kleinzureden..
    Es gibt aber eben nicht "DIE" Chinesen..
    Ebensowenig wie "DIE" Inder..

    Dabei Staaten wie der Türkei den Reformwillen pauschal stretig zu reden, ist ebenso humbug, wie diesen den ehemaligen Ostblockstaaten pauschal zu unterstellen..

    Die baltischen Staaten befinden sich viel häufiger noch im Unabhängigkeitsbestreben vom ehemaligem Russischen Herscher befindlich, als sich nach Kräften um eine wirkliche Europäisierung zu bemühen..

    Es scheint da wichtiger Kontrapunkte gegen Russland zu setzen, als sich damit zu befassen in einer zukünftigen EU vielleicht mit Russland wieder Teil einer Union zu sein..
    Nur diesmal unter völlig anderen Voraussetzungen..

    Die mangelhafte Anerkennung Zyperns besteht nicht nur in der Türkei, das haben sie mit dem "Erzfeind" Griechenland gemein, nur eben halt für den jeweils anderen Teil der Insel..

    Ähnliches kann Mann auch in Irland erleben, wenn Mann nur richtig hinschaut..

    Ich bin ganz sicher nicht jemand der den Türken eine Vorzeige-Demokratie unterstellen würde..

    Aber mal ganz ehrlich :
    Welche demokratische Verfassung in Europa, und welcher demokratische Staat hat keine Defizite, die es möglichst schnell auszuschalten gilt ?

    Mir fällt da so ganz spontan gar keine ein..

    Und ebenso wie sich ehemalige Ostblockstaaten "mit leichten Bauchschmerzen" (bei wem ? bei uns, oder denen ? ) integrieren ließen, kann Mann diese Bauchschmerzen auch anderen Beitritsskandidaten zugestehen..

    Letzlich ist nämlich das Verhalten der türkischen Regierung in der unbestrittenen Ausprägung durch den Islam überhaupt nichts anderes, als das Verhalten z.B. in Polen durch die dortige katholisch geprägte Gesellschaft..

    Und ganz offensichtlich haben viele viel mehr Angst vor einer Unterdrückung durch den Islam, als vor einer durch die RKK..

    Ich erkenne da nicht einen einzigen signifikanten Unterschied..
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#20 daVinci6667
  • 20.02.2013, 18:55h
  • Antwort auf #17 von seb1983

  • "Die Schweiz nimmt freiwillig am Schengener Abkommen und einigen anderen Vereinbarungen teil, nicht ohne Unmut dabei nicht mitbestimmen zu können."

    Richtig freiwillig. Wir haben kein Mitspracherecht, können aber kurzfristig kündigen und sind NICHT EU-Recht unterstellt, Das ist etwas was die EU schon lange ändern möchte, aber fremde Richter in einer Volksabstimmung durchsetzen zu wollen, ist praktisch aussichtslos.

    Im Moment stehen laut Unfragen die bilateralen Verträge auf Messers Schneide. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage der Schweiz und der gleichzeitigen EU-Krise sind viel mehr EU-Bürger in die Schweiz geströmt als damals in der Volksabstimmung angenommen. Das Resultat damals war schon knapp.

    Kann also sein, dass diese Vertäge bald nicht mehr existieren. Im Extremfall müssten gegen eine Million EU-Bürger die Schweiz verlassen und eine halbe Million Schweizer müssten nach Hause kommen. Ein Massenumzug!

    Deshalb müssen andere Lösungen her! Die Schweiz wird ein Sonderfall bleiben und ein guter, urdemokratischer Stachel mitten in der EU bleiben.
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#21 seb1983
  • 20.02.2013, 19:03h
  • Antwort auf #19 von TheDad
  • Da wird aber einiges zusammengeworfen und Gleichheit propagiert wo keine ist.

    Um es von hinten aufzurollen:
    Während die Katholische Kirche in Europa immer weiter an Einfluss verliert, erstarkt der Islam in der Türkei, etwa wenn das Kopftuchverbot an Unis aufgehoben wird.
    Spanien ist nur noch auf dem Papier katholisch, in Polen entscheiden Gerichte für Schwule, im Parlament fallen eingetragene Partnerschaften nur knapp durch.
    Unabhängig von der Religion, die türkische Gesellschaft ist religiös stark verseucht, der Regierungsapparat wird es immer mehr.

