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- 22. Februar 2013 2 Min.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (rechts) hat sich wiederholt gegen Rechte für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. (Bild: Piotr Drabik / flickr / by 2.0)
Kinder seien die Leidtragenden, wenn Homosexuelle gleichgestellt werden würden, glaubt die katholische Kirche in Österreich.
Die Österreichische Bischofskonferenz hat davor gewarnt, dass die Gleichstellung von Schwulen und Lesben das Kindeswohl gefährden könnte. Die Kirche reagierte damit auf eine Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs vom Dienstag, der das Verbot der Stiefkindadoption als Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot verurteilte (queer.de berichtete).
Dieses Urteil "müssen wir wohl zur Kenntnis nehmen, betrachten es aber mit Sorge", hielten Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Klaus Küng laut "Kathpress" in einer gemeinsamen Stellungnahme am Freitag fest. Problematisch am Urteil sei, dass "es eine weitere Entwicklung in Richtung Umdeutung des Familienbildes vorzeichnet". Zwar habe "jeder Mensch seine Würde" und Ungleichbehandlung sei zu unterbinden, allerdings gehe eine Diskriminierung im Familienrecht in Ordnung, weil man sonst "bedenkliche Konsequenzen in Kauf" nehme.
In ihrem Kommentar werfen die katholischen Würdenträger Schwulen und Lesben indirekt vor, Familien auseinander zu bringen: "Die Identität jedes Menschen ist mit dem eigenen Vater und der eigenen Mutter untrennbar verknüpft. Und das Kind leidet am meisten, wenn Familien zerbrechen oder wenn es nicht in der Geborgenheit der Familie im Sinne der Ehe zwischen Vater und Mutter aufwachsen kann."
Der Menschenrechtsgerichtshof hatte am Dienstag lediglich entschieden, dass Homo-Paare gegenüber unverheirateten heterosexuellen Paaren benachteiligt würden, wenn ihnen die Stiefkindadoption verweigert wird. Geklagt hatte ein lesbisches Paar. Eine der Frauen wollte den leiblichen Sohn ihrer Lebenspartnerin adoptieren, was ihr nicht gestattet wurde. Homo-Aktivisten fordern die Anerkennung, weil auch das Kind Nachteile erleide, wenn eines seiner Mütter vom Staat nicht anerkannt werde – beispielsweise im Erbschaftsrecht.
Die europäischen Richter beschlossen jedoch zugleich einstimmig, dass keine Diskriminierung im Vergleich zu Eheleuten vorlag. Eine Diskriminierung habe nur vorlegen, weil in Österreich auch unverheirateten Paaren die Adoption gestattet ist.
Der Wiener Kardinal Schönborn gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Papstnachfolge. Er hat bereits mehrfach gegen Homo-Rechte Stimmung gemacht. So erklärte er 2011 lapidar, dass Homo-Ehen schlicht nicht existierten, weil eine Ehe immer zwischen Mann und Frau geschlossen werde (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr forderte er die "Bekehrung" von homosexuellen Paaren: "Man muss ihnen helfen zu verstehen, dass das nicht der Plan Gottes ist", so Schönborn (queer.de berichtete). (dk)














