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Konklave-Teilnehmer
Missbrauchs-Vorwürfe gegen homophoben Kardinal
- 24. Februar 2013 2 Min.

Der Kardinal soll seine Schäfchen vor 30 Jahren missbraucht haben (Bild: Wiki Commons by Gavin Scott / PD-user)
Schottlands ranghöchster katholischer Geistlicher ist mit dem Vorwurf konfrontiert, sich sexuell an Seminaristen vergriffen zu haben.
Drei praktizierende und ein ehemaliger Priester haben britischen Medienberichten vom Sonntag zufolge schwere Vorwürfe gegen den katholischen Erzbischof von Edinburgh, Kardinal Keith O'Brien, erhoben. Er soll sie in der Vergangenheit sexuell missbraucht haben.
Die Fälle liegen bis zu 30 Jahre zurück, die vier Geistlichen hatten sich aber erst kürzlich bei Nuntius Antonio Mennini, dem in Großbritannien residierenden Vatikan-Botschafter beschwert, und den sofortigen Rücktritt des 74-jährigen Kardinals gefordert. Das berichtete die Zeitung "The Observer".
Einer der Beschwerdeführer ist ein damals 20-jähriger Seminarist des St. Andrews College in Schottland, O'Brien war damals sein "geistlicher Leiter". Der Kardinal habe eine "unangemessene Beziehung" zu ihm aufgebaut, berichtet er. Die anderen drei Männer erzählen Ähnliches. Der Missbrauch habe eine langwierige psychologische Behandlung nach sich gezogen. Kardinal O'Brien, der zugleich die schottische Bischofskonferenz leitet, bestreitet die Vorwürfe.
Gegen das Zölibat und gegen die Homoehe
Die Anschuldigungen erreichten den Nuntius in der Woche vor der Rücktritterklärung des Papstes, stehen damit also in keinem direkten Zusammenhang. Da der Kardinal jedoch einer derjenigen sein wird, die beim Konklave den nächsten Papst wählen (der einzige aus ganz Großbritannien), bekommt der Fall besondere Brisanz. Die Beschwerdeführer wandten sich deshalb auch an die Presse. Sie wollen vermeiden, dass ihre Vorwürfe im Trubel um die Papstwahl unter den Tisch gekehrt werden. "Er neigt dazu, zu vertuschen und das System unter allen Umständen zu verteidigen", erzählte einer der Klagenden der Presse.
Kardinal O'Brien, der kurz nach der Papstwahl in Ruhestand geht, hatte sich erst kürzlich in einem Interview dafür ausgesprochen, das Zölibat für katholische Geistliche aufzuheben, damit sie Frauen heiraten können. Gleichzeitig ist er ein scharfer Kritiker der Eheöffnung für homosexuelle Paare. So hatte er 2012 die Homo-Ehe als "groteske Zersetzung eines allgemein akzeptierten Menschenrechts" bezeichnet und mit der Legalisierung von Sklaverei verglichen (queer.de berichtete). Dafür erhielt er von britischen Homo-Organisation im vergangenen November den Titel "Homo-Hasser des Jahres" verliehen. (cs)