    Sichtbar auch bei UN Entscheidungen wenn die komplette EU, inklusive Polen etc. FÜR Schwule stimmt, die Türkei dagegen.

    China hat zwar eine vielfältige Kultur, die wird seit 60 Jahren aber so gut es geht vereinheitlicht und zerstört. Trotzdem brummt die Wirtschaft, da brauchts nämlich keine Vielfalt für...

    Und bei der Zypernfrage die Türkei in Schutz zu nehmen..... da gibt es einstimmige UN Beschlüsse, und einen weltweit anerkannten Staat.
    Und da gibt es eben die andere Seite, das zufälligerweise einzig von der Besatzungsmacht anerkannte Nordzypern...

    Den perfekten Staat gibt es nicht, Defizite sind überall vorhanden, man merkt es wenn Kommentatoren hier Deutschland wieder als den Vorhof zur Homohölle schildern.

    Aber es gibt doch noch einen Unterschied zwischen Bauchschmerzen und einer Lebensmittelvergiftung.
    Aktuell 74 Million, in 20 Jahren dann 100 Million, die können verdammt schwer im Magen liegen wenn der dann größte und bevölkerungsreichste EU Staat den christlichen Krümmeln mal erklärt gefälligst seine religiösen Moralvorstellungen bezüglich Homos zu akzeptieren...
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#22 TheDadProfil
  • 20.02.2013, 19:57hHannover
  • Antwort auf #21 von seb1983
  • Ist ja alles so weit richtig..

    Der Fehler aber ist :
    Hier wird der Beitrittskandidat Türkei in seiner jetzigen Situation mit Polen in seiner jetzigen Situation verglichen..

    Und das ist FALSCH..

    Vergleiche die Türkei Heute mit Polen zu dem Zeitpunkt, als die Beitrittsverhandlungen Polens mit der EU ähnlich weit gediehen waren..

    Und schon erscheint ein völlig anderes Bild, das ich oben gezeichnet habe..

    Niemand hätte ein Spanien der Franko-Diktatur in eine EU aufgenommen..

    Heute haben die einen Elephanten-jagenden König UND die Gleichstellung in der Ehe gegen den Willen der RKK..

    Für wen ist ein Kopftuchverbot in der Uni wirklich wichtig ?

    Hier, mitten in Deutschland tragen deutsche Menschen ganz offen Ketten mit Kreuzen um den Hals..
    Auch in der Uni..

    Und bis in die 70´er Jahre hinein trug jede "gute deutsche Frau" wie selbstverständlich ein Kopftuch, wenn sie auf die Straße ging..

    Das ist für mich überhaupt kein Zeichen einer unterstellten staatlichen radikalisierung oder gar islamisierung..
    Eher ein Zeichen religiöser Toleranz..

    Und wie Mann als geborener Türke zum Muslim wird, habe ich oben bereits beschrieben..
    Per Verwaltungsakt auf dem Standesamt..

    Daraus eine Islamisierungstheorie zu stricken ist abstrus..

    Mir bereiten die viel radikaleren Menschen in den zersplitterten Balkanstaaten viel mehr Bauchschmerzen, und die sind fast schon alle drin..
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#23 alexander
  • 20.02.2013, 23:18h
  • ich bin entsetzt über diese kommentare hier !
    wer die türkei an erdogan festmacht, liebt auch frau merkel ! (wo ist der unterschied, wenn man mal die vorgeschichte der länder, in die waagschale wirft ?)
    absurdistan ist unter uns !
    gerade unsere permanente ablehnung eines türkeibeitritts unterstützt die jetzige "islamisierung" (die noch längst keine ist!)
    wenn man allein die seit über hundert jahren existierende, spezielle deutschfreundlichkeit, berücksichtigt, sollten wir froh sein, über die chancen, die uns ein EU beitritt eröffnen würde, natürlich dürfen wir nicht die gleichen fehler machen, wie auf dem balkan, dem baltikum oder polen !!!

    ich bin sehr sicher, dass diese öffnung nach westen, auch mehr freiheit bringen würde, mit sicherheit auch ohne lange diskussionen, denn es gibt kein gesetzliches homoverbot !
    unsere zivilisation KOMMT AUS DEM OSTEN UND IST DARAUF BEGRÜNDET ! ob uns das passt oder nicht !
    wie kann man so dumm sein, auf grund von vorurteilen (weil wieder mal die angst des dummbatzes siegt!), diese möglichkeit in frage zu stellen ? unsere "ostblockfreunde" haben uns bislang weitaus mehr schaden zugefügt, speziell deren religionsfanatismus !
    natürlich muss die türkei noch offener werden, aber genau deshalb, brauchen sie unsere unterstützung !
    wenn man hier morde und übergriffe gegen schwule in der türkei anführt, dann sollte man sich besser mal die statistiken unseres wundervollen landes antun ! da kommt man aus dem staunen nicht mehr raus !
    wir sollten uns auf die wurzeln unserer, ach so hochgelobten kulturellen errungenschaften, konzentrieren, da schneiden wir nordländer nicht besonders gut ab, ganz im gegenteil !
    wir benötigen den geistigen reichtum aller kulturen, nur so kann die weltbevölkerung existieren ! die kleingeisterei, führte immer nur zu kriegen und machtmissbrauch !!!
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#24 finkAnonym
  • 21.02.2013, 12:03h
  • Antwort auf #23 von alexander
  • "wenn man hier morde und übergriffe gegen schwule in der türkei anführt, dann sollte man sich besser mal die statistiken unseres wundervollen landes antun !"

    ich finde es grundsätzlich ja richtig, ein wenig demut zu üben, bevor man mit dem finger auf andere zeigt. aber dabei darf man weder unrecht gegen unrecht aufwiegen, noch sollte man unvergleichbares vergleichen.

    zunächst müssen wir hier unterscheiden zwischen alltagsdiskriminierung und staatlicher diskriminierung. es ist z.b. ein großer qualitativer unterschied, ob man befürchten muss, von anderen bürger_innen zusammengeschlagen zu werden, weil man schwul ist - oder von der polizei.

    was die staatliche diskriminierung angeht: okay, die gibt es natürlich auch in deutschland. aber auch hier wollen wir doch bitte nicht das maß verlieren: wir reden einerseits von eheverbot, adoptionseinschränkungen und diskriminierendem steuerrecht. auf der anderen seite steht eine massive unterdrückung der meinungsfreiheit, der vereinsfreiheit und politischer äußerungen. wollen wir da wirklich die unterschiede ignorieren?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #23 springen »
#25 seb1983
  • 21.02.2013, 14:12h
  • Antwort auf #23 von alexander
  • Ehm den "geistigen Reichtum aller Kulturen" werden wir wohl auch ohne die EU sichern können, egal wo die jeweiligen Wurzeln liegen vor tausenden Jahren, sehr philosophisch alles.

    Erstmal lasse ich mich nicht gerne erpressen, entweder wir kommen in die EU oder wir islamisieren uns, das läuft bei mir nicht!

    Ob es nun ein gesetzliches Homoverbot gibt oder nicht spielt praktisch kaum eine Rolle, daher auch immer die Abschaffung in der DDR ein Witz.
    Das gesellschaftliche Klima ist extrem gegen Schwule. Schwules Leben existiert praktisch nicht, es wird nicht darüber geredet, ein CSD in Istanbul im Jahr, das wars.
    Daher wird es ewiglange Diskussionen geben, Sanktionsandrohungen, Blockaden, und und und...
    Zudem trifft es ja nicht nur Schwule. Arbeitsschutz, Minderheitenrechte, Pressefreiheit, Korruption, Rechsstatlichkeit, da gibt es gigantische Defizite. Polen stand da vor 10 Jahren bereits viel besser da! Selbst unter den furchtbaren Kaczynskis wurde zwar viel gepoltert aber Fortschritte gemacht, ein demokratischer Staat besteht ja nicht nur aus dem Präsidenten.

    Deutsche Überheblichkeit ist mit Sicherheit nicht angebracht, kein Land ist perfekt und auch bei uns noch viel zu tun, aber grade was Schwule angeht ist ein Vergleich mit der Türkei lächerlich!

    Natürlich muss man der Türkei eine Perspektive bieten, ein Beitritt ist theoretisch möglich, aber wir reden hier meiner Meinung nach über einen Zeitraum von 10 oder eher 20 Jahren in denen sich noch sehr viel ändern muss.
    Und da sehe ich Moment wenig Anzeichen.
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#26 TheDadProfil
  • 21.02.2013, 15:12hHannover
  • Antwort auf #25 von seb1983
  • ""aber wir reden hier meiner Meinung nach über einen Zeitraum von 10 oder eher 20 Jahren in denen sich noch sehr viel ändern muss.""..

    Eben..
    Polen ist erst seit Mai 2004 Mitglied in der EU..

    Und erst DANACH hat sich auch einiges in der Politik gegenüber LGBT`s geändert..

    Warum fällt es dann so schwer die Situation im Vergleich mit der Türkei mit einem Polen im Jahre 1984 zu ziehen ?

    Das ist ein Maßstab den ich dann in der Vegleichbarkeit der Systeme bestehen lassen kann, vor allem vor dem Hintergrund des "Witzes" bezüglich der Abschaffung des Paragraphen in der DDR Jahre vor der BRD..

    Ich stimme vielen geäußerten bedenken durchaus zu, aber Mann kann nicht aus dieser bestehenden Situation heraus den Beitritt für alle Ewigkeit ablehnen, und dann dabei Äpfel mit Birnen vergleichen..

    Den Türken muß da das gleiche Recht und die Frist zur Veränderung eingeräumt werden, wie allen anderen auch..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#27 seb1983
  • 21.02.2013, 16:33h
  • Antwort auf #26 von TheDad
  • Ob sich Polen 2004 mit der Türkei heute vergleichen lässt ist schon schwer zu sagen, ich schätze Polen allerdings deutlich weiter ein, bei Schwulenrechten evtl. nur eingeschränkt, was sonstige Rechtsstaatlichkeit angeht damals aber schon deutlich.

    Der "Witz" ist dass viele so deutsch denken und Gesetze überbewerten. Der §175 hatte in den 80ern eine Durchschlagskraft wie die GEZ, gleich 0.
    Gleichzeitig wird in der DDR die Abschaffung, in der Türkei das Nichtvorhandensein als Zeichen von Rechtssicherheit und Akzeptanz missgedeutet.
    Wer auf einem türkischen Polizeirevier verprügelt wird kann das ja mal vorbringen.
    Es fehlt schlicht an der schon mehrfach genannten Rechtsstaatlichkeit.

    Ich bin der letzte der einen Beitritt für alle Ewigkeit ausschließt, und der Prozess läuft schon ungewöhnlich lang, ja.
    Nur sind hier eben deutlich dickere Bretter zu bohren als im Ostblock.
    Falls die Türkei weitere Reformen leistet, politisch, rechtlich, gesellschaftlich, dann sollte ihr auch ein faires Angebot gemacht werden.

    Die momentane Behandlung ist da nicht fair, aber auch Erdogan gibt regelmäßig Kröten zu schlucken.

    Einen Automatismus schließe ich aber aus. Entweder die Türkei wird sich an die Aufnahmebedingungen und Regeln im Club halten, oder sie muss eben draußen bleiben.
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#28 FOX-NewsAnonym
#29 TheDadProfil
  • 21.02.2013, 19:15hHannover
  • Antwort auf #27 von seb1983
  • HAAAAAAAAAAAAAAAALLLLLLOOOOOOOOOOO ! ! !

    Jemand zu Hause ?

    KLOPF-KLOPF-KLOPF ? ? ?

    Meine Kritik war und ist :

    Mann kann die Türkei HEUTE nicht mit Polen HEUTE vergleichen !

    Weil es wahrscheinlich noch 20 Jahre dauert bis sie in die EU aufgenommen werden..

    Daher ist der Stand der Entwicklung der einigermaßen vergleichbar WÄRE, der :

    Türkei HEUTE - - - Polen 1984..

    SO wird daraus ein Schuh, und das war meine ursprüngliche Kritik an der absoluten Ablehnung durch Thorsten 1..

    Und was Deine Einschätzung zum § 175 angeht..

    Noch im Jahre 1994, dem Jahr der Abschaffung des Unrechtspaprgraphen gab es 44 Verfahren nach diesem Scheiß Paragraphen..

    Und jedes Verfahren NACH Mai 1945 war eines zuviel..

    Das BITTE ich zu bedenken, vor allem von Menschen Deines Alters, die vielleicht damals nicht so richtig mitbekommen haben worum es eigentlich geht..

    Die Abschaffung des § 159 in der DDR, der seit 1969 galt, erfolgte, weil es solche Verfahren in der DDR seit langem gar nicht mehr gab..

    Bei uns wurde quasi BIS ZUM LETZTEM MOMENT Prozessiert, und verschiedene Staatsanwälte versuchten sogar zwischen 1990 und 1994 Menschen nach dem § 175 zu verknacken, den es in den Neuen Bundesländern gar nicht gab..

    DAS ist der Unterschied der sich auch nicht wegdiskutieren läßt..
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#31 seb1983
  • 21.02.2013, 21:24h
  • Antwort auf #29 von TheDad
  • Wenn es um diese 20 Jahre vor Beitritt geht, schwer einzuschätzen da in Polen ja völlig andere Verhältnisse geherrscht haben.
    Auf die Türkei ist heute da wo Polen vor 30 Jahren war kann ich mich mit diesem doch recht üppigen Zeitpolster einlassen, man lebt dort also etwa eine Generation in der Vergangenheit.

    Wenn ich mir das schwule Leben in Deutschland ansehe sind die Zahlen durchaus zu verkraften. Ein Verfahren, wenn auch peinlich, ist übrigens längst noch keine Verurteilung. Ich interpretiere es so dass 1994 noch 44 Eltern nicht recht war was ihr Sohnemann da treibt. Das dürfte seit 1968 in steigender Tendenz mit Einstellung der Verfahren geendet haben.
    Interessant wären die Zahlen der tatsächlichen Verurteilungen zu 10 DM etc...
    Das soll Unrecht nicht kleinreden, aber die Dimensionen und der Kreis der Betroffenen war doch sehr sehr klein und das gesellschaftliche Klima viel viel weiter.

    Dass ein kleiner Kreis Juristen in der DDR den dortigen 159 kurz vor der Wende abgeschafft hat und Honni nix dagegen hatte sieht nett aus klar.
    Es wurde ja auch dauernd fleißig gewählt.

    CSD, Verbände, Selbsthilfegruppen blieben verboten, schwules Leben gab es nicht, und die Stasiakten waren voll mit delikaten Details.

    Schon mal daran gedacht dass es viel nützlicher ist einen Schwulen als nützliches Werkzeug zu erpressen als ihn einzulochen?
    Das Gesetzbuch der DDR hatte doch ohnehin nur sehr sehr eingeschränkte Bedeutung, man hatte bekanntermaßen andere Methoden wenn eine Person in Ungnade viel.
    Rede einfach mal mit Schwulen aus dem Osten.
    Auf dem anatolischen Polizeirevier zählen deine Rechte genausoviel wie in Hohenschönhausen.
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#32 TheDadProfil
  • 21.02.2013, 23:46hHannover
  • Antwort auf #31 von seb1983
  • In sich so weit alles gar nicht so falsch..
    aber eben auch nicht richtig, was den § 175 betrifft..

    Näheres zu den Verfahrenszahlen findest Du hier :

    de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175#Entwicklung_in_der_alten_Bu
    ndesrepublik


    Problem war in der Zeit da vor allem das Zwangsouting beim Arbeitgeber..
    Das war zwar in den Neunzigern auch nicht mehr sooo problematisch, aber immerhin war es ein Verfahren..
    Wie viele der Beschuldigten in den Verfahren zu Knast verurteilt wurden, kann ich nicht sagen, denn dazu habe ich bislang noch keine verläßlichen Zahlen gefunden..

    Wenn werde ich das ganz sicher in einem passendem Thread nachholen..

    Ich weiß jetzt auch nicht mehr so genau aus dem Kopf wann genau das Urteil des Gerichtes in Berlin war, was in der DDR dazu führte das keine Verfahren mehr durchgeführt wurden, aber ich glaube es war schon Ende 1957, und damit viele Jahre vor der Abschaffung der § 151 (nicht 159 wie ich irrtümlich oben schrieb,sorry) als es keine Verfahren mehr gab....

    Mehr als 40 Jahre sind da allerdings ein erheblicher Unterschied, und ich kenne auch einige Schwule die noch in der DDR als Erwachsene gelebt haben, und Probleme wie hier, oder gar mit der Stasi hatten die auch nicht unbedingt..
    Das mit den Spitzeldiensten haben die auch nicht erfunden, das gab es auch früher, und der Knabenmörder Fritz Haarmann ist da ein unrühmliches Beispiel..

    Es gab in Berlin eine schwule Szene, und ebenso in Leipzig und anderen großen Städten der DDR..
    "Die blaue Trude" in Leipzig war über 40 Jahre dort in der Messestadt das bekannteste Lokal, und vor allem bei West-Gästen der Leipziger Messen sehr beliebt..

    Natürlich ist die Türkei zu den eigenen Bürgern nicht unbedingt nett, vor allem wenn es schwule oder Kurden sind, aber das war Polen vor 30 Jahren eben auch nicht, und Mann kann von der Türkei eben auch nicht erwarten Heute schon so weit zu sein, wie Polen Heute, dann könnte Mann die Türkei ja auch Morgen aufnehmen..
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#33 finkAnonym
  • 22.02.2013, 12:17h
  • Antwort auf #29 von TheDad
  • "Türkei HEUTE - - - Polen 1984.."

    gibt es eigentlich irgendwelche konkreten belege dafür, dass die eu-mitgliedschaft an sich schon zu einer verbesserung der menschenrechts-situation und zu fortschritten in sachen homo-akzeptanz führt? in welchen ländern war das wirklich der fall und worin genau bestand der einfluss der eu?

    ich kann mir schon denken, dass das irgendwie eine positive rolle spielt, aber mir wird diese annahme doch ein wenig zu selbstverständlich als tatsache oder gar automatismus vorausgesetzt. wichtig ist ja z.b. die frage, wie ernst es die eu mit den homorechten (im vergleich zu anderen menschenrechtsfragen) nimmt.

    außerdem: es ist ja nicht so, dass es NUR in der eu fortschritte geben kann und alle länder außerhalb der eu wie in politisches aspik eingefroren verharren müssen. die homopolitischen fortschritte in vielen europäischen ländern werden seit langem auch anderswo registriert. vor 30 jahren konnten sich homophobe staaten noch in eine allgemeine internationale homophobie engebettet fühlen und mussten über das thema eigentlich gar nicht so viel nachdenken. ein staat wie die türkei existiert aber heute nicht in einem paralleluniversum, in dem es immer noch kein modernes europa gibt, sondern er muss die eigene homophobie heute wesentlich aktiver formulieren. das kann man m.e. mit der situation in polen vor 30 jahren nicht vergleichen. vor 30 jahren war homophobie einfach konservativ, heute ist sie reaktionär. ich halte das für einen wichtigen unterschied.
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#34 TheDadProfil
  • 22.02.2013, 14:14hHannover
  • Antwort auf #33 von fink
  • Natürlich ist es ein Unterschied zwischen Gestern und Heute..

    Mir war nur wichtig darauf hinzuweisen, das Mann nicht die einfach Türkei von Heute mit dem Polen von Heute so einfach vergleichen kann, um zu belegen, das die Türkei "niemals" Mitglied werden darf, weil sie sich angeblich nicht bewegen würden..

    Es gab vor 30 jahren keinen CSD in Warschau, und dort kam es immer wieder zu Konflikten, die sich durchaus mit denen decken, wei sie in Istanbul vorkommen..

    Im Jahr des Beitrittes wurde der CSD in Warschau verboten :

    www.queer.de/detail.php?article_id=2947

    und im Jahr danach das Verbot aus Straßburg gerügt..

    In Istanbul gibt es einen..

    Natürlich bewegen die sich, wie alle anderen Staaten auch..
    Ob das aus äußeren Anstößen erfolgt, oder aus innerem Antrieb, ist dabei auch erstmal nicht wichtig..

    Die Türkei hat Anstöße aus der EU erhalten, und die meiner Meinung nach auch umgesetzt..
    Lange nicht so, wie es notwendig wäre um Morgen Mitglied zu werden..

    Neben der Unterdrückung der kurdischen Bürger gilt es hier vor allem das Armenier-Massaker vor fast 100 Jahren zu klären, das unter "Beihilfe" des deutschen Kaiserreiches stattfand, und zu großen Spannungen in der aktuellen Politik zwischen Frankreich und der Türkei führt..

    Die Frage von LGBT-Rechten in der Gewichtung innerhalb der EU ist eine spannende Frage, zumal im Hinblick auf die Baltischen Staaten, denn dort sind rektionäre Kräfte am Werk, die bestehende Rechte wieder abbauen wollen, was ich für katastrophal halte, weil ich nicht den Eindruck habe das die EU da wirklichen Einfluß nimmt..

    Es gibt das ganz sicher großen Diskussionsbedarf, aber den beginnt Mann meiner Meinung nach eben nicht mit der endgültigen Ablehnung einer Absicht..
    Da kann Mann sich die Mühe der Diskussion gleich sparen..
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#35 vulkansturmAnonym
  • 22.02.2013, 16:54h
  • Solange es in der Türkei keine Möglichkeit der Wehrdienstverweigerung gibt, sollte man lieber erst die im Lande lebenden Homosexuellen fragen, ob sie wirklich alle gezwungen werden wollen, zwangsweise den Militärdiesnt abzuleisten.
    In der Regel muß die Freistellung vom Militärdienst
    wegen Homosexualität beantragt werden und teilweise mit Fotos die Homosexualität bewiesen werden. Für manche Schwule aber der einzige Weg, sich vor dem Militärdienst zu schützen.
    Mancheiner würde sich beim Militär vielleicht umbringen.
    Schwule, die keine Probleme mit dem Militärdiesnt haben, müssen zwar ihre sexuelle Orientierung dort verheimlichen. Mein eingetragener Lebenspartner hatte dort allerdings einige tolle sexuelle Abenteuer.
    Also an die Adresse der EU: Setzt euch erst einmal für das Recht auf Wehrdienstverweigerung ein, ansonsten richtet ihr wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen an!
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#36 vulkansturmAnonym
  • 22.02.2013, 17:21h
  • Antwort auf #12 von TheDad
  • Gerade in der an Syrien angrenzenden Provinz Hatay (gehörte früher zu Syrien) gibt es viele Türken, deren Muttersprache arabisch ist.
    Für derartige Menschen ist der Gottesdienst in arabisch gedacht. Das ist ein Fortschritt in der Anerkennung der ethnischen Vielfalt. Der Inhalt der Predigten ändert sich nicht dadurch, dass diese in Kurdisch oder Arabisch stattfinden dürfen.
    Daraus eine zunehmende islamistische oder gar salafistische Tendenz zu machen, ist eine bösartige Unterstellung.
    Übrigens hat sich unter dem so verteufelten Erdogan der Istanbuler CSD zu eine festen Größe entwickelt und es findet eine zunehmend offenere Diskussion über Homosexualität statt,
    z-B. wenn es um die Rechte von Homosexuellen
    in der neuen Verfassung geht. Die grösste Oppositionspartei CHP hat sich da für einen Antidiskriminierungschutz für Homosexuelle eingesetzt.
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#37 TheDadProfil
  • 23.02.2013, 02:27hHannover
  • Antwort auf #36 von vulkansturm
  • ""Daraus eine zunehmende islamistische oder gar salafistische Tendenz zu machen, ist eine bösartige Unterstellung.""..

    Hab ich das getan ?

    NÖÖ..
    Wer lesen kann ist da klar im Vorteil..

    ""in der an Syrien angrenzenden Provinz Hatay (gehörte früher zu Syrien) gibt es viele Türken, deren Muttersprache arabisch ist.""..

    In der an Syrien angrenzenden Provinz Hatay und im angrenzendem Syrien gibt es viele Kurden, deren Muttersprache Kurdisch ist..

    Ich kenne einige davon, bin mit ihnen befreundet, und habe über die Kontakte zu deren Verwandten auch Informationen aus erster Hand..

    ""In der Regel muß die Freistellung vom Militärdienst
    wegen Homosexualität beantragt werden""..

    Wer das macht wird dann vom Militärdienst freigestellt..
    Mit der Begründung : Geisteskrankheit..
    Geht auch aus dem Artikel hervor..
    Damit ist der Weg in bestimmte Berufsgruppen, in den öffentlichen Dienst und zu Studien versperrt oder erschwert..

    Wer will sich selbst so einer Diskriminierung aussetzen ?
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